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16.05.2011

12:29 Uhr

Britische Apothekenkette

Alliance Boots erstarkt im Heimatmarkt

VonReuters

Der Pharmahändler Alliance Boots heimst im Geschäftsjahr 2010/11 deutlich mehr Gewinn ein - unterm Strich legte er um 14,2 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro zu. Damit ist die Kasse zum Schuldenabbau gut gefüllt.

Quelle: ap

London

Die britische Apothekenkette Alliance Boots hat der Marktschwäche im heimischen Einzelhandel getrotzt und Umsätze und Gewinn ausgebaut. Das Unternehmen, das im Dezember die Mehrheit am Frankfurter Pharmahändler Anzag übernahm, steigerte seinen Handelsgewinn im Geschäftsjahr 2010/11 (per Ende März) um 14,2 Prozent auf 1,05 Milliarden Pfund (umgerechnet 1,2 Milliarden Euro).

Alliance Boots gewann nach eigenen Angaben Marktanteile in seinem britischen Apothekengeschäft hinzu. Zudem schoben die jüngsten Mehrheitsübernahmen im Pharmagroßhandel die Entwicklung an. Neben Anzag hatte sich der Konzern im Juli die Kontrolle über den türkischen Pharmahändler Hedef Alliance gesichert.

Für die weiteren Aussichten gab sich Alliance-Chairman Steffano Pessina trotz schwieriger Rahmenbedingungen optimistisch. "Vorausschauend auf das kommende Jahr rechnen wir mit einer gedämpften Nachfrage der Verbraucher und erwarten, dass die Regierungen weiter nach Wegen suchen, um das Ausgabenwachstum im Gesundheitsbereich einzudämmen", erklärte er. Dennoch sei Alliance Boots zuversichtlich, was die kurz- und langfristigen Geschäftsausichten betreffe.

Alliance Boots setzte im abgelaufenen Geschäftsjahr 20,2 Milliarden Pfund um und damit 15,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Das Unternehmen baute zudem seine Schulden um 546 Millionen auf 7,84 Milliarden Pfund ab. Alliance Boots war 2007 für elf Milliarden Pfund von der Beteiligungsfirma KKR und Stefano Pessina übernommen worden. Es damals die größte schuldenfinanzierte Übernahme in Europa.

Kein rascher Ausstieg von KKR

Mit einem raschen Ausstieg von KKR rechnet das Unternehmen nicht. Es sei an dem Investor, sich zu gegebener Zeit über den Zeitpunkt eine Meinung zu bilden. In der absehbaren Zukunft werde das aber nicht geschehen, sagte Finanzdirektor George Fairweather zu Reuters: "Wir sind der Ansicht, dass es noch eine ganze Menge mehr zu tun gibt in den nächsten Jahren als privates Unternehmen, um diese Geschäftsentwicklung weiter voranzutreiben." Ein schneller Börsengang ist mit diesen Äußerungen somit offenbar erst einmal nicht geplant.

Unter Zugzwang, rasch einen neuen Konzernchef zu suchen, sieht sich das Unternehmen zudem nicht. Damit werde zu gegeber Zeit begonnen, hieß es. Dabei werde die Gesellschaft offen sein für interne Kandidaten. Im März hatte Firmenchef Andy Hornby nach nicht einmal zwei Jahren überraschend das Handtuch geworden.

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