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17.01.2006

12:37 Uhr

Britischer Nahverkehrskonzern im Gespräch

Für die Hamburger Hochbahn gibt es zahlreiche Interessenten

Der Hamburger Senat sucht nach dem Scheitern der Verhandlungen mit der Deutschen Bahn weiter Investoren für seine Hafen- und seine Nahverkehrstochter.

HAMBURG. Im Laufe des Jahres sollen sowohl für die Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA) als auch für die Hamburger Hochbahn AG (HHA) Beteiligungspartner gefunden werden, erklärte Hamburgs Finanzsenator Wolfgang Peiner (CDU).

Bei dem Nahverkehrsunternehmen, das über Beteiligungen im Schienennahverkehr und im Omnibus-Stadtverkehr bundesweit die Nummer 2 hinter der Deutschen Bahn ist, äußerten sich Verhandlungskreise optimistisch zur Partnersuche. Möglicherweise könne schon in den nächsten Wochen, spätestens aber bis Ende Februar ein bewertbares Angebot vorliegen.

Als möglicher Spitzenkandidat im Rennen wird der britische Nahverkehrskonzern Arriva genannt. Über seine deutsche Tochter betreibt er bereits gemeinsam mit der HHA in der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (ODEG) Schienennahverkehr. Arriva hat die ehemals bayerische Landesgesellschaft Regentalbahn gekauft und übernahm voriges Jahr die hessische Autobus Sippel.

Als weitere Bewerber werden die Logistik- und Nahverkehrsgruppe Rhenus sowie der französische Transdev-Konzern genannt. Beide Unternehmen sind im deutschen Nahverkehrsmarkt auf der Straße und der Schiene präsent: Rhenus fährt Züge der Gesellschaft Rhenus-Keolis, an der die französische Staatsbahn beteiligt ist. Transdev ist gemeinsam mit dem Pariser Nahverkehrskonzern RATP Eigentümer der Eurailco, die in Rheinland-Pfalz in das Nahverkehrsgeschäft der Transregio, einer ehemaligen Tochter der Düsseldorfer Rheinbahn und der Moseltalbahn, eingestiegen ist.

Wie Hamburgs Finanzsenator Peiner in einem Zeitungsinterview erklärte, geht es bei den Verhandlungen nicht um eine Beteiligung bei der HHA, sondern um die Gründung einer gemeinsamen Tochtergesellschaft für die Bahn- und Bus-Aktivitäten außerhalb Hamburgs. In Verhandlungskreisen hieß es aber auch, dass bei potenziellen künftigen Partnern Interesse am Betrieb der Hamburger S-Bahn angemeldet wurde, falls diese Verkehrsleistung ausgeschrieben wird. Bislang betreibt die Bahn-Tochter DB Stadtverkehr die S-Bahn.

Für die Hafengesellschaft HHLA favorisiert der Senat die Beteiligung durch einen „guten“ Finanzinvestor, der ein längerfristiges Engagement anstrebe, hieß es in Unternehmenskreisen. Partner aus der Branche seien weniger erwünscht, um gegenüber den Hafenkunden neutral zu bleiben. Denkbar sei ein Einstieg über eine Kapitalerhöhung, um die anstehenden Großinvestitionen im Hafen zu finanzieren.

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