Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.12.2011

09:58 Uhr

British Midland

Lufthansa stößt Tochter an Konkurrenten ab

Die Lufthansa verkauft ihre verlustträchtige englische Tochter British Midland (bmi) an den Mutterkonzern der Rivalen British Airways und Iberia, die International Airlines Group (IAG). Die Börse reagierte positiv.

Eine Maschine von British Midland Airways (BMI) am Flughafen Heathrow. dapd

Eine Maschine von British Midland Airways (BMI) am Flughafen Heathrow.

Frankfurt/MainDie Lufthansa verkauft ihre Tochter-Airline BMI an British Airways und wird damit einen langjährigen Verlustbringer los. BMI gehe für brutto 207 Millionen Euro an den British-Airways-Mutterkonzern IAG, teilten Lufthansa und IAG am Donnerstag mit. Unter dem Strich werde die Lufthansa aber noch Geld drauf zahlen, da etwa noch Pensionsverpflichtungen für BMI übernommen werden.

Eine Grundsatzvereinbarung über den Verkauf war bereits Anfang November unterzeichnet worden. An der Börse kam der Abschluss des Geschäfts gut an: Die Lufthansa-Aktie stieg um zwei Prozent aus 9,20 Euro.

BMI war ein großer Bremsklotz für die deutsche Fluggesellschaft. Seit der Vollübernahme 2009 flogen die Briten Verluste von 315 Millionen Euro ein. BMI ist auf den britischen Markt fokussiert und passt daher nicht in das Streckennetz der Lufthansa. Zudem hatte Lufthansa BMI verstärkt als Ferienflieger in die Urlaubsländer Nordafrikas ausgerichtet. Dieses Geschäft brach jedoch wegen der Unruhen in der Region ein.

An BMI war auch die Fluglinie Virgin Atlantic interessiert. Bis zuletzt verhandelte die Lufthansa parallel mit British Airways wie auch mit Virgin Atlantic. Virgin hoffte darauf, dass die Wettbewerbsbehörden sich gegen den Zusammenschluss zweier großer britischer Fluggesellschaften aussprechen. Bedenklich sei insbesondere die dominante Position von British Airways am Großflughafen London-Heathrow, die durch die Transaktion noch gestärkt werde, argumentierte Virgin.

Die Lufthansa betonte deshalb auch, dass der Deal nur gelte, wenn die Kartellbehörden grünes Licht geben. Der Abschluss der Transaktion sei für das erste Quartal 2012 geplant.

BMI hält neun Prozent der im Branchenjargon Slots genannten Landerechte in Heathrow - British Airways kontrolliert 42 Prozent. Die Rechte sind viel wert, da der Flughafen aus allen Nähten platzt. Neue Slots sind nicht in Sicht, da Pläne für den Bau einer dritten Landebahn wieder gekippt wurden. Am Frankfurter Flughafen ist dagegen Ende Oktober bereits die vierte Flugzeugpiste in Betrieb gegangen.

Von

rtr

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.12.2011, 10:52 Uhr

@ BMI ist auf den britischen Markt fokussiert und passt daher nicht in das Streckennetz der Lufthansa.

Hat das beim überteuerten Kauf dieser Fluglinie keiner gemerkt? Hat das LH-Management nicht in den damaligen Flugplan geschaut?
Die KLM-Maschinen von verschiedenen Flughäfen GBs zum Drehkreuz Amsterdam sind jedenfalls immer brechend voll. Warum sollte das für Zubringer-BMI-Flüge zu den Hubs FRA oder MUC nicht gelten?

Flieger

22.12.2011, 11:57 Uhr

Die Zubringer-Flüge betreibt Lufthansa selber.

Und ich glaube Lufthansa muste BMI auf Grund einer älteren Optionsvereinbarung übernehmen.

Account gelöscht!

22.12.2011, 12:51 Uhr

1) Dann hat das Management eben vor der Optionsvereinbarung nicht in den damaligen BMI-Flugplan geschaut.
2) LH fliegt nur London, Birmingham und Edinburgh an, BA übrigens auch kaum mehr, obwohl sich ein weites Feld ergeben könnte: Über Hubs in FRA /MUC u.a. könnte neben Europa und USA ganz besonders der Osten erschlossen werden, da diese Richtung ja von LH besonders gut erschlossen ist.
3) Ich bin deshalb so sensibilisiert für das Thema, weil ziemlich genau vor einem Jahr die LH für BMI die Strecke CWL-MUC eröffnet hat, diese aber so geheimgehalten wurde, dass sich logischerweise kaum Passagiere fanden. Auch die Jahreszeit war sicher nicht optimal, um eine neue Strecke anzubieten. Nach nur ca. 3-4 Flügen wurden die Flüge wieder eingestellt.
Natürlich vertraue ich voll auf die Weisheit des LH-Managements, habe mich aber doch gewundert. Entweder ich mache eine Doabilitystudie und bleibe bei positivem Ausgang erst mal dabei, oder, bei negativem Ausgang, fang ich es erst gar nicht an.
4. So bleibt es eben bei den Zubringerdiensten von KLM nach AMS und von dort weiter in die Welt, aber dies ist nicht die LH-Welt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×