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26.06.2014

16:59 Uhr

Bsirkske gegen arabische Airline

Verdi-Chef ruft zum Boykott von Qatar Airways auf

Wohnen unter Aufsicht, eine Heirat oder Schwangerschaft als Kündigungsgrund: Qatar Airways soll massiv gegen Arbeitnehmerrechte verstoßen. Jetzt wendet sich Verdi-Chef Bsirske an die Abgeordneten des Bundestages.

Neuer Airbus A320 von Qatar Airways in Doha: Der Fluggesellschaft wird vorgeworfen Arbeitnehmerrechte zu missachten. Reuters

Neuer Airbus A320 von Qatar Airways in Doha: Der Fluggesellschaft wird vorgeworfen Arbeitnehmerrechte zu missachten.

BerlinVerdi-Chef Frank Bsirske hat an die Bundestagsabgeordneten appelliert, wegen einer Missachtung von Arbeitnehmerrechten vorerst nicht mehr mit der Fluggesellschaft Qatar Airways zu fliegen. In einem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Brief forderte Bsirske die Parlamentarier zur Unterstützung des Gewerkschaftskampfs um gute Arbeitsbedingungen bei der Airline auf. „Fliegen Sie nicht mit Qatar Airways, solange dort Arbeitnehmer/innenrechte missachtet werden“, heißt es in dem Brief von vergangener Woche.

Verdi schloss sich mit dem Appell einer Beschwerde des Internationalen Gewerkschaftsbunds und der Internationalen Transportarbeiterföderation bei der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) an. In dieser Beschwerde zeigten die Organisationen eine Vielzahl von Verstößen gegen nationales und internationales Arbeitsrecht an.

Unter anderem wird Qatar Airways vorgeworfen, dass seine überwiegend ausländischen Mitarbeiter unter Aufsicht in Gemeinschaftsunterkünften wohnen und eine Sperrstunde einhalten müssen. Außerdem dürfen sie demnach in den ersten fünf Jahren ihrer Firmenzugehörigkeit nicht heiraten und sind Schwangerschaften ein sofortiger Kündigungsgrund.

Qatar Airways ist eine der am schnellsten wachsenden Fluggesellschaften der Welt, mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter kommen aus dem Ausland. Katar steht bereits wegen der Arbeitsbedingungen auf den Baustellen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 massiv in der Kritik. Berichten zufolge kommen in dem Emirat am Persischen Golf immer wieder Bauarbeiter ums Leben, die offenbar unter unmenschlichen Bedingungen leben, damit Großprojekte bis zur WM 2022 realisiert werden können.

Von

afp

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