Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.04.2006

16:40 Uhr

Bund behält Einfluss

Flugsicherung wird privatisiert

Der Bundestag hat am Freitag das neue Flugsicherungsgesetzes beschlossen und damit den Weg für die Privatisierung der Deutschen Flugsicherung (DFS) freigemacht. Das soll mehrere hundert Millionen Euro in die Staatskasse spülen.

HB BERLIN. „Das Gesetz ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft unseres Unternehmens“, sagte DFS-Chef Dieter Kaden am Freitag in Langen bei Frankfurt. „Wir begrüßen die jetzt anstehende Kapitalprivatisierung als konsequente Weiterentwicklung und Stärkung unserer Handlungsfähigkeit.“ Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) kritisierte die anstehende Privatisierung, die die Sicherheit im deutschen Luftraum gefährde. Das Gesetz erlaubt es Investoren, sich zu 74,9 Prozent an der DFS zu beteiligen. Der Bund behält mit einer Sperrminorität von 25,1 Prozent Einfluss auf die Flugsicherung. So müssen die zukünftigen Gesellschafter etwa im Krisenfall ihre Anteile an den Bund zurückgeben.

Das Bieterverfahren für die DFS wird für den Herbst erwartet. Neben einer Gruppe deutscher Fluggesellschaften mit Lufthansa, Air Berlin, den Flugtöchtern des Reisekonzerns Tui und anderen sowie den Flughafengesellschaften Frankfurt und München sind auch internationale Finanzinvestoren interessiert.

Ein Sprecher des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport sagte: „Es ist wichtig, dass der Weg frei ist.“ Fraport sei weiterhin an einer Beteiligung interessiert. Auch Lufthansa bekundete am Freitag anhaltendes Interesse. „In einem Konsortium werden wir aber keine führende Rolle einnehmen“, sagte ein Firmensprecher. Den deutschen Unternehmen aus Luftfahrt und Touristik geht es darum, den Einstieg eines internationalen Finanzinvestors zu verhindern.

Die Privatisierung der DFS könnte dem Staat nach Aussagen von Bundestags-Abgeordneten mehrere hundert Mill. Euro in die Kasse spülen. „Ich glaube es ist ein ansehnlicher drei- bis vierstelliger Millionenbetrag, der hier in Rede steht“, sagte der SPD-Verkehrsexperte Uwe Beckmeyer. Auch der CDU-Abgeordnete Norbert Königshofen nannte die Privatisierung notwendig und sprach von einem zu erwartenden Milliardenbetrag. Branchenexperten rechneten bisher mit einem Kaufpreis von mehreren hundert Mill. Euro. Ein Sprecher der Flugsicherung wollte die Zahlen nicht kommentieren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×