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08.12.2014

11:09 Uhr

Burger King

Einigung im Streit um Yi-Ko-Filialen in Sicht

Die Zeichen stehen auf außergerichtliche Einigung: Die Fast-Food-Kette Burger King und ihr umstrittener Franchiser treffen sich doch nicht vor Gericht. Können die Mitarbeiter der Filialen bald wieder an die Arbeit gehen?

Franchisenehmer Yi-Ko wurde die Nutzung von Marke, Produktnamen und Firmenlogo verboten, 89 Filialen mussten schließen. dpa

Franchisenehmer Yi-Ko wurde die Nutzung von Marke, Produktnamen und Firmenlogo verboten, 89 Filialen mussten schließen.

MünchenIn den Streit um die Filialschließungen bei Burger King kommt Bewegung. Die Fast-Food-Kette und ihr größter deutscher Franchisenehmer haben sich darauf verständigt, die für Montag angesetzte Verhandlung vor dem Landgericht München vertagen zu lassen, wie beide Seiten mitteilten.

Eine Gerichtssprecherin bestätigte, dass die Verhandlung kurzfristig abgesetzt worden sei. Rechtsanwalt Dominik Ziegenhahn von der Kanzlei Graf von Westphalen, die den Franchiser vertritt, erklärte, eine Einigung stehe „unmittelbar bevor“. Daher mache es keinen Sinn, „sich parallel zu einer streitigen Gerichtsverhandlung vor dem Gericht zu treffen“. Nach Angaben der Anwaltskanzlei haben beide Parteien in den vergangenen Tagen und bis zum frühen Montagmorgen intensiv um eine Lösung gerungen.

Zeit für Burger-King-Franchiser läuft: Yi-Ko muss Löhne und Gehälter zahlen

Zeit für Burger-King-Franchiser läuft

Yi-Ko muss Löhne und Gehälter zahlen

Franchisenehmer Yi-Ko ist durch die Fast-Food-Kette Burger King gekündigt worden, Löhne und Gehälter für 3000 Beschäftigte muss er aber trotzdem bald zahlen. Einer der Gesellschafter hofft derweil auf einen Neuanfang.

Burger King hatte dem Franchisenehmer Yi-Ko im November fristlos gekündigt und dies unter anderem mit Vertragsverstößen begründet. Hintergrund sind Verstöße gegen die vertraglich vereinbarten Arbeitsbedingungen für die 3000 Mitarbeiter. Ein RTL-Team um den Journalisten Günter Wallraff hatte zudem über schwere Hygienemängel in Yi-Ko-Filialen berichtet. Im Zuge der fristlosen Kündigung ließ die Fast-Food-Kette auch die Nutzung von Marke, Produktnamen und Firmenlogo verbieten. Die 89 Filialen des Franchisenehmers mussten schließen, die rund 3000 betroffenen Beschäftigten bangen seither um ihre Jobs. Yi-Ko legte Widerspruch gegen das Nutzungsverbot für die Marke ein, über den eigentlich am Montag mündlich vor Gericht verhandelt werden sollte.

Yi-Ko steht für die Unternehmer Ergün Yildiz und Alexander Kolobov. Sie hatten im Mai 2013 als gleichberechtigte Partner damals 91 Burger-King-Filialen übernommen, darunter jeweils mehrere in München, Köln, Essen und Oberhausen. Yildiz trat im Mai 2014 als Geschäftsführer zurück, nachdem er nach einem Fernsehbericht über die Bedingungen in einzelnen Filialen in die Kritik geraten war. Er soll sich dennoch auch danach immer wieder ins Tagesgeschäft eingemischt haben.

Ende November verkaufte Yildiz seine Geschäftsanteile an Kolobov. Seitdem führt der Russe, der auch in seinem Heimatland zahlreiche Burger-King-Filialen betreibt, die Holding alleine. Er kündigte an, die Filialen wieder eröffnen und die Mitarbeiter in Zukunft nach Tarif bezahlen zu wollen.

Die Fast-Food-Kette selbst wollte sich am Montag zu den Chancen auf eine Einigung nicht äußern. Wie schon in der vergangenen Woche erklärte das Unternehmen, man arbeite „intensiv an einer neuen Eigentümer- und Managementstruktur“ für die bisher von Yi-Ko betriebenen 89 Restaurants, um diese schnellstmöglich wiederzueröffnen. Man verhandele „mit neuen Investoren, damit auch die 3000 Mitarbeiter wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren können“.

Kommentare (3)

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Frau Frauke Müller

08.12.2014, 11:57 Uhr

Der Russe macht vielleicht genauso weiter wie Yildiz.

Man kann nur hoffen, dass die Mitarbeiter einen guten Betriebsrat wählen und die Kunden Gesetzesverstöße mit Kaufboykott quittieren

feind von Privilegien

08.12.2014, 13:20 Uhr

Nur ein kleiner Vorgeschmack von dem, was da nach Abschluss des Freihandelsabkommens auf uns zukommen wird!

Frau Frauke Müller

08.12.2014, 14:01 Uhr

Das hat nic mit TTIP zu tun. Ausbeuter gab es schon immer. Ein Großkonzern wie Burgerking muss einfach darauf achten, dass geltende Gesetze eingehalten werden.

Wenn das nicht der Fall ist muss er genauso bestraft werden wie üblicherweise nur Kleinbetriebe bestraft werden

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