Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.05.2014

15:26 Uhr

Burger King, McDonald's & Co.

Der große Protest der Burger-Brater

VonAxel Postinett

Aus Protesten gegen die Fast-Food-Riesen ist eine globale Bewegung geworden. In mehr als 30 Ländern wird gegen Lohndumping bei McDonald's und Co. protestiert. Für die Burger-Riesen ein ungünstiger Zeitpunkt.

„Faire Löhne für alle McDonald's-Mitarbeiter weltweit“: Auch in Nicaragua demonstrierten Mitarbeiter für bessere Arbeitsbedingungen in der Fast-Food-Branche. Reuters

„Faire Löhne für alle McDonald's-Mitarbeiter weltweit“: Auch in Nicaragua demonstrierten Mitarbeiter für bessere Arbeitsbedingungen in der Fast-Food-Branche.

San FranciscoErst waren es nur ein paar versprengte Aktivisten vor einer McDonald's Filiale in New York, dann demonstrierten sie im ganzen Land. Nach 18 Monaten ist der Protest gegen Fast-Food-Ketten zu einer globalen Bewegung geworden. Die Webseite der Organisatoren FastFoodGlobal.org dokumentiert Bilder von Protestaktionenaus den USA, Japan, Indonesien, Großbritannien und Deutschland. Das Ziel der Demonstranten: mehr Lohn, bessere Arbeitsbedingungen.

Für Burger-Ketten und Fast-Food-Restaurants sind harte Zeiten angebrochen. Die Tage, in denen die Umsätze von McDonald’s, Burger King, Wendy’s oder Taco Bell unaufhaltsam von einem Rekord zum nächsten eilten, sind vorbei. Die Ketten suchen verzweifelt nach neuen Wachstumsmärkten, unter anderem am Frühstückstisch. Gleichzeitig kämpft die Branche gegen Mindestlöhne und soziale Abgaben. Lange hielten die Mitarbeiter still, doch nun drängen sie mit ihrem Begehren an die Oberfläche – zum Beispiel durch öffentliche Skandale wie vor kurzem in Deutschland.

Auslöser für die Wut der Verbraucher war hierzulande eine Reportage von Günther Wallraff. Der Enthüllungsjournalist hatte sich mit einem Team in eine Burger-King-Filiale eingeschlichen und dort nicht nur starke Hygienemängel, sondern auch unfaire Arbeitsbedingungen aufgedeckt. Der Protest war groß, der Geschäftsführer einer Burger-King-Tochter musste gehen.

Doch schlechte Arbeitsbedingungen, unbezahlte Überstunden und willkürliche Zuweisung von Arbeitsstunden sind nicht nur ein Problem in Deutschland – und nicht nur ein Problem von Burger King. Inzwischen steht längst die ganze Branche unter Beschuss – weltweit.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Die Wut der unterbezahlten Burger-Brater entlädt sich auf den Straßen. Allein in den USA, dem Heimatmarkt von Burger King, McDonald’s und Co., fanden am Donnerstag Demonstrationen gegen die Fast-Food-Riesen in rund 150 Städten statt. Mitarbeiter und Gewerkschaften fordern eine Anhebung der Stundenlöhne von derzeit rund neun Dollar auf 15 Dollar.

Weltweit kam es zu Protestaktionen in mehr als 80 Städte in rund 30 Ländern. Allein in Japan wurde in 30 Städten demonstriert. Aus dem wirtschaftlich angeschlagenen Großbritannien werden Demonstrationen in 20 Städten gemeldet. Auch in Deutschland protestierten am Donnerstag Mitarbeiter der Fast-Food-Ketten.

Die Internationalisierung des Streiks kommt ungelegen für eine Branche, die in den USA an der Sättigungsgrenze angekommen ist und international wachsen will.  Dabei ist die Konkurrenz im Weltmarkt so unerbittlich wie im Heimatmarkt. Nun fürchten die Unternehmen, dass die internationalen Proteste für Lohnerhöhungen auch dort Wirkung zeigen könnten, wo das Vordringen von Gewerkschaften in die Restaurants bisher noch mit allen Mitteln unterbunden wurde.

Die Wut ist auch ein Folge des hohen Lohngefälles in der Branche: Nach einer Studie der liberalen Organisation Demos.org verdient der durchschnittliche Vorstandschef einer der großen US-Ketten 1200 Mal so viel wie seine Angestellten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×