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19.11.2014

12:56 Uhr

Burger King schmeißt Filialbetreiber raus

Fast-Food-Kette zieht Konsequenz aus Hygieneskandal

Der Fast-Food-Riese korrigiert eine Fehlentscheidung: Burger King kündigt dem größten Franchise-Nehmer in Deutschland. Offenbar gab es nach dem Hygieneskandal erneut Verstöße. Die Filialen werden jetzt dichtgemacht.

Burger King verkaufte 2013 seine in Eigenregie betriebenen Filialen in Deutschland – und kündigt nach Skandalen jetzt dem Käufer. Reuters

Burger King verkaufte 2013 seine in Eigenregie betriebenen Filialen in Deutschland – und kündigt nach Skandalen jetzt dem Käufer.

DüsseldorfBurger King will einen Schlussstrich ziehen: Die US-Fast-Food-Kette kündigt ihrem größten Franchise-Nehmer in Deutschland. Die Yi-Ko-Holding betrieb zuletzt 89 Restaurants mit rund 3000 Mitarbeitern. Die Filialen müssen jetzt schließen, doch der Franchise-Nehmer will sich wehren.

Im Frühjahr hatten massive Hygienemängel in den Burger-King-Restaurants für großes Aufsehen gesorgt. Enthüllungsjournalist Günter Wallraff hatte über die Verstöße berichtet. Außerdem fiel Yi-Ko durch ihr Vorgehen gegen Arbeitnehmer auf – so verklagte der Franchise-Nehmer unter anderem mehrere Betriebsräte. Jetzt platzte der Burger King Beteiligungs GmbH, die im Mai vergangenen Jahres die vormals in Eigenregie betriebenen Filialen noch an Yi-Ko verkauft hatte, offenbar der Kragen.

„Nach dem Hygieneskandal im Mai hat sich zunächst vieles verbessert, doch seit dem Sommer gab es wiederholt Verstöße gegen die geschlossenen Vereinbarungen“, erklärte Burger-King-Deutschland-Chef Andreas Bork in der „Bild“-Zeitung. Daher habe man am Dienstag alle Verträge fristlos gekündigt.

Die zehn größten Gastronomie-Betriebe in Deutschland

Platz 10

SSP Deutschland

Der Betreiber von Restaurants und Geschäften in Bahnhöfen und Flughäfen musste 2013 einen leichten Umsatzrückgang um fast acht Millionen auf 174Millionen Euro verkraften.

Quelle: Lebensmittel-Zeitung

Platz 9

Ikea

Die Restaurants in den 46 Ikea-Möbelhäusern konnten 2013 einen Umsatz von 180 Millionen Euro verbuchen, ein minimales Plus gegenüber 2012.

Platz 8

Subway

Die Zahl der Filialen der Sandwich-Kette ging zwar leicht um 10 auf 590 zurück im Jahr 2013. Doch der Umsatz konnte geschätzt um sieben auf 192 Millionen Euro zulegen.

Platz 7

Aral

Die Tankstellenkette erzielte im Jahr 2013 einen Umsatz von 192,2 Millionen Euro mit seinen „Petit Bistro“-Verkaufsstellen in 1096 Tankstellen: ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr.

Platz 6

Yum Restaurants

Zum Yum-Konzern gehören Kentucky Fried Chicken aber auch die Pizza-Hut-Kette. In Deutschland baute Yum die Zahl der Filialen im Jahr 2013 um 6 auf 163 aus und steigerte den Umsatz um mehr als 15 Prozent auf 233 Millionen Euro.

Platz 5

Nordsee

Die Nordsee-Fischrestaurants machten 2013 insgesamt 291,6 Millionen Euro Umsatz und stagnierte damit im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Filialen ging um zwei zurück auf 334 Restaurants.

Platz 4

Autobahn Tank & Rast

Insgesamt 393 Raststätten an Autobahnen betreibt das Unternehmen. Der Umsatz belief sich 2013 geschätzt auf 600 Millionen Euro – Stagnation im Jahresvergleich.

Platz 3

LSG Lufthansa Service

Der Caterer der Fluggesellschaft Lufthansa steigert den Umsatz um etwas mehr als drei Prozent auf 753 Millionen Euro.

Platz 2

Burger King

Die Fast-Food-Kette hat 696 Restaurants und legte 2013 geschätzt beim Umsatz um etwas mehr als fünf Prozent auf 833 Millionen Euro zu.

Platz 1

McDonald’s

Die US-Burgerkette liegt unangefochten auf Rang 1. Mit 1468 Restaurants setzte McDonald’s geschätzt 3,1 Milliarden Euro.

„Die Yi-Ko hat Urlaubsgelder und Zuschläge einbehalten, im Krankheitsfall Gehälter erst verspätet ausgezahlt“, sagte Bork. Das stimme nicht mit den Grundsätzen von Burger King überein. Offenbar gab es aber auch bei der Hygiene erneut Probleme. Die „hohen Standards“ würden nicht überall eingehalten, erklärte Bork in der „Bild“. Eine Rolle bei der Kündigung spielten auch Hinweise, dass Ex-Geschäftsführer Ergün Yildiz „sich wieder in das Tagesgeschäft eingemischt hat“, so Bork. Dabei hatte Burger King mit Yi-Ko im Mai einen Geschäftsführerwechsel vereinbart.

Yildiz hatte die Restaurants 2013 mit einem Geschäftspartner gekauft, nach seinem offiziellen Rückzug als Geschäftsführer blieb er Gesellschafter der Yi-Ko Holding.

Die 89 Burger-King-Filialen müssten jetzt zumachen, teilte die Burger King Beteiligungs GmbH auf Anfrage von Handelsblatt Online mit. Yi-Ko werde mit der Kündigung des Franchise-Vertrages dazu aufgefordert, die Restaurants zu schließen. „Wenn die Yi-Ko dieser Forderung nicht nachkommt, werden wir gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen.“

Kommentare (4)

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Herr Theo Gantenbein

19.11.2014, 11:12 Uhr

Burger King hat viel zu lange gezögert. Ich gehe da nicht mehr hin, auch wenn MC sicher keinen Deut besser ist.

Ein ehrlicher Döner ist die bessere und billigere Alternative.

Herr Mario Garcia

19.11.2014, 11:19 Uhr

Ein Döner??? Nicht mehr die Gammelfleisch-Skandale in Erinnerung?

Herr Theo Gantenbein

19.11.2014, 11:35 Uhr

Doch. Ich meinte ja auch nicht irgendeinen Döner, sondern einen "ehrlichen". Halt so einer wo Mechmet den Hammel noch persönlich kannte ;-)

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