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26.08.2014

03:38 Uhr

Burger King und Tim Hortons

Fällt Kanadas Nationalsymbol in die Hände der USA?

VonGerd Braune

Die US-Fast-Food-Kette Burger King will Tim Hortons schlucken, kanadische Schnellcafé-Kette und Symbol für das Land Kanada. Damit würde ein wahrer Gigant entstehen. Angeblich soll Warren Buffet beim Umzug helfen.

Die kanadische Schnellcafé-Kette Tim Hortons hat in Kanada 3630 Niederlassungen, in den USA 866.

Die kanadische Schnellcafé-Kette Tim Hortons hat in Kanada 3630 Niederlassungen, in den USA 866.

OttawaTim Hortons ist das, was man eine „Ikone“ nennt, ein Symbol für ein Land. Tim Hortons, die Schnellrestaurant-Kette, gehört zu Kanada wie Ahornsirup und Eishockey. Am Montag wurden die Kanadier von der Nachricht aufgeschreckt: Tim Hortons und der US-amerikanische Burger King sind in Fusionsverhandlungen. Schluckt Burger King den Tim Hortons-Kaffee samt Donuts oder stärkt sich Tim Horton´s an den Hamburgern des Burger King? Wird das Nationalsymbol Kanadas ausgerechnet von den US-Amerikanern übernommen, mit denen die Kanadier eine legendäre Rivalität pflegen?

Die Wahrscheinlichkeit, auf den Straßen kanadischer Städten und Gemeinden jemanden mit einem Tim Hortons Kaffeebecher zu sehen, grenzt an 100 Prozent. Der „Large Double-Double“, ein großer Becher Kaffee mit einer doppelten Portion Zucker und Milch, gilt als Kanadas populärster Kaffee. Die Restaurantkette hat in Kanada 3630 Niederlassungen und in den USA 866.

Tim Hortons ist so kanadisch, dass die in Afghanistan stationierten Soldaten auf dieses Stück Heimat auch im Kampf gegen die Taliban nicht verzichten wollten. Und so ließ das Unternehmen einen in ein Restaurant umgebauten Container mitsamt riesiger Mengen eingefrorenen Teigs nach Kandahar fliegen und so gab es den „Large Double-Double“ von 2006 bis 2013 auch in Afghanistan, auf der Militärbasis in Kandahar.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Auch wenn die mögliche Übernahme durch Burger King nun am Stolz der Kanadier kratzt: Es wäre nicht das erste Mal, dass Tim Hortons in amerikanischer Hand ist. Von 1995 bis in den Herbst 2006 gehörte die Kette zum US-amerikanischen Wendys-Konzern.

Seit 2006 ist Tim Hortons als selbstständiges Unternehmen an den Börsen in Toronto und New York notiert. In den Augen der Kanadier ist es ein kanadisches Unternehmen. Seinen Namen hat es von Miles Gilbert „Tim“ Horton, einem Eishockeyspieler, der 1964 in Hamilton bei Toronto seinen ersten Coffeeshop eröffnete.

Den Aufstieg des Unternehmens erlebte er aber nicht mehr mit: Horton kam 1974 bei einem Verkehrsunfall ums Leben, aber sein Namen lebt weiter. Im Dezember 2011 eröffnete Tim Hortons seine 4000. Niederlassung. Die Niederlassungen („Franchises“) beschäftigen rund 100.000 Menschen.

Laut einem Zeitungsbericht will Warren Buffett Burger King bei der Verlagerung des Firmensitzes ins steuergünstigere Ausland helfen. Der Starinvestor soll eine entscheidende Rolle bei der zu diesem Zweck geplanten Übernahme der kanadischen Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons spielen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montagabend (Ortszeit) mit Bezug auf eingeweihte Kreise. Buffetts Holding Berkshire Hathaway wird den voraussichtlich etwa 10 Milliarden Dollar (7,6 Mrd Euro) schweren Deal demnach zu 25 Prozent finanzieren. Buffett würde damit mitten in die öffentliche Debatte um US-Konzerne geraten, die vor den vergleichsweise hohen Unternehmenssteuern aus den USA fliehen.

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