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24.05.2017

15:42 Uhr

Business-Jets

Zwischen Bruchlandung und Höhenflug

VonJens Koenen

Bis heute hat sich das Geschäft mit Business-Jets in Europa nicht von der Finanzkrise im Jahr 2008 erholt. 2017 soll es endlich wieder aufwärts gehen. Doch Experten bremsen die Erwartungen in der Branche.

Die 2008 ausgebrochene Finanzkrise, ausgelöst durch den Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers, hat dem Geschäft mit Business-Flugzeugen einen tiefen Schlag versetzt. Reuters

Business-Jet

Die 2008 ausgebrochene Finanzkrise, ausgelöst durch den Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers, hat dem Geschäft mit Business-Flugzeugen einen tiefen Schlag versetzt.

FrankfurtEs ist schon fast zu einem Ritual geworden. Jedes Jahr, wenn sich in Genf die Business-Jet-Welt zur Branchenshow Ebace trifft, ist Optimismus angesagt. Man träumt von alten Zeiten und hofft, dass diese bald zurückkehren. Über 1100 neue Geschäftsflugzeuge wurden 2008 weltweit ausgeliefert. Dann kam die Finanzkrise und seitdem stagniert die Zahl bei 650 bis 750 Jets.

Doch nun, im Jahr 2017, soll alles besser werden. In Europa, einem der wichtigsten Märkte für die Branche, soll es aufwärts gehen. Auf der Ebace ist die Zuversicht allerorten zu spüren. „Wir blicken auf sechs Monate mit einem stetigen Wachstum der Verkehrszahlen zurück und diese sind die besten seit 2011“, sagt Brandon Mitchener, der Chef des Branchenverbandes European Business Aviation Association (EBAA), und fügt hinzu: „Es sind aufregende Zeiten für uns.“

Doch allzu oft wurde diese Zuversicht in der Vergangenheit enttäuscht, musste der Verband seine Prognosen nach unten revidieren. Auch in diesem Jahr warnen Experten vor zu großen Erwartungen. Für Christoph Kohler, Gründer und Managing Director beim Marktforschungsunternehmen WingX Advance, ist die Phase des anhaltend flachen Wachstums die „neue Normalität“: „Die zwölf Monate des Jahres 2016 zeigen, dass die großen Märkte für Business Aviation weiterhin auf den Aufschwung warten.“

An dieser grundsätzlichen Einschätzung ändert auch die leicht positive Entwicklung zum Jahresauftakt 2017 bislang wenig. So zeigen die Marktdaten von WingX zwar, dass die Zahl der Starts von Business-Flugzeugen in Europa zwischen Januar und April um rund drei Prozent zugelegt hat. Doch vergleicht man diesen Wert mit dem des entsprechenden Vorjahresmonats, ergibt sich ein Minus von satten 15 Prozent.

Meilen-Tipps für Vielflieger

Prämienmeilen

Es gibt Prämienmeilen und Statusmeilen. Prämienmeilen sind eine Art Währung. Damit kann man später Flüge bezahlen, oder man kann sie für Sachprämien einsetzen wie Teegläser oder eine Sporttasche. Prämienmeilen können Teilnehmer überall sammeln. In Läden, mit Zeitungsabonnements, bei Autovermietern oder in Hotelketten. Und natürlich auch beim Fliegen.

Statusmeilen

Statusmeilen dagegen gibt es nur beim Fliegen. Wer genügend Meilen zusammen hat, schafft es in den Silber-, Gold- oder Platinstatus. Bei der Lufthansa heißt der höchste Status „Hon-Circle“. Der Status verschafft in der Regel Zutritt zu Lounges, gewährt Freigepäck oder eine schnellere Abfertigung am Schalter.

Was sich bei Prämienmeilen lohnt

Beim Sammeln von Prämienmeilen lohnt es sich meist nicht, einen teuren Pullover zu kaufen, nur damit ein paar Meilen herausspringen. Günstiger ist schon ein Zeitungsabonnement. Da können ein paar Hundert Euro den Programmteilnehmer rasch einem Businessclass-Flug näher bringen.

Was sich bei Statusmeilen lohnt

Vielen Fluggästen kommt es vor allem auf Statusmeilen an. Hier raten Profis zum Beispiel, einen Fernflug ab Mailand oder Amsterdam zu planen. Das senkt die Kosten und erhöht häufig die Meilenzahl. Oft bieten Airlines in Aktionen für einen Flug die mehrfachen Meilen. Auf solche Angebote machen spezielle Newsletter aufmerksam. Vorsicht bei der Buchungsklasse P der Lufthansa. Sie gehört zur Businessclass, bietet aber weniger Meilen als der teuerste Economy-Flug.

Gut zu wissen

„Die günstigste Art, Meilen einzulösen, ist fast immer ein Prämienflug in der Business- oder First Class“, sagt Wolfgang Riegert vom Reiseportal „Vornesitzen.de“. Der Gegenwert für eine eingelöste Meile kann locker bis zu vier Cent betragen. Economyclass-Flüge als Prämie lohnen sich selten. Die Gebühren der Prämienflüge sind so hoch, dass es oft günstigere Flüge auf dem freien Markt gibt. Die Gebühren mit Meilen zu bezahlen ist ebenfalls zu teuer. Upgrades in die Businessclass sind nicht von allen Economy-Buchungsklassen aus möglich; umbuchen kann teuer werden. Wesentlich mehr machen Sammler aus ihren Meilen, wenn sie Schnäppchenflüge nutzen.

Das kann zwar durchaus temporäre Gründe haben und ist kaum auf das Gesamtjahr hochzurechnen. Doch Kohler prognostiziert für das laufende Jahr vorerst lieber nur eine „moderate Verbesserung in der bisher lang dauernden Rezession“.

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