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15.06.2012

16:09 Uhr

Carrefour

Supermarktkette flieht aus Griechenland

VonTobias Döring

Europas größter Einzelhändler zieht vor der Wahl die Reißleine und verlässt Griechenland. Der Konsum dort geht massiv zurück. Nach Carrefour könnten weitere Konzerne folgen.

Der französische Einzelhändler Carrefour zieht in Griechenland die Reißleine. AFP

Der französische Einzelhändler Carrefour zieht in Griechenland die Reißleine.

Düsseldorf/AthenZwei Tage vor der Wahl in Griechenland bekommen nicht nur europäische Politiker weiche Knie. Unternehmen aus dem europäischen Ausland, die in Griechenland Geschäfte betreiben, bereiten sich auf die Wahl vor. Diese könnte einen Sieg der radikalen Parteien mit sich bringen – der Austritt aus der Euro-Zone wäre dann nicht unwahrscheinlich.

Carrefour hat heute den Rückzug aus Griechenland angetreten. Der größte europäische Einzelhändler verkauft seinen Anteil am griechischen Joint-Venture komplett an den Partner Marinopoulus. Offiziell begründen die Franzosen den Verkauf mit den „Herausforderungen in Griechenlands derzeit vorherrschendem Wirtschaftsumfeld“.

Doch mit der Entscheidung zieht der neue Chef Georges Plassat in Wahrheit die Reißleine vor den Schicksalswahlen. Die Franzosen werden die Supermarktkette aber weiterhin beliefern. Der Carrefour-Aktie bekam der Rückzug aus Griechenland gut. Das Papier stieg um mehr als 4,7 Prozent.

Carrefour Marinopoulus betreibt 41 Großmärkte, 287 Supermärkte und 479 Läden. 2,2 Milliarden Euro trug das Geschäft in Griechenland im vergangenen Jahr zu den Gesamterlösen bei. Im ersten Quartal brachen die Carrefour-Umsätze dort aber um 16 Prozent ein. Carrefour ist kein Einzelfall, der Konsum im ganzen Land geht massiv zurück. Die Einzelhandelsumsätze lagen nach den letzten Zahlen der Statistikbehörde Elstat im März 2012 um 15,1 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Carrefour-Chef Plassat hat Angst, dass die sich der Trend nach der Wahl weiter verstärkt. Dafür nimmt er auch eine Abschreibung von 220 Millionen Euro in Kauf. Bei einem Euro-Ausstieg und der Rückkehr der Drachme würde der Konsum wohl noch stärker einbrechen. Im Lebensmittel-Einzelhandel betrug der Rückgang im März 11,4 Prozent, die Warenhäuser verzeichneten ein Minus von 19,9 Prozent.

Kommentare (12)

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Revisor

15.06.2012, 17:21 Uhr

ja ja..... da wird viel erzählt, wieso die Griechenland verlassen... Man kann auch externe Gründe vorschützen, wieso die Wachstumsstrategien von gerade Carrefour nicht aufgingen.

Einst haben die auch den Rückzug aus Deutschland angetreten (Carrefour in Mainz) und Walmart hatte auch seine Gründe, dem deutschen Markt den Rücken zu kehren!

Account gelöscht!

15.06.2012, 17:54 Uhr

Carrefour hat eine unschlagbare Backwarenabteilung. Auch in manchen Laendern Asiens machte man leider den Platz frei fuer andere auslaendische Anbieter. Da hatte man Glueck wenn die Backwarenabteilung uebernommen wurde. Ein ordentliches Baguette oder Weissbrot ist durch englisches oder amerikanisches Brot kaum zu ersetzen. Zum Einkauf extra nach Vietnam zu fliegen, lohnt sich leider nicht. Dank der Franzosen wird dort Baguette an jeder Strassenecke angeboten. Ein grossartiges Angebot wenn man nicht auf Hygiene besteht ;-)

sofiluja

15.06.2012, 19:05 Uhr

Was ist mit dem Handelsblatt los ?
Eure Artikel werden immer skurriler .
Carrefour : die sind auch vor Jahren aus Spanien raus, und Jahre spater wieder rein.
Wenn die ihren vorgeschrieben Gewinn nicht machen , gehen sie einfach .
Dem Leser aber wieder irgendein Szeanrium aufzutischen, ist ein nO gO-

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