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11.12.2016

17:55 Uhr

Casper, Bett1, Bruno

Start-ups mischen den Matratzenmarkt auf

Kein lästiges Probeliegen, keine Riesenauswahl. Und geliefert wird sie auch noch kostenlos. Immer mehr Start-ups mischen den Markt mit Matratzen aus dem Internet auf. Wie groß ist die Konkurrenz für den Handel?

Immer mehr Start-ups mischen den Markt mit Matratzen aus dem Internet auf. Sängerin Lena Meyer-Landrut ist das neue Gesicht des Start-ups Emma Matratzen. obs Emma Matratzen GmbH Hannes Keller

Prominentes Werbegesicht

Immer mehr Start-ups mischen den Markt mit Matratzen aus dem Internet auf. Sängerin Lena Meyer-Landrut ist das neue Gesicht des Start-ups Emma Matratzen.

BerlinFür ein neues Leben braucht es nicht viel: eine Matratze, mehr nicht. So zumindest ist das Versprechen jener Start-ups, die seit einiger Zeit vornehmlich in Berlin gegründet werden. Sie heißen Bruno oder Emma, Muun oder Eve – und orientieren sich vielfach an einem amerikanischen Vorbild. Casper ging 2014 in den USA an den Start und hat seitdem eigenen Angaben zufolge 100.000 Matratzen verkauft. Allein im Sommer vergangenen Jahres sackte das Start-up 55 Millionen US-Dollar von Investoren ein.

Ein anderes Vorbild scheint Bett1.de zu sein. Das Unternehmen aus Hamburg vertreibt seine Universalmatratze Bodyguard nur online. 2015 bekam das Modell von der „Stiftung Warentest“ „die beste je von uns für eine Matratze vergebene Note: 1,8.“

Was zu einem gesunden Schlaf beiträgt

Matratzentypen

Matratzentypen Kaltschaum, Latex oder Federkern - jedes Material hat seine Stärken und Schwächen, analysieren die Experten der Stiftung Warentest in ihrem jüngsten Matratzentest. So würden Latex und Kaltschaum besser isolieren, also warm halten. Aus den luftigen Federkernmatratzen könne Feuchtigkeit besser entweichen.

Schlaftypen

Dass auf einer Matratze alle Schlaftypen in jeder Position gut schlafen können, komme selten vor, sagen die Experten von der Stiftung Warentest. Wie gut man auf einer Matratze liegt, hängt nicht nur davon ab, ob man lieber auf der Seite oder auf dem Rücken schlafe, sondern auch von der Körpergröße und der Verteilung des Gewichts.

Lattenroste

Viele Hersteller werben mit Systemen, bei denen die Matratze erst mit dem passenden Lattenrost zum optimalen Schlafergebnis führe. Laut Stiftung Warentest ist der Lattenrost für den Schlafkomfort hingegen zweitrangig.

„Du lebst, wie du schläfst“, schreibt Casper. Bruno verspricht „einen unvergleichlichen Schlaf“. Emma appelliert: „Träume glücklicher.“ Und das Londoner Unternehmen Eve stellt fest: „Jeder großartige Tag beginnt in der Nacht zuvor.“ Das Versprechen: ein besseres Leben; die Voraussetzung: eine der neuen Einheitsmatratzen. „Das Marketing beherrschen alle Anbieter“, schreibt „Stiftung Warentest“.

Versucht man, sich einen Überblick über die neuen Matratzen-Macher zu verschaffen, verschwimmen die Anbieter schnell. Nicht nur ihre Homepages ähneln sich, auch die Angebote sind fast identisch: Meist gibt es ein „One fits all“-Modell mit nur einem Härtegrad, auf dem jeder bequem liegen können soll. Die Käufer kriegen ihre Matratze frei Haus geliefert, können bis zu 100 Tage probeschlafen und gegebenenfalls kostenlos zurücksenden.

Matratzenindustrie: Alarm im Schlummerland

Matratzenindustrie

Premium Alarm im Schlummerland

Bis vor kurzem galten Matratzen als schnarchiges Geschäft. Doch nun ist die Branche aufgewacht, etliche Start-ups drängen auf den Markt – mit Einheitsmatratzen, die online vertrieben werden. Können sie sich durchsetzen?

Alle Anbieter geben an, ihr Produkt selbst entwickelt zu haben. Auf das „Made in Germany“ legen sie besonderen wert. Eve kommt aus London. In Großbritannien müssen Polstermöbel laut „Stiftung Warentest“ einen Entzündungstest bestehen. Folglich fanden die Tester Flammschutzmittel – das gilt allerdings als krebserregend. Mittlerweile hat das Unternehmen umgeschwenkt und gibt an, die Produkte seien schadstofffrei.

Die Preise für eine zweimal 1,40 Meter große Matratze liegen in der Regel zwischen 550 und 600 Euro. Die „Bodyguard“ ist mit 329 Euro deutlich günstiger. Viele Anbieter haben mittlerweile auch Bettbezug, Kissen und Decken im Angebot. Einige auch Boxspringbetten. Unterschiede? Kaum bemerkbar.

Kommentare (6)

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Herr Peter Dirnberger

12.12.2016, 08:15 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Herr Tom Schmidt

12.12.2016, 08:25 Uhr

Super! Ich gründe jetzt einen Start-Up-Autohandel, der es den Kunden ermöglicht auf eine Probefahrt zu verzichten! Tolle Idee!

Genau, sperriges lässt man sich liefern, ich denke das bekommt man mit jedem Geschäft hin. Der Online-Handel gibt mir dann oft ein 3 monatiges Rückgaberecht --- man muss nur die Matratze wieder verpacken und zurückschicken... sehr bequem! Die Verpackung inzwischen aufbewahren, dann die Spedition beauftragen... alles sehr bequem!

Herr Tom Schmidt

12.12.2016, 08:45 Uhr

Noch eine Bemerkung (da wir uns vor Kurzem Matratzen gekauft haben und auch zuvor die Stiftung Warentest Artikel ausgiebig gelesen haben):

die Stiftung Warentest lässt unterschiedliche Personentypen von (kleiner leichter Frau bis hin zu richtigem FeXXsXXX auf eine Matratze probeliegen... Dann wird gemittelt...

Besonders vor dem Hintergrund, dass eine kleine leichte Frau praktisch auf allen Matratzen gut liegt, ist das Ranking dann doch sehr fraglich. Ganz ehrlich, auf meiner alten Matratze (ich achtete darauf nie) habe ich mir halb das Kreuz verbogen... bis ich richtige Verspannungen hatte...

Mein Tipp: mehrere Matratzen ausprobieren und auch nie alleine kaufen gehen, mit einem Handy kann man auch einfach Photos machen und dann selbst sehen, ob man gerade liegt...

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