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12.01.2006

12:06 Uhr

Chance für Ernährungsindustrie

Lebensmittel-Exporte steigen

VonIngo Reich

Angesichts der Exporterfolge der deutschen Ernährungsindustrie hat Jürgen Abraham, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), eine stärkere Unterstützung aus den Marketingmitteln der deutschen Agrarwirtschaft angefordert.

BERLIN. „Die Centrale Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) sollte ihre Ausgaben für die Exportförderung weiter erhöhen“, sagte Abraham dem Handelsblatt am Rande der Auftaktpressekonferenz zur Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Die Marketing-Anstrengungen zur Absatzförderung im Inland seien ausgereizt, so Abraham. „Durch die CMA-Aktivitäten wird hier zu Lande kein Liter Milch und kein Stück Fleisch zusätzlich verkauft“, kritisierte Abraham. Im Export lägen hingegen auch in Zukunft die Chancen für die Ernährungsindustrie.

Die CMA, die ihren jährlichen Haushalt von 100 Mill.Euro hauptsächlich aus einer Abgabe landwirtschaftlicher Betriebe finanziert, widersprach hingegen den Begehrlichkeiten aus der Industrie. „Die Exportförderung gehört bei uns zum Tagesgeschäft. Sie wurde in den letzten Jahren bereits deutlich erhöht“, konterte CMA-Geschäftsführer Jörn Dwehus auf Anfrage die Forderungen aus der Industrie. Von dem Gesamtbudget der CMA würden bereits 30 Mill. Euro für diesen Zweck bereitgestellt.

Die deutsche Ernährungsindustrie hat nach Berechnungen des Branchenverbandes BVE ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 3,3 Prozent auf 134,5 Mrd. Euro gesteigert. Den größten Anteil daran hatte der Export, der 2005 um 7,2 Prozent gegenüber Vorjahr auf fast 30 Mrd. Euro anstieg. Schwieriger gestaltete sich hingegen die Marktentwicklung im Inland. „Zwar zeichnete sich eine leichte Konjunkturerholung ab, doch das Umsatzwachstum im Inland blieb mit 2,2 Prozent eher bescheiden“, sagte Abraham in Berlin. Von Sondereeffekten wie der Fußballweltmeisterschaft oder vorgezogenen Käufen wegen der Mehrwertsteuererhöhung ab dem Jahr 2007 könne die Branche kaum profitieren, sagte Abraham. Die BVE rechnet deshalb mit einem Zuwachs des Gesamtumsatzes von lediglich zwei Prozent für 2006.

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