Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.01.2007

11:55 Uhr

Chancen für eine Trendwende

Italien erwartet Angebote für Alitalia bis Ende Januar

VonKatharina Kort

Für die angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia beginnt das Jahr mit der Entscheidung über den zukünftigen Eigentümer. Bis zum 29. Januar haben Interessenten Zeit, ihre Angebote für die Airline vorzulegen. Danach entscheidet die Regierung in Rom, wer den Zuschlag erhält. In Italien gilt ein Zusammenschluss heimischer Investoren als wahrscheinlichste Lösung. Doch auch andere Airlines oder Private-Equity-Fonds könnten ein Angebot einreichen.

Alitalia-Maschine: Der italienische Staat hat angekündigt, seine Anteile an der Fluglinie zu verkaufen.

Alitalia-Maschine: Der italienische Staat hat angekündigt, seine Anteile an der Fluglinie zu verkaufen.

MAILAND. Alitalia fliegt seit Jahren in der Krise. Seit 2002 hat das Unternehmen keinen Gewinn mehr gemacht, in diesem Jahr rechnet die italienische Regierung mit einem Verlust von 300 Mill. Euro. Nach mehreren Management-Wechseln hat es auch der seit mehr als zwei Jahren amtierende Giancarlo Cimoli nicht geschafft, das Ruder herumzureißen. Vor allem die Konkurrenz der Billigflieger, hohe Ölpreise und hohe Lohnkosten machen Alitalia zu schaffen.

Vor etwas mehr als einem Jahr hat die Fluggesellschaft nur dank einer Finanzspritze in Form einer Kapitalerhöhung von einer Mrd. Euro überlebt. Doch auch dieses Geld könnte in wenigen Monaten aufgebraucht sein. Angesichts der katastrophalen Lage hat die italienische Regierung, die noch 49,9 Prozent der Aktien hält, Anfang Dezember überraschend den Komplettverkauf der Airline angekündigt. Offiziell bieten Interessenten zwar nur für 30,1 Prozent der Alitalia-Aktien. Doch damit sind sie nach italienischem Recht gezwungen, auch für die restlichen Aktien ein Angebot vorzulegen.

„Alitalia hat viel Potenzial“, sagte Fabrizio Spagna, Managing Director von Axia Financial Research gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Die Trendwende bei Alitalia ist zu schaffen, wenn ein Arbeitsplatz-Abbau erlaubt ist“, ist Spagna überzeugt.

Die detaillierte Ausschreibung hat Italiens Regierung am 29. Dezember veröffentlicht. Bis zum 29. Januar müssen die Angebote bei der begleitenden Investmentbank Merrill Lynch eingehen. Dabei hat die Regierung die Frage möglicher Entlassungen äußerst vage gelassen und spricht nur davon, dass der „Level an Beschäftigten“ in Betracht gezogen werde. Als Käufer wäre auch ein Konsortium von Investoren willkommen.

Die Italiener würden sich eine italienische Lösung wünschen – dass sich also eine Gruppe italienischer Unternehmer zusammenschließt und ein gemeinsames Angebot für Alitalia vorlegt. Italienische Industrielle wie Carlo Toto von der Fluggesellschaft Air One, der Industrielle Carlo de Benedetti, und der Gründer und Chef des Edel-Schuh-Unternehmens Tod’s, Diego della Valle, gelten als potenzielle Käufer.

Auch der Name des Investors Karim Aga Khan, dem bereits die Fluggesellschaft Meridiana gehört, macht die Runde. Meridiana hat sich allerdings erst kürzlich mit knapp 30 Prozent am Konkurrenten Eurofly beteiligt. „Der Kauf von Eurofly scheint uns nicht wirklich rational, wenn das Ziel Alitalia ist“, sagen die Analysten von Euromobiliare.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×