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11.12.2015

18:57 Uhr

Chanel, Versace, Hermès

Deutschland im Luxusfieber

VonGeorg Weishaupt

Immer mehr hochpreisige Modemarken eröffnen Läden in Deutschland – mehr als in Frankreich und Großbritannien. Chanel und Co. werden durch stabile Einkommen und die vielen Touristen angelockt. Doch der Platz wird knapp.

Fast im Wochentakt eröffnen neue Läden. Imago

Düsseldorfer Königsallee

Fast im Wochentakt eröffnen neue Läden.

DüsseldorfAuf der Düsseldorfer Königsallee eröffnen neue Luxusläden fast im Wochentakt: Auf Hermès folgten Versace, Dior und Brunello Cucinelli. Und jetzt stehen die Eröffnungen eines großen Stores von Chanel und die erste Deutschland-Boutique des US-Schmucklabels Harry Winston kurz bevor.

Wie in Düsseldorf erleben auch Hamburg, Berlin, Frankfurt und München einen Boom bei hochpreisigen Marken. „Die Nachfrage aus der Luxusbranche hat in Deutschland in den letzten drei Jahren enorm angezogen“, bestätigt Frank Emmerich, Senior Director Retail beim amerikanischen Immobilienkonzern CBRE.

Hier kaufen die Deutschen ihre Bekleidung ein

Platz 10

New Yorker: 12,9 Prozent.

Quelle: West-Ost-Markenstudie 2015, MDR-Werbung und IMK

Platz 9

Esprit: 15,6 Prozent.

Platz 8

Karstadt: 15,7 Prozent.

Platz 7

Kik: 16,3 Prozent.

Platz 6

S.Oliver: 16,6 Prozent.

Platz 5

Ernsting's Family: 17 Prozent.

Platz 4

Peek & Cloppenburg: 18,4 Prozent.

Platz 3

Galeria Kaufhof: 21,7 Prozent.

Platz 2

Hennes & Mauritz (H&M): 25 Prozent.

Platz 1

C&A: 43,9 Prozent.

Deutschland ist in diesem Jahr sogar das begehrteste Land in Europa. So haben bei einer Umfrage von CBRE, die dem Handelsblatt vorab vorliegt, 46 Prozent aller befragten Luxus- und Premium-Einzelhändler Deutschland als wichtigstes Expansionsziel genannt. Damit lag Deutschland noch vor Frankreich (38 Prozent) und Großbritannien (31 Prozent).

Marken von Armani bis Gucci locken vor allem eines in die großen deutschen Städte: Das stabile Einkommensniveau und die starke Binnenkonjunktur. Das verspricht dauerhaft ausreichend Kunden, die Geld übrig haben, um sich etwas Außergewöhnliches zu leisten.

Aber nicht nur das lässt die Luxusbranche hier Millionensummen investieren. Immer mehr Touristen aus Asien und den arabischen Staaten kommen nach Deutschland zum Shoppen. Nach Hamburg kommen viele Touristen aus Skandinavien, nach München aus Italien und arabischen Ländern und nach Frankfurt aus angelsächsischen Ländern und Asien.

Sie nutzen ihren Europa-Besichtigungs-Trip für Einkäufe. Viele Besucher aus arabischen Staaten quartieren sich gleich für mehrere Wochen oder sogar Monate ein, um sich in Kliniken wieder fit machen zu lassen - und lassen nebenbei tausende Euros in der Münchener Maximilian- oder an der Düsseldorfer Königsallee.

Kommentare (1)

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Peter Stein

11.12.2015, 19:13 Uhr

Klar sind einige Deutsche im Luxusfieber. Früher nannte man sie Kriegsgwinnler.

Also: Glückwunsch an alle Zeltvermieter, Containerbauer, Cateringfirmen und Sozialarbeiter.
Und:
Mein Beileid an die Bürger welche die Zeche zahlen müssen.

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