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14.06.2012

16:16 Uhr

Chaos bei Metro

Media-Saturn-Finanzchef gibt Amt wieder auf

Der Elektronikhändler verliert den zweiten Finanzchef innerhalb von zwei Monaten: Der kommissarische Vorstand Georg Mehring-Schlegel hat seinen Job wieder aufgegeben. Metro sucht nach einem Nachfolger.

Media-Saturn hat derzeit einen hohen Verschleiß an Finanzchefs. dapd

Media-Saturn hat derzeit einen hohen Verschleiß an Finanzchefs.

IngolstadtIm Machtkampf um Deutschlands größten Elektronikhändler Media-Saturn hat jetzt der zweite Finanzvorstand innerhalb von zwei Monaten das Handtuch geworfen. Der Hauptanteilseigner Metro bestätigte am Donnerstag, dass der soeben erst kommissarisch eingesetzte Finanzchef Georg Mehring-Schlegel seinen Platz schon wieder geräumt hat. Vorgänger Rolf Hagemann war im April überraschend gegangen.

Der „Lebensmittelzeitung“ zufolge hat Minderheitseigner Erich Kellerhals den Metro-Manager für Hagemanns Abgang verantwortlich gemacht und verbucht dessen Rückzug jetzt als Sieg. Die Metro hatte Kellerhals' Vetorechte bei Media-Saturn mit der Gründung eines Beirats aushebeln wollen, war aber vor dem Landgericht Ingolstadt unterlegen. Am kommenden Donnerstag verhandelt das Oberlandesgericht München im Berufungsprozess über den Eigentümerstreit.

Ein Metro-Sprecher sagte, Mehring-Schlegel werde „sich nun wieder voll auf seine Aufgabe als Beauftragter des Metro-Vorstands für alle Media-Saturn betreffenden Angelegenheiten konzentrieren“. Die Suche nach einem neuen Finanzvorstand für Media-Saturn gehe weiter. Kellerhals' Sprecher wollte sich nicht äußern.

Media-Markt-Gründer Kellerhals hält rund 22 Prozent an Media-Saturn, hat aber bei wichtigen Entscheidungen ein Vetorecht. Die Metro hat ihm vorgeworfen, wichtige Weichenstellungen wie eine Internet-Plattform der Elektronikketten verzögert zu haben. Media-Saturn hat im vergangenen Jahr Umsatz eingebüßt, der Gewinn stagnierte. Für negative Schlagzeilen sorgte zudem der Schmiergeldvorwurf gegen den ehemaligen Media-Markt-Deutschlandchef, der seit einer Woche in Augsburg vor Gericht steht.

Von

dpa

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