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02.09.2013

11:06 Uhr

Chaos in Mainz

Bahn-Stellwerksmitarbeiter chronisch überlastet

Im Schnitt 120 Überstunden pro Person: Der Personalmangel am Mainzer Hauptbahnhof hat anscheinend System. Die Stellwerk-Mitarbeiter haben regelmäßig zu viel gearbeitet. Bahn-Chef Grube muss sich erklären.

Blick auf das Stellwerk am Mainzer Hauptbahnhof: Die Stellwerk-Mitarbeiter der Bahn haben im Schnitt noch 28 Resturlaubstage. dpa

Blick auf das Stellwerk am Mainzer Hauptbahnhof: Die Stellwerk-Mitarbeiter der Bahn haben im Schnitt noch 28 Resturlaubstage.

MainzDie 18 Mitarbeiter im Stellwerk des Mainzer Hauptbahnhofs haben pro Person im Schnitt 120 Überstunden angehäuft und noch 28 Tage Resturlaub. Das geht aus einem Bericht des Bundesverkehrsministeriums hervor, wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Montag berichtet. Der Bericht sei für eine Sondersitzung des Bundestags-Verkehrsausschusses an diesem Montag angefertigt worden, an der auch Bahn-Chef Rüdiger Grube und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) teilnehmen sollen. Auch die Vorsitzenden der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL), Alexander Kirchner und Claus Weselsky, nehmen an der Sitzung teil.

Fakten zur Deutschen Bahn

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatz von 19,4 Milliarden Euro (19,5 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2012 auf einen Umsatz von 39,30 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 eine Milliarde Euro (1,3 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 554 Millionen Euro (Vorjahr: 783 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Ende Juni 2013 hatte der Staatskonzern etwa 295.700 Mitarbeiter, fast drei Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2012.
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 991 Millionen (Vorjahr: 981 Millionen). Davon waren 62,5 Millionen im Fernverkehr unterwegs.

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 196,7 Millionen Tonnen (ein Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter leicht geschrumpft. Es hat noch einen Länge von 33.492 Kilometer, 13 Kilometer weniger als Ende 2012.

Weil fünf Mitarbeiter krank und drei im Urlaub waren, hatte es im August Zugausfälle und erhebliche Einschränkungen im Regional- und Fernverkehr rund um Mainz gegeben. Fernverkehrszüge wie ICE waren in den vergangenen Wochen teils umgeleitet worden und hielten an anderen Bahnhöfen. Es kam zu zahlreichen Verspätungen.

Seit dem Wochenende läuft der Verkehr wieder normal. Doch um das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof hatte es bundesweit erheblichen Wirbel gegeben. Fahrgastverbände und Politiker warfen der Deutschen Bahn Managementfehler und erhebliche Versäumnisse bei der Personalplanung vor. Die Bahn kündigte spezielle Entschädigungen für Pendler an.

Von

afp

Kommentare (2)

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Phil

02.09.2013, 12:39 Uhr

Personalausbeutung auch bei der Bahn?
Gefahr für die Reisenden durch Überlastung der Mitarbeiter?
Wer trägt die Verantwortung?

sowat

02.09.2013, 13:48 Uhr

...der Steuerzahler?!

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