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30.08.2013

12:05 Uhr

Chaos in Mainz

Deutsche Bahn will Stammkunden entschädigen

Nach dem Mainzer Chaos will die Bahn ihre Stammfahrer mit Gutscheinen gnädig stimmen. Zudem stellt sich der Konzern wieder auf den Normal-Fahrplan ein. Für den Bundesverkehrsausschuss ist das Thema aber nicht durch.

Züge der Deutschen Bahn am Mainzer Hauptbahnhof. Der Großkonzern plant, nach chaotischen Wochen im August wieder zum Normal-Fahrplan zurückzukehren. Reuters

Züge der Deutschen Bahn am Mainzer Hauptbahnhof. Der Großkonzern plant, nach chaotischen Wochen im August wieder zum Normal-Fahrplan zurückzukehren.

BerlinDie Deutsche Bahn entschädigt Stammkunden für die wochenlangen Zugausfälle in Mainz und will ab Freitagabend wieder zum Normal-Fahrplan zurückkehren. Besitzer von Jahres-, Monats- und Wochenkarten im Raum Mainz sollen Reisegutscheine und Bankgutschriften von bis zu 50 Euro erhalten, kündigte der Konzern am Freitag in Berlin an. Mit dem Angebot einer freiwilligen Kulanzleistung wolle man den Stammkunden Gutes tun und verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückgewinnen, sagte Bahn-Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg. Bahnchef Rüdiger Grube hatte sich bereits ebenfalls für die Ausfälle wegen Personalmangels im Mainzer Stellwerk entschuldigt und gesagt, er ärgere sich „tierisch“ darüber. Am Montag tagt zum Thema der Bundestags-Verkehrsausschuss in einer Sondersitzung, zu der auch Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erwartet wird.

Der Zugverkehr in Mainz musste Anfang August eingeschränkt werden, da wegen Krankheitsfällen und der Urlaubszeit im Stellwerk nicht mehr alle Schichten ausreichend besetzt werden konnten. Hintergrund der Personalknappheit sind auch Überalterung und Nachwuchsmangel. Das Durchschnittsalter in der Bahn-Netzsparte liegt bei 47 Jahren und damit noch über dem Konzerndurchschnitt.

Fakten zur Deutschen Bahn

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatz von 19,4 Milliarden Euro (19,5 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2012 auf einen Umsatz von 39,30 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 eine Milliarde Euro (1,3 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 554 Millionen Euro (Vorjahr: 783 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Ende Juni 2013 hatte der Staatskonzern etwa 295.700 Mitarbeiter, fast drei Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2012.
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 991 Millionen (Vorjahr: 981 Millionen). Davon waren 62,5 Millionen im Fernverkehr unterwegs.

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 196,7 Millionen Tonnen (ein Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter leicht geschrumpft. Es hat noch einen Länge von 33.492 Kilometer, 13 Kilometer weniger als Ende 2012.

Im Vorfeld des geplanten Börsengang wurden über Jahre gerade in diesem Bereich jährlich Tausende Stellen abgebaut. Zugleich wurden allerdings die Stellwerke wegen verzögerter Investitionen langsamer als zunächst vorgesehen durch moderne vollelektronische ersetzt, was zu einer Personalentlastung geführt hätte. Bahnchef Grube nannte in der Mitarbeiterzeitung „DB Welt“ dies auch als Grund für die Probleme in Mainz. Es sei nicht wie geplant modernisiert worden, Stellen seien aber trotzdem weggefallen.

Von

rtr

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