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11.12.2012

15:06 Uhr

Chartergeschäft

Mit dem Hubschrauber rasch zum Kunden

VonMarkus Fasse

Der Bedarf an schnellem Lufttransport wächst. Davon profitieren Anbieter wie die Münchener Helitravel. Allerdings ist Deutschland im Vergleich zu den USA oder Brasilien immer noch ein Entwicklungsland für Drehflügler.

Der Inhaber des Sportartikelherstellers Trigema, Wolfgang Grupp, gönnt sich schon lange einen firmeneigenen Hubschrauber. dapd

Der Inhaber des Sportartikelherstellers Trigema, Wolfgang Grupp, gönnt sich schon lange einen firmeneigenen Hubschrauber.

MünchenWolfgang Grupp kommt aus dem Nichts. Wenn es über einer Filiale knattert, dann ist es schon zu spät für kosmetische Operationen. Wer jetzt seine Hemden nicht gefaltet, die Ständer nicht sortiert und den Boden noch nicht geschrubbt hat, der bekommt es mit dem eingeschwebten Trigema-Chef persönlich zu tun. Der Hubschrauber mit Firmenemblem ist Teil der Inszenierung des Textilmagnaten aus Burladingen: Ich sehe nicht nur alles - ich bin auch ganz schnell da, lautet seine Botschaft.

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Grupp ist die Ausnahme. Bislang lassen sich deutsche Chefs eher selten mit dem Helikopter durch die Lande fliegen. "Hubschrauberfliegen ist in Deutschland stigmatisiert", sagt Hans Jürgen Ostler, Eigentümer des Münchener Charterunternehmens Helitravel. Denn immer noch hängt an dem Hubschrauber fliegenden Manager der Dünkel der abgehobenen Führungskraft. Dabei wächst der Bedarf an schnellem Lufttransport und damit auch die Flotte von Helitravel. 17 Hubschrauber und eine Handvoll Business-Jets hat Ostler im Einsatz. Mindestens drei weitere Maschinen will der Unternehmer im kommenden Jahr dazukaufen. Immer mehr Menschen haben es immer eiliger.

Ob Show-Stars, Fußballer, Vorstände, reiche Russen oder betuchte Araber - Helitravel fliegt sie alle. 1 000 Euro kostet die Flugstunde für den kleinen Viersitzer, 3 500 Euro der Neunsitzer im "Mercedes-Benz-Style" mit Klimaanlage und Satellitentelefon. Treibstoff und Piloten sind inklusive. "Unsere schnellsten Maschinen sind von München aus in einer Stunde in Frankfurt", sagt Ostler. Oder in den Bergen. Immer öfter fliegt Helitravel betuchte Russen vom Münchener Flughafen in die noblen Ski-Resorts Kitzbühel und St. Moritz. Andere wollen etwas weiter südlich in Italien ihren neuen Ferrari abholen. Manchmal muss auch nur ein Popstar nach einem Konzert aus dem Olympiastadion zum Flughafen gebracht werden, damit der Star am nächsten Morgen zu Hause frühstücken kann.

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In einen solchen Ruch geraten angestellte Führungskräfte nur ungern. Dabei kann es sich für die Firma durchaus lohnen, wenn ein Vorstand den Helikopter nach Frankfurt nimmt, um einen Flieger rechtzeitig zu bekommen. Und so lebt Helitravel auch davon, dass Siemens und BMW demonstrativ keine eigene Hubschrauberflotten unterhalten oder dass Daimler sie kürzlich abgeschafft hat. Lieber kaufen die Konzerne Kontingente bei Charterunternehmen, um per Anruf mal schnell einen Heli bestellen zu können. Das wiederum können sich Bosch und Brose nicht erlauben: Beide Zulieferkonzerne haben eigene Helikopter. Sie müssen sehr schnell Personal und Material in die Autowerke fliegen, wenn der Kunde ein Problem am Band meldet.

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Und so nimmt die Zahl der Hubschrauber in Deutschland kontinuierlich zu. 773 Helikopter sind in Deutschland registriert, inklusive desjenigen von Unternehmer Grupp, der für seinen eine gläserne Garage gebaut hat. Im Vergleich zu den USA und dem Heli-Boom in Brasilien ist Deutschland dennoch ein Entwicklungsland für Drehflügler. Alleine in São Paulo sind jeden Tag 600 von ihnen für den Berufsverkehr im Einsatz.

Doch das wahre Wachstum für den Hubschraubertransport wird in China erwartet. 2015 will die Regierung den Luftraum für private Helikopterbetreiber öffnen. "Ich strecke meine Fühler dort schon einmal aus", sagt Helitravel-Chef Ostler.

Kommentare (4)

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Nachwuchs

11.12.2012, 19:10 Uhr

Warum haben unsere Manager noch nie etwas vom Telefon, Internet bzw. Videokonferenzen gehört? Boni greifen sie für ihr vorsätzlichen Versagen in unerhörte Höhe ab und wollen nur noch die Umwelt schädigen. Den Preis zahlen dafür die Menschen. Wieso auch immer Übernachtungen im 7 Sterne-Hotels, Sternen nur mit 7 Gängen von min. 10 Sterneköchen und Reisen in Luxusklassen?

endschi

12.12.2012, 16:39 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Nachwuchs

12.12.2012, 17:04 Uhr

Was hat Bezahlung mit Leistung und Können zu tun? Sehen Sie nur die Banker und die Experten bei Bauten vom Staat. Sie brauchen nur die Qualität der Experten beim BER zu sehen. Seit wann ist ein Flugzeug schneller als ein Telefonat? Hr. Grupp ist leider eine Ausnahme!!!

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