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24.06.2013

06:40 Uhr

Chef des Berliner Flughafens

Mehdorn fordert Reform des Baurechts

ExklusivDer Chef des im Bau befindlichen Flughafens BER, Hartmut Mehdorn, hält das deutsche Baurecht für zu anfällig für Gerichtsprozesse. Dass der Berliner Flughafen später eröffnet wird, habe allerdings andere Gründe.

„Planfeststellungsverfahren müssten beschleunigt werden“: Harmut Mehdorn, Chef der Berliner Flughafens BER. dpa

„Planfeststellungsverfahren müssten beschleunigt werden“: Harmut Mehdorn, Chef der Berliner Flughafens BER.

Düsseldorf Hartmut Mehdorn ist sich „ganz sicher, dass wir in Deutschland auch künftig Großprojekte realisieren können – technisch und politisch, wenn wir uns kein X für ein U vormachen.“
Der Chef des Berliner Flughafens BER schreibt in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt, das deutsche Baurecht sei renovierungsbedürftig. „Planfeststellungsverfahren müssten beschleunigt werden und die dafür geltenden Gesetze so klar und eindeutig sein, dass viele Gerichtsprozesse von vornherein vermieden werden.“

Die Schlüsselfiguren des Flughafenbaus

Rainer Schwarz

Der ehemalige Sprecher der Flughafen-Geschäftsführung war monatelang unter Beschuss. Er soll den Aufsichtsrat zu spät und unvollständig über die Riesenprobleme mit der Gebäudetechnik informiert haben. Mitte Januar musste Schwarz gehen.

Horst Amann

Der Technikchef und erfahrene Planungsmanager wurde im August als Retter des Projekts aus Frankfurt nach Berlin geholt. Er versprach die Flughafeneröffnung im Oktober 2013, konnte das aber nicht halten.

Klaus Wowereit

Der regierende Bürgermeister von Berlin ist nach massiven Attacken als Chef des Flughafen-Aufsichtsrats zurückgetreten. Im Aufsichtsrat sitzt er jedoch nach wie vor. Die Opposition aus Grünen, Linken und Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus hatte einen Misstrauensantrag wegen des Flughafen-Desasters gegen Wowereit eingebracht, der jedoch scheiterte.

Matthias Platzeck

Der brandenburgische Ministerpräsident war zuerst Stellvertreter Wowereits im Aufsichtsrat und folgte ihm Mitte Januar als Chefaufseher. Angesichts der schwierigen Lage stellte Platzeck im brandenburgischen Landtag die Vertrauensfrage.

Peter Ramsauer

Der Bundesverkehrsminister hat in der Krise die Rolle des drängenden Aufklärers eingenommen. Im Ministerium richtete er eine Sonderkommission ein. Ramsauer verlangte massiv die Ablösung des ehemaligen Flughafenchefs Schwarz.

Rainer Bomba

Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium ist Ramsauers Mann im Aufsichtsrat. Die Entscheidungen zu den Terminverschiebungen trug er ebenso mit wie die Erhöhung des Kostenrahmens um 1,2 Milliarden Euro.

Für die Verschiebungen für den Eröffnungstermin des neuen Berliner Flughafens seien aber nicht Klagen von Anliegern verantwortlich: „Heute weiß man, dass es wohl doch ein Fehler war, den Neubau nicht zum Festpreis in die Hände eines Generalunternehmers zu legen.“ Stattdessen sein ein Kostenplan beschlossen worden, „der in den Parlamenten politisch durchsetzbar war“.

Das Planvorhaben „Stuttgart 21“, das Mehdorn als Bahnchef begleitet hat, ist dagegen durch Bürgerproteste ins Stocken geraten, die lange nach der Bürgerbeteiligung im Planfeststellungsverfahren in Gang kamen. Hierzu stellt Mehdorn fest: „Die Lehre aus den Vorgängen um ,Stuttgart 21‘ könnte sein, einmal beschlossene Verkehrsbauten nicht vor jeder Wahl zur Disposition zu stellen. Darüber müsste politischer Konsens herbeigeführt werden.“

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Kommentare (7)

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versager

24.06.2013, 08:05 Uhr

nehdorn soll endlich liefern und nicht täglich davon berichten und abzulenken,daß er als verantwortlicher nichts zustandebringt

außer schlagzeilen

schon ist er dabei in wöchentlichem rhythmus die gründe für sein scheitern zu liefern ,die natürlich immer bei all den andern liegen aber nicht in seiner unfähigkeit komplexe strukturen zu begreifen, zusammenzuführen und ein werk zu vollenden statt weiter zu zerlegen

ein versager wie sein guter freund gerhard schröder

hartmut mehdorn:

ein alter mann und kann nicht mehr....

claudio0044

24.06.2013, 08:27 Uhr

Ich würde sagen dass Sie im Leben auch zu nichts gebracht haben oder ein Projekt geleitet haben sonst würden Sie nicht so ein Blödsinn schreiben.Ein Projekt in dieser Grössenordnung muss erst analysiert werden.Dazu nimmt er stellung sonst nichts..

stuttgarter

24.06.2013, 08:41 Uhr

Zwei Äußerungen des Herrn Mehdorn zeigen mir das Dilemma solcher Großprojekte:
ad 1: er meint "...dass es wohl doch ein Fehler war, den Neubau nicht zum Festpreis in die Hände eines Generalunternehmers zu legen... " ... die Beauftragung eines Generalunternhmens hat Vorteile (und Nachteile) - eines erhalten Sie aber nicht: einen Festpreis, so wie Herr Mehdorn und andere Baulaien ihn verstehen! Dieses Märchen ist offenbar unausrottbar - Preissicherheit wird nach meiner - langjährigen Großbaustellen-Erfahrung - mit sorgfältiger Planung, klaren Zielen und "ehrlicher" = unpolitischer Kalkulation erreicht;
ad 2: weiter fordert Herr Mehdorn: ... einmal beschlossene Verkehrsbauten nicht vor jeder Wahl zur Disposition zu stellen..." - mir zeigt das ein fragwürdiges Demokratieverständnis: S21 z.B stand und steht zur Dispostion, weil sich die Kosten ständig erhöhen - und als letztlich zahlender Bürger will ich (indirekt über die gewählten Vertreter) die Kontrolle über mein Geld auch behalten.

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