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28.11.2013

16:32 Uhr

Chefwechsel

Lufthansa-Chef wird erst 2014 benannt

ExklusivDer neue Lufthansa-Chef wird wohl erst im kommenden Jahr gekürt. Ein Nachfolger sei noch nicht gefunden, verrät Aufsichtsratschef Mayrhuber in einer internen Videobotschaft. Das Rennen sei weiterhin offen.

Christoph Franz, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa und der Favorit auf seine Nachfolge Carsten Spohr, Lufthansa-Vorstand Passage. dpa

Christoph Franz, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa und der Favorit auf seine Nachfolge Carsten Spohr, Lufthansa-Vorstand Passage.

Der neue Lufthansa-Chef wird anders als  zuletzt spekuliert nicht auf der kommenden Aufsichtsrats-Sitzung am 4. Dezember gewählt. Das berichtet das Handelsblatt und beruft sich dabei auf eine Videobotschaft des Aufsichtsratschefs Wolfgang Mayrhuber, die am Donnerstagnachmittag konzernintern verteilt wurde. 

„Der Aufsichtsrat wird nicht dazu in der Lage sein, nächste Woche eine Entscheidung zu treffen und bei realistischer Betrachtung war das auch nicht zu erwarten“, sagt Mayrhuber, bis 2010 selbst viele Jahre Konzernchef von Europas größter Fluggesellschaft, in der Videoaufzeichnung. Sobald sich eine Entscheidung anbahne, werde der Aufsichtsrat zusammentreten und zu einer Entscheidung kommen.

Die Karriere des Christoph Franz

Studium

Christoph Franz promoviert als Wirtschaftsingenieur an der Technischen Hochschule Darmstadt. Während seines Studiums absolviert Franz Auslandssemester im französischen Lyon und in Berkeley, USA. Franz war außerdem Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Quelle: Munzinger Online

Lufthansa bis 1994

Franz startet seine Karriere in seinem Geburtsort Frankfurt am Main. Bei der Deutschen Lufthansa beginnt er in der strategischen Konzernplanung und arbeitet unter anderem am Aufbau des Ferienfliegers Sun Express. Zudem steigt er auf Wunsch des damaligen Lufthansa-Chefs Jürgen Weber in das „Turnaround-Team“ ein. Das Team soll neue Strategien für die kriselnde Lufthansa entwerfen.

Deutsche Bahn bis 2003

Christoph Franz wechselt im April 1994 in die Geschäftsbereichsleitung Fernverkehr der Deutschen Bahn. Dort ist er für die Abteilungen Finanzen und Controlling tätig, ehe er drei Jahre später die Leitung der Konzernentwicklung übernimmt. Unter dem damaligen Vorstandschef Hartmut Mehdorn steigt Franz im Herbst 1999 in den Konzernvorstand auf. Franz übernimmt das Ressort DB Reise & Touristik. Wenige Monate später teilt ihm Mehdorn noch die Verantwortung für den Nahverkehr zu, sodass Franz die Leitung des kompletten Personenverkehrs der Bahn ausführt. Im Mai 2003 tritt Franz bei der Bahn von seinen Ämtern zurück. Grund ist ein Streit über die Einführung eines neuen Preissystems.

Unternehmensberater

Für ein Jahr lang tritt Franz als Berater für Unternehmen auf.

Swiss bis 2009

Nach zwei Monaten als Vorstandsmitglied bei der Fluggesellschaft Swiss wird Christoph Franz im Juni 2004 zum Chef des Unternehmens ernannt. In seiner neuen Rolle forciert Franz Schritt für Schritt die Aufnahme der kriselnden Swiss in eine Airline-Allianz. Gleichzeitig führte Franz Kürzungen durch – unter anderem bei der Flotte und im Personalwesen. Zu Beginn des Jahres 2005 nimmt er Gespräche mit der Lufthansa auf. Die deutsche Fluggesellschaft erklärt im März desselben Jahres eine schrittweise Übernahme der Swiss. Die Schweizer Airline wird als eigenständige Lufthansa-Tochter in deren Star Alliance aufgenommen. Die Lufthansa investiert 310 Millionen Euro bis zur vollständigen Konsolidierung in die Swiss und übernimmt 380 Millionen Euro Schulden.

Lufthansa bis 2013 – Teil 1

Christoph Franz wechselt im Juni 2009 als stellvertretender Chef in den Vorstand der Deutschen Lufthansa. Bereits nach einem Monat kündigt Franz in einem Brief an die Mitarbeiter Einsparungen von einer Milliarde Euro an. Ende September 2010 ernennt der Lufthansa-Aufsichtsrat Franz als Nachfolger des Vorstandschefs Wolfgang Mayrhuber, der den Konzern verlässt.

Lufthansa bis 2013 – Teil 2

Zum Jahreswechsel 2011/12 macht Franz Pläne über ein neues Sparprogramm öffentlich. Bis 2014 will die Fluggesellschaft 1,5 Milliarden Euro einsparen. Im April 2012 wird bekannt, dass die Summe besonders durch die Kürzung von Personalkosten wieder eingespielt werden soll. Im Mai beschließt Lufthansa unter anderem den Abbau von 3500 Stellen, im September die Einführung einer neuen Billigmarke. Die Pläne konkretisieren sich im Dezember, als Franz bekannt gibt, dass es ein neues Produkt- und Marketingkonzept für die Tochter Germanwings geben wird. Im Januar 2013 geht Germanwings erstmals mit neuem Aussehen an den Start: ein neues Logo sowie eine mehrstufige Economy-Klasse. Lufthansa sieht vor, dass künftig ein Drittel der Flotte für Germanwings fliegen soll.

Roche

Der Pharmakonzern Roche bestätigt Christoph Franz am 5. März 2013 in seinem Amt als Verwaltungsratsmitglied, das er bereits seit 2011 ausübt. Im September 2013 wird bekannt, dass Franz Ende April 2014 bei der Lufthansa ausscheidet. Im März 2014 wird der Manager bei Roche zum Verwaltungsratspräsidenten gewählt.

Konzernchef Christoph  Franz hatte vor einigen Wochen angekündigt, seinen bis Mai kommenden Jahres laufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Er wechselt als Chef in den Verwaltungsrat des Pharma-Konzerns Roche in Basel. Ausführlich erklärt Mayrhuber in seiner Videobotschaft, warum der Prozess der Nachfolgesuche länger dauert. Man wolle das Ganze natürlich so zügig wie möglich machen. „Aber der Aufsichtsrat wollte nicht nur die nachweislich intern vorhandenen Kandidaten evaluieren, sondern auch nachsehen, ob wir in der Lage wären, jemanden aus dem Markt für unser Haus gewinnen, wenn dieser zusätzliche Kompetenz und Erfahrung reinbringt.“

Man habe externe Kandidaten zum Gespräch eingeladen und sei mitten in diesem Prozess. Damit stellt der Aufsichtsrats-Vorsitzende zugleich klar, dass der von vielen schon als neuer Konzernchef gehandelte Carsten Spohr, derzeit Chef der Passagiersparte, keineswegs schon gesetzt ist.

Von

jkn

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