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24.04.2014

14:10 Uhr

China

Adidas zieht Aufträge von bestreikter Fabrik ab

Der deutsche Sportartikelriese Adidas reagiert auf den Massenstreik in einer chinesischen Schuhfabrik: Das Unternehmen lässt dort weniger produzieren. Dauerhaft will es sich aber nicht vom Produzenten trennen.

In einem Einkaufszentrum in Hongkong bekunden Demonstranten ihre Solidarität mit den Streikenden. Der Ausstand trifft Adidas. Reuters

In einem Einkaufszentrum in Hongkong bekunden Demonstranten ihre Solidarität mit den Streikenden. Der Ausstand trifft Adidas.

ShanghaiDer Sportartikelhersteller Adidas zieht Aufträge von der von einem Massenstreik betroffenen Schuhfabrik in China ab. Damit sollen die Auswirkungen auf die eigenen Geschäfte begrenzt werden, teilte Adidas am Donnerstag mit. Die Herzogenauracher hätten jedoch nicht vor, die Verbindungen zum weltweit größten Schuhproduzenten Yue Yuen zu kappen. Ein Yue-Yuen-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Etwa 20 Demonstranten forderten Adidas unterdessen vor der Niederlassung in Hongkong auf, sich für die Rechte der Arbeiter einzusetzen und auf eine bessere Bezahlung zu dringen.

In der Fabrik arbeiten etwa 40.000 Menschen. Yue Yuen beliefert neben Adidas unter anderem auch Nike. Vergangenes Jahr wurden nach Firmenangaben etwa 300 Millionen Paar Schuhe hergestellt. Der Ausstand der Arbeiter hält seit mehr als zehn Tagen an. Arbeitnehmervertretern zufolge handelt es sich um den größten Streik in China seit geraumer Zeit.

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Chinas Arbeiter wollen mehr: Bislang trieben nur fehlende Löhne Angestellte auf die Straße, jetzt streiken sie auch für Sozialleistungen. Experten einer unabhängiger Organisationen werteten das als wichtiges Signal.

Dem Fabrikbetreiber wird vorgehalten, über Jahre zu wenig Geld in Sozialfonds und für Wohnzuschüsse eingezahlt zu haben. Erst vor wenigen Tagen war ein prominenter Arbeitsrechts-Aktivist verschwunden, der sich für die Arbeiter in der Fabrik eingesetzt hatte. Seine Frau vermutet, dass er von staatlichen Sicherheitskräften verhaftet wurde. In China schlägt sich der demografische Wandel auch auf den Arbeitsmarkt nieder, allein in den vergangenen beiden Jahren schrumpfte die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter um sechs Millionen auf 920 Millionen. Viele Arbeiter fühlen sich deswegen in einer besseren Position, ihre Rechte einzufordern.

Von

rtr

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