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03.08.2015

10:33 Uhr

Coca-Cola

Die große Fusion der Abfüller

VonThomas Jahn

Coca-Cola will drei seiner Abfüller fusionieren, die meist unabhängig vom Mutterkonzern arbeiten. Mit der Zusammenlegung will der Konzern Kosten senken und Probleme im Absatz beheben. Auch Deutschland ist betroffen.

Der Konzern will laut einem Bericht seine Abfüllunternehmen zusammenlegen. RUETERS

Coca-Cola

Der Konzern will laut einem Bericht seine Abfüllunternehmen zusammenlegen.

New YorkVor wenigen Tagen veröffentlichte Coca-Cola seine neusten Quartalszahlen. Es war das gleiche Lied wie seit einiger Zeit: Die Umsätze fallen. Vor allem in Europa und im Kernmarkt Amerika meiden die Verbraucher die zuckrigen Getränke. Angebote mit weniger Kalorien wie Diet Coke fallen ebenfalls in der Gunst.

Der Konzern mit Sitz in Atlanta reagiert. Es will seine drei großen europäischen Abfüller fusionieren, um Kosten zu sparen. Coca-Cola Enterprises, Coca-Cola Iberian Partners und Coca-Cola Erfrischungsgetränke sollen laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ zusammengeschlossen werden. Die Aktie von Coca-Cola Enterprises stieg daraufhin um 13 Prozent, der Börsenwert nahm damit um rund 1,2 Milliarden Dollar zu.

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Die Abfüller arbeiten mehr oder weniger eigenständig von Coca-Cola. Der Mutterkonzern beschränkt sich auf die Herstellung der Konzentrate für Coke oder Sprite, die es an die weltweit hunderte Abfüller verschickt. Das Geschäftsmodell garantiert Coca-Cola über Jahrzehnte hohe Margen, es muss kein Kapital für Maschinen zur Abfüllung oder Lastwagen binden.

Als einziger der drei Abfüller gehört Coca-Cola Erfrischungsgetränke dem amerikanischen Konzern. Es ist mit 3,7 Milliarden Litern pro Jahr das größte deutsche Getränkeunternehmen. In insgesamt 20 Produktionsbetriebe hierzulande arbeiten 9500 Menschen.

Europa-Fusion passt ins Bild

Coca-Cola Enterprises hat zwar seinen Sitz in Atlanta, gehört aber nicht Coca-Cola. Es setzt jährlich acht Milliarden Dollar vor allem in Westeuropa um und besitzt die Abfüllrechte für Belgien, England, Frankreich oder Schweden. In den Märkten läuft es alles andere als rund. Vor wenigen Tagen veröffentlichte das Unternehmen seine Zahlen, der Umsatz fiel um fast 18 Prozent. Als Analysten Vorstandschef John Brock fragten, was der von möglichen Fusionen oder Übernahmen halte, antwortete er: „Wenn es etwas gibt, das unseren Aktionären mehr Wert verschafft, dann sind wir ernsthaft daran interessiert“.

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Platz 10: Suntory Holdings (Japan)

Ursprünglich eine Brauerei und Destillerie, wurden die Geschäftsfelder erweitert. Mittlerweile werden auch Softdrinks, edle Weine sowie Eis und Blumen, angeboten. Umsatz mit Getränken 2014: 7,5 Milliarden US-Dollar.

Quelle: Statista/Beverage Industry Magazine

Platz 8: Pernod Ricard (Frankreich)

Pernod Ricard ist ein französischer Wein- und Spirituosen-Konzern, der im Dezember 1975 aus der Fusion der Unternehmen Pernod und Ricard entstanden ist. Umsatz 2014: 9,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 8: Starbucks (USA)

Das auf Kaffeeprodukte spezialisierte Einzelhandelsunternehmen kauft Kaffeebohnen, röstet und vertreibt diese über die konzerneigenen und lizenzierten Kaffeehäuser. Umsatz 2014: 12,7 Milliarden US-Dollar.

Platz 7: Diageo (Großbritannien)

Der Name Diageo setzt sich aus dem lateinischen Wort für Tag (dies) und dem griechischen Wort für Welt (geo) zusammen. Das Unternehmen ist in mehr als 180 Ländern tätig und seine Aktien werden in New York und London gehandelt. Mit 21,8 Milliarden US-Dollar Getränkeumsatz (2014) ist Diageo einer der weltweit größten Spirituosenhersteller.

Platz 6: SAB Miller (Großbritannien)

SAB Miller ist in mehr als 80 Ländern mit Brauereien vertreten. Die größten Absatzmärkte des Bierkonzerns sind Afrika, Nordamerika, Mitteleuropa und Osteuropa. Umsatz 2014: 22,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 5: Heineken (Niederlande)

Die niederländische Brauerei wurde am 12. Juli 1864 durch Gerard Adriaan Heineken gegründet. Der Konzern setzte 2014 23,3 Milliarden US-Dollar um.

Platz 4: Nestlé (Schweiz)

Nestlé ist der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern. Ein Drittel der Produkte sind Getränke. Umsatz 2014: 27 Milliarden US-Dollar.

Platz 3: PepsiCo (USA)

In den 1880er-Jahren entwickelte der US-Chemiker Caleb Bradham aus dem US-Bundesstaat North Carolina die „Pepsi-Cola“. Mittlerweile ist das Unternehmen zu einem der weltgrößten Lebensmittelhersteller angewachsen. Getränke-Umsatz 2014: 31 Milliarden Dollar.

Platz 2: Coca-Cola (USA)

John Stith Pemberton erfand das Getränk im Jahr 1886. Kurz vor dem Tod des Erfinders erwarb der Apothekengroßhändler Asa Griggs Candler für 2300 US-Dollar die Rechte an Coca-Cola. 1892 gründete er The Coca-Cola Company. Ein Jahr später ließ Candler Coca-Cola als Marke schützen. Umsatz 2014: 46 Milliarden US-Dollar.

Platz 1: Anheuser-Busch Inbev (Belgien)

Anheuser-Busch Inbev (kurz AB Inbev) ist – gemessen am Absatzvolumen – die größte Brauereigruppe der Welt. Sie entstand 2008 durch die Übernahme von Anheuser-Busch durch die belgisch-brasilianische Inbev-Gruppe. AB-Inbev beschäftigt mehr als 155.000 Mitarbeiter und ist mit mehr als 200 Marken in mehr als 140 Ländern vertreten. Umsatz 2014: 47 Milliarden US-Dollar.

Eine Europafusion passt ins Bild. Schon seit einiger Zeit bringt Coca-Cola seine Abfüller zusammen. Coca-Cola Iberian Partners entstand 2013 durch die Fusion von sieben spanischen und einem portugiesischen Abfüller, die seit 1951 verschiedenen spanischen Unternehmerfamilien gehören. Im vergangenen Jahr verschmolz es die Abfüller in Süd- und Ostafrika.

Kommentare (1)

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Herr M. M.

06.08.2015, 08:21 Uhr

Und ab demnächst gibt es noch einen guten Grund die Finger von Coca Cola zu lassen,denn der Konzern wechselt vom Mehrwegsystem zur Einwegflasche.

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