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16.11.2015

11:36 Uhr

Coca-Cola-Flasche wird 100

Was für eine Flasche!

Manchmal ist die Verpackung so wichtig wie der Inhalt , selbst bei einem Alltagsgegenstand. Coca-Cola füllt seine Limonade deshalb seit 100 Jahren in eine Flasche, die man selbst kaputt oder im Dunkeln erkennen sollte.

Das Design so wichtig wie der Inhalt: Die Coca-Cola-Flasche ist unverwechselbar. Reuters

Coca-Cola-Flasche wird 100

Das Design so wichtig wie der Inhalt: Die Coca-Cola-Flasche ist unverwechselbar.

AtlantaColakenner in den USA achten heute genau darauf: Aus Glas muss sie sein und in Mexiko hergestellt, nur dann schmecke sie. Wer da Dosen und Plastik verschmäht, hält zugleich eine Stil- und Kunstikone in der Hand. Die Coca-Cola-Flasche gehört nicht nur zu den bekanntesten Verpackungen der Welt, sie war auch ein Star der Popart und beflügelt noch heute - wenn von Andy Warhol gemalt - den Kunstmarkt. Am 16. November wird die Flasche 100 Jahre alt.

Dabei hatte, das muss man sich vorstellen, der Coca-Cola-Erfinder nie daran gedacht, seine Brause überhaupt abzufüllen. Vom Fass sollte sie verkauft werden, mehr Bedarf gebe es wohl nicht. Joseph Biedenharn, Sohn deutscher Einwanderer, sah das anders und zapfte 1894 die Limonade in Flaschen. Ohne Wissen der Mutterfirma. Der Erfolg war so groß, dass Coca-Cola selbst das Geschäft übernahm – und dass Fälscher auf den Zug aufsprangen. Auf den Falschflaschen stand Koka-Nola, Ma Coca-Co, Toka-Cola oder Koke. Etwas Unverwechselbares musste her.

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Coca-Cola verschmilzt drei Abfüller, auch die deutsche Tochter. Die spanische Unternehmerfamilie Daurella hat das Sagen. In Deutschland könnte sie wiederholen, was sie in Spanien und Portugal durchzog: harte Kürzungen.

Die Flaschen erinnerten damals an etwas, in das man Bier oder Medizin abfüllt. Coca-Cola forderte Designer auf, eine Flasche zu entwickeln die man sofort erkennt, „selbst wenn man sie im Dunkeln ertastet oder nur kaputt in Scherben sieht“.

Dem Unternehmen zufolge wollten zwei Designer die Form der Hauptinhaltsstoffe, der Kolanuss und des Kokablattes, als Vorbild nehmen – aber beide hatten keine Ahnung, wie Nuss und Blatt aussehen. Selbst in der Bibliothek fanden sie kein Bild; allerdings das einer Kakaopflanze. Die hatte zwar nichts mit Coca-Cola zu tun, sah aber gut aus.

Einer der beiden, Earl R. Dean, entwarf so eine bauchige Flasche mit Riefen in einer Farbe namens „German Green“. Das wurde später zwar in „Georgia Green“ umbenannt, blieb aber bis heute. Die Flasche war noch bauchiger als heute. Das sah gut aus, vertrug sich aber nicht mit den Laufbändern in den Abfüllanlagen. Also wurde sie schlanker - und zur Ikone.

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