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07.08.2015

07:37 Uhr

Coca-Cola-Projekt Spark

Europas neuer Getränkeriese

VonThomas Jahn

Coca-Cola verschmilzt drei Abfüller, auch die deutsche Tochter. Die spanische Unternehmerfamilie Daurella hat das Sagen. In Deutschland könnte sie wiederholen, was sie in Spanien und Portugal durchzog: harte Kürzungen.

Die Coca-Cola-Abfüller in Europa verschmelzen zu einem großen Konzern. Somit sollen Kosten gespart werden. dpa

Coca-Cola-Abfüllung in Weimar

Die Coca-Cola-Abfüller in Europa verschmelzen zu einem großen Konzern. Somit sollen Kosten gespart werden.

New YorkDas Projekt lief seit einem Jahr unter dem Namen „Spark“ oder Funke. Jetzt einigten sich die drei größten europäischen Abfüller von Coca-Cola. Es entsteht der neue Getränkeriese Coca-Cola European Partners mit Sitz in England. Es vereinigen sich Coca-Cola Enterprises, Coca-Cola Iberian Partners und der deutsche Anbieter Coca-Cola Erfrischungsgetränke mit einem Jahresumsatz von zusammen 12,6 Milliarden Dollar.
Die Abfüller arbeiten mehr oder weniger eigenständig von Coca-Cola. Einzige Ausnahme war Coca-Cola Erfrischungsgetränke, das dem Mutterkonzern gehörte. Die Amerikaner besitzen daher künftig 18 Prozent an dem neuen Getränkeriesen. Der Deal im Wert von 31 Milliarden Dollar ist der zweitgrößte in der Geschichte der europäischen Konsumbranche.

Diese Hersteller löschen weltweit den Durst

Platz 10: Suntory Holdings (Japan)

Ursprünglich eine Brauerei und Destillerie, wurden die Geschäftsfelder erweitert. Mittlerweile werden auch Softdrinks, edle Weine sowie Eis und Blumen, angeboten. Umsatz mit Getränken 2014: 7,5 Milliarden US-Dollar.

Quelle: Statista/Beverage Industry Magazine

Platz 8: Pernod Ricard (Frankreich)

Pernod Ricard ist ein französischer Wein- und Spirituosen-Konzern, der im Dezember 1975 aus der Fusion der Unternehmen Pernod und Ricard entstanden ist. Umsatz 2014: 9,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 8: Starbucks (USA)

Das auf Kaffeeprodukte spezialisierte Einzelhandelsunternehmen kauft Kaffeebohnen, röstet und vertreibt diese über die konzerneigenen und lizenzierten Kaffeehäuser. Umsatz 2014: 12,7 Milliarden US-Dollar.

Platz 7: Diageo (Großbritannien)

Der Name Diageo setzt sich aus dem lateinischen Wort für Tag (dies) und dem griechischen Wort für Welt (geo) zusammen. Das Unternehmen ist in mehr als 180 Ländern tätig und seine Aktien werden in New York und London gehandelt. Mit 21,8 Milliarden US-Dollar Getränkeumsatz (2014) ist Diageo einer der weltweit größten Spirituosenhersteller.

Platz 6: SAB Miller (Großbritannien)

SAB Miller ist in mehr als 80 Ländern mit Brauereien vertreten. Die größten Absatzmärkte des Bierkonzerns sind Afrika, Nordamerika, Mitteleuropa und Osteuropa. Umsatz 2014: 22,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 5: Heineken (Niederlande)

Die niederländische Brauerei wurde am 12. Juli 1864 durch Gerard Adriaan Heineken gegründet. Der Konzern setzte 2014 23,3 Milliarden US-Dollar um.

Platz 4: Nestlé (Schweiz)

Nestlé ist der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern. Ein Drittel der Produkte sind Getränke. Umsatz 2014: 27 Milliarden US-Dollar.

Platz 3: PepsiCo (USA)

In den 1880er-Jahren entwickelte der US-Chemiker Caleb Bradham aus dem US-Bundesstaat North Carolina die „Pepsi-Cola“. Mittlerweile ist das Unternehmen zu einem der weltgrößten Lebensmittelhersteller angewachsen. Getränke-Umsatz 2014: 31 Milliarden Dollar.

Platz 2: Coca-Cola (USA)

John Stith Pemberton erfand das Getränk im Jahr 1886. Kurz vor dem Tod des Erfinders erwarb der Apothekengroßhändler Asa Griggs Candler für 2300 US-Dollar die Rechte an Coca-Cola. 1892 gründete er The Coca-Cola Company. Ein Jahr später ließ Candler Coca-Cola als Marke schützen. Umsatz 2014: 46 Milliarden US-Dollar.

Platz 1: Anheuser-Busch Inbev (Belgien)

Anheuser-Busch Inbev (kurz AB Inbev) ist – gemessen am Absatzvolumen – die größte Brauereigruppe der Welt. Sie entstand 2008 durch die Übernahme von Anheuser-Busch durch die belgisch-brasilianische Inbev-Gruppe. AB-Inbev beschäftigt mehr als 155.000 Mitarbeiter und ist mit mehr als 200 Marken in mehr als 140 Ländern vertreten. Umsatz 2014: 47 Milliarden US-Dollar.

Coca-Cola beschränkt sich im Geschäft auf zwei Dinge: Das Konzentrat für seine Brauselimonaden produzieren und die Welt mit Werbeslogans wie „It`s the real thing“ von seinen Getränken zu überzeugen. Den Rest übernehmen vom US-Konzern unabhängige Abfüller, von denen es in Welt hunderte gibt. Das Geschäftsmodell funktionierte über Jahrzehnte bestens. Coca-Cola in Atlanta erzielte hohe Gewinnmargen, es musste kein Kapital in Maschinen oder Lastwagen binden. Die Abfüller besaßen ein Monopol in ihrem Heimatmarkt und erfreuten sich an stabilen und kontinuierlichen Gewinnen.
Aber die Zeiten ändern sich. Kohlesäurehaltige Getränke haben es in Amerika oder Europa nicht einfach, die Menschen achten mehr auf ihre Gesundheit und wollen weniger Zucker zu sich nehmen. Der Absatz stagniert oder geht zurück.
Also müssen Kosten durch Fusionen gespart werden. Coca-Cola European Partners will bis 2019 bis zu 375 Millionen Dollar im Jahr durch Synergien und Kostensenkungen einsparen. Experten halten die Vorgabe für niedrig. „Wir sehen große Möglichkeiten für Kostenkürzungen und Umsatzwachstum“, sagt Ali Dibadj von Sanford C. Bernstein.

Diese Hersteller löschen weltweit den Durst (Teil 2)

Platz 20: Brown-Forman (USA)

Umsatz 2014: 3,9 Milliarden US-Dollar

Platz 19: Molson Coors Brewing (USA)

Umsatz 2014: 4,15 Milliarden US-Dollar

Platz 18: LVMH (Frankreich)

Umsatz 2014: 4,8 Milliarden US-Dollar

Platz 17: Danone (Frankreich)

Umsatz 2014: 5,1 Milliarden US-Dollar

Platz 16: Mondelez (USA)

Umsatz 2014: 5,6 Milliarden US-Dollar

Platz 15: Unilever (Großbritannien/Niederlande)

Umsatz 2014: 5,8 Milliarden US-Dollar

Platz 14: Bacardi (Bermudas)

Umsatz 2014: 5,9 Milliarden US-Dollar

Platz 13: Constellation Brands (USA)

Umsatz 2014: 6 Milliarden US-Dollar

Platz 12: Dr. Pepper Snapple Group (USA)

Umsatz 2014: 6,1 Milliarden US-Dollar

Platz 11: Red Bull (Österreich)

Red Bull (zu deutsch: roter Stier) ist ein Energy-Drink des gleichnamigen österreichischen Getränkeherstellers. Gründer ist Dietrich Mateschitz. Umsatz 2014: 7,2 Milliarden US-Dollar.

Schon seit einiger Zeit versucht Coca-Cola seine Abfüller zusammen zu bringen. So entstand Coca-Cola Iberian Partners erst vor zwei Jahren durch die Fusion von sieben spanischen und einem portugiesischen Abfüller. Unter Führung der Daurella-Familie wurden Kosten stark gekürzt und der Vertrieb entscheidend verbessert.

Die Ergebnisse waren so gut, das es laut Akeel Sachak, Chef für die Konsumbranche bei Rothschild, ein „Rollenvorbild“ für die Europafusion war, „sowohl als Beleg für den Nutzen einer Fusion in Westeuropa als auch ein Beispiel für Erfolgsmethoden im Geschäft“. Sachak muss es wissen: Seine Bank beriet die Spanier beim Merger wie auch zuvor bei dem Zusammenschluss auf der iberischen Halbinsel.

Kommentare (1)

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Herr Ciller Gurcae

07.08.2015, 08:32 Uhr

Das Getränk der Sieger? Schmeckt mir nicht.

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