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16.01.2013

13:02 Uhr

Coca-Cola

Zuckerbrause warnt vor zu viel Zucker

VonNils Rüdel

Ausgerechnet Coca-Cola setzt sich in den USA mit einer TV-Kampagne gegen die Fettsucht ein. Darin wirbt der Konzern für einen maßvollen Umgang mit seinem eigenen Produkt. Das dürfte er nicht ganz freiwillig tun.

New YorkEine schlanke, glückliche Joggerin läuft lächelnd durchs Bild. Beleibte Kinder turnen durch die Halle und haben Spaß dabei. Und dann ist da noch diese freundliche Frauenstimme: „Um Fettleibigkeit zu besiegen, sind wir alle gefragt“, sagt sie. Grundlage sei ganz einfach der gesunde Menschenverstand: „Wenn Du mehr Kalorien zu Dir nimmst als Du verbrennst, dann wirst Du an Gewicht zunehmen“.

Der Spot, der in diesen Tagen abends zur besten Sendezeit im US-Fernsehen läuft, ist keine Aufklärungskampagne amerikanischer Gesundheitsbehörden. Es handelt sich um die neueste Kampagne von Coca-Cola namens „Coming Together“. Ausgerechnet der US-Getränkeriese mit dem berühmten pappsüßen Hauptprodukt fordert nun die Welt dazu auf, maßvoll mit Zucker und Kalorien umzugehen. Oder, wie es in einem anderen TV-Spot heißt: „Weniger ist manchmal mehr“.

Coca-Cola zeigt darin denn auch, was der Konzern schon so alles unternommen habe im Kampf gegen die Fettsucht: Etwa mehr kleinere Dosen ins Programm genommen, die Kalorien-Anzahl lesbar aufs Aluminium gedruckt oder die Schulen stärker mit Wasser, Säften und Light-Getränken aus der Markenwelt Coca-Colas beliefert. Überhaupt hätten von den 650 Getränken, die das Unternehmen im Programm hat, ganze 180 wenige oder gar keine Kalorien. „Die Gesundheit unserer Familien und Gemeinden gehen uns alle an“, heißt es in der Werbung.

Der Konzern aus Atlanta dürfte den Schritt allerdings nicht so ganz freiwillig getan haben. Denn angesichts der in Amerika grassierenden Fettleibigkeit sehen sich Unternehmen wie Coca-Cola, Pepsi oder McDonald`s einem immer stärker werdenden öffentlichen Druck ausgesetzt. Immerhin gelten laut amtlicher Statistiken rund 68 Prozent der Erwachsenen übergewichtig – 36 Prozent sogar als fettsüchtig, bei den Kindern sind 17 Prozent betroffen. Tendenz steigend.

Coca-Cola vs. Pepsico

Pepsis Konzernstruktur

Im dritten Quartal 2011 erwirtschaftete Pepsi 17,6 Mrd. Dollar Umsatz. Davon entfallen in Nord- und Südamerika 5,63 Mrd. Dollar auf das Snackgeschäft und 5,95 Mrd. Dollar auf die Getränkesparte. 3,91 Mrd. Dollar Umsatz machte der Cola-Konkurrent in Europa, 2,10 Mrd. Dollar in Asien/Pazifik.

Pepsis Rentabilität

Das Nettoergebnis lag bei 2 Mrd. Dollar bei 17,6 Mrd. Dollar Umsatz. Damit erzielte der Konzern im dritten Quartal eine Rendite von 11,3 Prozent.

Coca-Colas Rentabilität

Gegen Coca-Cola hat Pepsi das Nachsehen. Der Umsatz war mit 12,3 Mrd. Dollar im dritten Quartal zwar geringer als bei Pepsi - das Nettoergebnis fiel allerdings mit 2,2 Mrd. Dollar höher aus. Die Rendite lag bei 18,1 Prozent.

Pepsis Wertentwicklung

Die relative Wertentwicklung von Pepsi an den Börse spricht Bände. Sie konnte nach der Krise zwar schnell wieder auf einen positiven Wert klettern, entwickelte sich aber deutlich schwächer als die von Coca-Cola.

Coca-Colas Wertentwicklung

Coca-Cola ist bei den Investoren beliebter als Pepsi. Der Aktienkurs entwickelte sich in den vergangenen Jahren deutlich besser als der von Pepsi. Zuletzt lag die Wertentwicklung gar bei 160 Prozent, bei Pepsi nur bei knapp über 100 Prozent.

Wie seinerzeit bei den Zigaretten setzt sich nun auch Dank staatlicher Aufklärungskampagnen allmählich die Meinung durch, dass stark zuckerhaltige Getränke der Gesundheit schaden. Gleichzeitig nimmt der Konsum der Kalorienbomben laut Branchendienst Beverage Digest stetig ab, zugunsten leichterer Alternativen wie Sport-Drinks oder Fruchtsäften. 

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

16.01.2013, 13:42 Uhr

allein die letztens in Europa gelaufene Werbekampagne " zu jeder Gelegenheit CocaCola" gehört verboten...
dieses Gesöff hab ich noch nie gekauft.

Wann kommt endlich die Lebensmittelkennzeichnung ?!

Account gelöscht!

16.01.2013, 14:44 Uhr

Jaja CocaCola, das ist doch der Konzern, der gerade von "Center for Science in the Public Interest" (einer Verbraucherschutzorganisation) verklagt wird.

CocaCola bewirbt sein Produkt "vitaminwater" mit solchen Aussagen wie "unterstützt das Immunsystem", verschafft ihnen die benötigten Nährstoffe usw. Dabei enthält das Ganze jedoch allein schon 33 Gramm Zucker je kleiner Flasche und vernachlässigbare Vitaminzusätze (hauptsächliche das billige Vitamin C).

Aber dafür hat CocaCola ja Anwälte. Diese verteidigen die irreführende Werbung mit solchen Aussagen wie: "Der Name vitaminwater und die damit verbundenen Werbeaussagen könnten die Kunden nicht auf den Gedanken bringen, es handele sich hierbei um ein gesundes Produkt." AHA

CocaCola ist wirklich ein Meister darin die Massen zu verar... ähm beeinflussen. Auf der einen Seite räumt man ein, dass zu viele Softdrinks zur Fettleibigkeit beitragen können und quasi im selben Atemzug schafft man neue Produkte auf den Markt stellt sie als gesund dar obwohl diese genauso zuckerbelastet sind.

Gast

16.01.2013, 18:34 Uhr

Es ist so armseelig wie fette Leute immer wieder andere für ihre eigene Faul- und Tragheit versuchen verantwortlich zu machen. Buuhuu McDonalds und Coke haben mich fett gemacht. Diw zwingwn mich immer mehr zu essen und haben mir verboten Sport zu machen.... Buuhuu.
ICh hab nen Tipp für euch: "Legt die Gabel weg!"

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