Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.06.2014

08:22 Uhr

Coke-Life

Kommt bald die „grüne“ Cola?

VonCarina Kontio

Gesünder, besser, grün: So will die neue „Coca Cola Life“ sein, die mit dem Extrakt der Stevia-Pflanze gesüßt wird. So richtig „grün“ wird die neue Light-Brause aber nicht – und dick macht sie trotzdem noch.

Coca-Cola konzentriert sich derzeit auf das natürliche Süßungsmittel Stevia. Die neue Light-Version „Coca Cola Life“ soll nun in England eingeführt werden. (Quelle: Coca-Cola)

Coca-Cola konzentriert sich derzeit auf das natürliche Süßungsmittel Stevia. Die neue Light-Version „Coca Cola Life“ soll nun in England eingeführt werden.

(Quelle: Coca-Cola)

DüsseldorfIst das die perfekte Lösung für die amerikanische Getränkeindustrie? Eine gesündere Cola, mit Stevia gesüßt, die endlich den Abwärtstrend bei normaler Cola stoppt? Das Wall-Street-Journal und die englische Zeitung „Daily Mail“ berichten, dass die neue „grüne“ Cola bereits in Argentinien und Chile, dem Heimatland der Wunderpflanze Stevia. Sie ist drei- bis vierhundertmal süßer als Zucker und extrem kalorienarm. Demnächst soll die neue Brause auch in Großbritannien erhältlich sein.

Beworben wird „Cola Life“ mit dem Satz „Öffne deine Natürlichkeit!“ und dem Versprechen, dass der „erste Kuss“ mit ihr alles verändern wird. Zu „Daily Mail“ sagte der Coca-Cola Europachef James Quincey: „Wir freuen uns, dass wir Coca-Cola 'life' dem Coca-Cola Angebot in Großbritannien hinzufügen können. Es ergänzt unsere bestehenden Produkte und kann den neuen Trends im Bereich Lebensstilen bestens gerecht werden.“ Demnach soll Coca-Cola 'life' zu einem glücklicheren, gesünderen Leben inspirieren.

Allerdings enthält die neue Version nur zu einem Drittel weniger Zucker als die ursprüngliche Cola. Grüner werden soll mit der „Coke Life“ wohl nur das Image. Dabei soll die Brause vor 125 Jahren, als sie erfunden wurde, tatsächlich mal grün gewesen sein. Ein Mythos, heißt es dagegen bei Coca-Cola Deutschland. Heute verleiht ein Farbstoff dem Getränk das typische Aussehen. Immerhin: Die Flasche soll zu 30 Prozent aus pflanzlichem Material bestehen und voll recycelbar sein. Allerdings ist das bei der ganz normalen PET-Flasche auch schon der Fall und es bleiben trotzdem noch über 70 Prozent fossile Rohstoffe übrig.

Die Volkskrankheiten der Deutschen

Wirtschaftlicher Schaden

Volkskrankheiten haben nicht nur gesundheitliche sondern auch wirtschaftliche Auswirkungen. Allein im Jahre 2010 waren die Bundesbürger 17,6 Tage im Durchschnitt krankgeschrieben.

Todesursachen

Volkskrankheiten führen nicht zwangsläufig zum Tode. Deshalb ist es wichtig, zwischen Krankheiten und Todesursachen zu unterscheiden. Zu den häufigsten Todesursachen zählen in Deutschland der Herzinfarkt und der Schlaganfall. 42 Prozent der Bundesbürger waren hiervon betroffen.

Krebs

Zu den zweithäufigsten Todesursachen zählt das Krebsleiden mit 35 Prozent. Frauen versterben neben Krebserkrankungen der Verdauungsorgane nicht selten an Brustkrebs. der Darm-und Lungenkrebs ist die häufigste Todesursache bei den männlichen Bundesbürgern.

Depression

Zu den häufigsten Erkrankungen gehört die Depression. Sie belegt den vierten Platz in der Rangliste mit 9,4 Prozent. Unter Depressionen sind unterschiedliche Erkrankungen zu fassen wie beispielsweise Angstzustände.

Burn-out

Unter den Begriff der Depressionen fällt auch das Krankheitsbild des Burn-out Syndroms. Betroffene sind meist körperlich, geistig und emotional erschöpft. Grund für diesen Zustand sind Stress oder berufliche Überbelastung.

Eu-weit belaufen sich die volkswirtschaftlichen Folgekosten auf 20 Milliarden Euro jährlich.

Atemwege

Platz 3 belegen die Atemwegserkrankungen mit 18 Prozent. Mediziner unterscheiden zwischen den oberen und unteren Atemwegen. Zu den Erkrankungen der oberen Atemwege gehören Krankheiten der Nasennebenhöhlen und Kieferhöhlenentzündungen. Die Bronchitis hingegen wird zu den Krankheiten der unteren Atemwege gezählt.

Übergewicht

Gemeinsam mit den Atemwegserkrankungen ist die Fettstoffwechselstörung die dritthäufigste Krankheitsursache in Deutschland. Eine Störung des Stoffwechsels ist das Übergewicht, das auf falsche Ernährung und Bewegungsmangel zurückzuführen ist. Laut des Europäischen Statistikamts sind 60 Prozent der Deutschen übergewichtig.

Diabetes

Eine weitere Fettstoffwechselstörung ist die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Dabei wird zwischen Typ 1 und Typ 2 unterschieden. Typ 2 ist auf das Übergewicht zurückzuführen.

Rückenschmerzen

Mit 24,1 Prozent sind die Rückenschmerzen das zweithäufigste Volksleiden der Deutschen. Diese Zahl schlägt sich auch in den Krankheitstagen nieder. 13 Tage lässt sich der Bundesbürger wegen dieser Erkrankung krankschreiben.

Bluthochdruck

25,7 Prozent der deutschen Bundesbürger leiden an Bluthochdruck. Damit belegt diese Erkrankung den ersten Platz. Die Ursachen sind vielfältiger Natur. Außer der genetischen Veranlagung spielen Stress, Bewegungsmangel und ein überhöhter Alkoholkonsum eine wesentliche Rolle. Wird die Erkrankung nicht behandelt, drohen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Die Brausehersteller haben mittlerweile erkannt, dass sie den gesundheitsbewussten Konsumenten neue Optionen bieten müssen. Die kalorienfreien Versionen aus den Häusern von Coke, Pepsi und Dr. Pepper haben im vergangenen Jahr ungewöhnlich stark an Popularität eingebüßt. Die Verkäufe von Cola Light und Pepsi Light sanken zuletzt jeweils um knapp sieben Prozent. Der darin enthaltene Süßstoff Aspartam wird kontrovers diskutiert und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Und Anfang April sorgte eine Studie der University of Iowa für Aufsehen in der Branche. Sie zeigt: Frauen, die mindestens zwei Light-Limos am Tag trinken, haben eine um 30 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu erleiden.

Daher konzentriert sich auch der Cola-Rivale Pepsi auf das natürliche Süßungsmittel Stevia und testet gerade „Pepsi next“ in Frankreich und in Australien.

Auch die Deutschen lieben Cola: Fast 42 Liter trinkt jeder Bundesbürger durchschnittlich im Jahr. Ob die neue Light-Version der Brause auch hierzulande in die Supermarktregale kommt, ist noch nicht klar. Gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“ erklärte eine Cola-Deutschland-Sprecherin, dass man vorerst aufmerksam die Erfahrungen in den anderen Ländern beobachten werde. Stevia war hierzulande bis Dezember 2011 nicht erlaubt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×