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14.01.2016

18:27 Uhr

Coke Life

Zweite Chance für die grüne Cola

VonChristoph Kapalschinski

„Coca-Cola Life“ enthält bislang kaum weniger Zucker als herkömmliche Cola und kann daher kaum überzeugen. Jetzt ändert der US-Konzern das Rezept – nach nicht mal einem Jahr auf dem deutschen Markt.

Das Getränk bekommt eine neue Rezeptur. dpa

Coca-Cola Life

Das Getränk bekommt eine neue Rezeptur.

HamburgEs war ein medialer Fehlstart: Kurz nachdem der Coca-Cola-Konzern im Frühjahr 2015 die neueste Variante seiner Kernmarke Coca-Cola, „Coke Life“, nach Deutschland gebracht hatte, schlugen Verbraucherschützer Alarm. Die Cola mit dem grünen Etikett sei viel zu zuckrig – trotz Süßstoff Stevia. Statt 18 Stück Würfelzucker wie im halben Liter vollwertige Coca-Cola seien immerhin noch elf Stückchen enthalten, warnte die Verbraucherzentrale Niedersachsen: „Eine Zuckerbombe mit ein bisschen weniger Zucker ist immer noch eine Zuckerbombe.“

Dabei soll „Life“ eigentlich neue, besonders gesundheitsbewusste Konsumenten erreichen. Stevia gilt, da es aus einer südamerikanischen Pflanze stammt, als naturnähere Alternative zu gängigen Süßstoffen. Problem: Stevia schmeckt gewöhnungsbedürftig nach Lakritz und kann daher Zucker nicht vollständig ersetzen. Doch viele Konsumenten meiden die bisherige Coca-Cola, weil Zucker in die Kritik geraten ist – genauso wie herkömmliche Süßstoffe.

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Platz 10: Suntory Holdings (Japan)

Ursprünglich eine Brauerei und Destillerie, wurden die Geschäftsfelder erweitert. Mittlerweile werden auch Softdrinks, edle Weine sowie Eis und Blumen, angeboten. Umsatz mit Getränken 2014: 7,5 Milliarden US-Dollar.

Quelle: Statista/Beverage Industry Magazine

Platz 8: Pernod Ricard (Frankreich)

Pernod Ricard ist ein französischer Wein- und Spirituosen-Konzern, der im Dezember 1975 aus der Fusion der Unternehmen Pernod und Ricard entstanden ist. Umsatz 2014: 9,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 8: Starbucks (USA)

Das auf Kaffeeprodukte spezialisierte Einzelhandelsunternehmen kauft Kaffeebohnen, röstet und vertreibt diese über die konzerneigenen und lizenzierten Kaffeehäuser. Umsatz 2014: 12,7 Milliarden US-Dollar.

Platz 7: Diageo (Großbritannien)

Der Name Diageo setzt sich aus dem lateinischen Wort für Tag (dies) und dem griechischen Wort für Welt (geo) zusammen. Das Unternehmen ist in mehr als 180 Ländern tätig und seine Aktien werden in New York und London gehandelt. Mit 21,8 Milliarden US-Dollar Getränkeumsatz (2014) ist Diageo einer der weltweit größten Spirituosenhersteller.

Platz 6: SAB Miller (Großbritannien)

SAB Miller ist in mehr als 80 Ländern mit Brauereien vertreten. Die größten Absatzmärkte des Bierkonzerns sind Afrika, Nordamerika, Mitteleuropa und Osteuropa. Umsatz 2014: 22,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 5: Heineken (Niederlande)

Die niederländische Brauerei wurde am 12. Juli 1864 durch Gerard Adriaan Heineken gegründet. Der Konzern setzte 2014 23,3 Milliarden US-Dollar um.

Platz 4: Nestlé (Schweiz)

Nestlé ist der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern. Ein Drittel der Produkte sind Getränke. Umsatz 2014: 27 Milliarden US-Dollar.

Platz 3: PepsiCo (USA)

In den 1880er-Jahren entwickelte der US-Chemiker Caleb Bradham aus dem US-Bundesstaat North Carolina die „Pepsi-Cola“. Mittlerweile ist das Unternehmen zu einem der weltgrößten Lebensmittelhersteller angewachsen. Getränke-Umsatz 2014: 31 Milliarden Dollar.

Platz 2: Coca-Cola (USA)

John Stith Pemberton erfand das Getränk im Jahr 1886. Kurz vor dem Tod des Erfinders erwarb der Apothekengroßhändler Asa Griggs Candler für 2300 US-Dollar die Rechte an Coca-Cola. 1892 gründete er The Coca-Cola Company. Ein Jahr später ließ Candler Coca-Cola als Marke schützen. Umsatz 2014: 46 Milliarden US-Dollar.

Platz 1: Anheuser-Busch Inbev (Belgien)

Anheuser-Busch Inbev (kurz AB Inbev) ist – gemessen am Absatzvolumen – die größte Brauereigruppe der Welt. Sie entstand 2008 durch die Übernahme von Anheuser-Busch durch die belgisch-brasilianische Inbev-Gruppe. AB-Inbev beschäftigt mehr als 155.000 Mitarbeiter und ist mit mehr als 200 Marken in mehr als 140 Ländern vertreten. Umsatz 2014: 47 Milliarden US-Dollar.

Jetzt gibt Coca-Cola dem Getränk eine zweite Chance: Gegenüber dem Handel kündigte der Limonaden-Konzern an, zu Ostern den Zuckergehalt weiter reduzieren zu wollen – auf nur noch 50 Prozent der herkömmlichen Cola. Bislang war es lediglich 37 Prozent weniger. Damit folgt Coca-Cola ausgerechnet dem lokalen Konkurrenten Fritz-Kola. Die Hamburger hatten noch vor den Amerikanern eine Stevia-Variante auf den Markt gebracht, die noch dazu von Beginn an mit der Hälfte an Zucker auskam – und dafür ausdrücklich von den Verbraucherschützern gelobt wurde.

Überhaupt macht Fritz Coca-Cola punktuell zu schaffen: In der Heimatstadt Hamburg gibt es bereits Supermärkte, die mehr Fritz Kola verkaufen als Coca-Cola. Auch in der Szene-Gastronomie löst Fritz immer öfter den US-Klassiker ab.

Coca-Cola bestreitet auf Anfrage, dass die neue Rezeptur mit einem holprigen Start der neuen Submarke zusammenhänge. „Deutschland zählt zu den erfolgreichsten Märkten für Coca-Cola Life weltweit. Deshalb ist Deutschland auch das erste europäische Land, das den Stevia-Extrakt-Gehalt noch weiter erhöht und damit Kalorien für diese Coca-Cola weiter reduziert“, sagte eine Konzernsprecherin dem Handelsblatt. „Life“ sei ebenso gut gestartet wie 2006 „Coca-Cola Zero“. Die zuckerfreie Variante war damals auf den Markt gekommen, um Männer für Light-Getränke zu gewinnen. Derzeit bewirbt Coca-Cola sie stark mit dem Nationalmannschafts-Torwart Manuel Neuer.

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Für den März verspricht Coca-Cola den Händlern eine neue Werbekampagne für „Life“. „Wir investieren in Coca-Cola Life. Die nationale Kampagne erreicht mit TV, Plakaten, u.v.m. rund 1,3 Milliarden Kontakte“, preist der Konzern seine jüngste Schöpfung an. Der Startzeitpunkt für die neue Rezeptur sei perfekt: Coca-Cola mache in der ersten Osterwoche gewöhnlich einen Mehrumsatz von 25 Prozent.

Indirekt gesteht der Konzern ein, dass „Life“ bislang nicht wirklich dem Bedürfnis nach zuckerarmer Ernährung entsprochen hat: „Dank erhöhtem Stevia- und reduziertem Zuckeranteil versus 2015 wird die neue Coca-Cola Life noch relevanter für Ihre Kunden, die vermehrt auf den Zucker- und Kaloriengehalt ihrer Getränke achten“, wirbt Coca-Cola um Platz in den Regalen der Supermarktbetreiber.

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