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25.03.2014

10:40 Uhr

Computerbrillen

Ray-Ban soll Google Glass schicker machen

Technik trifft Stil: Google arbeitet mit dem Ray-Ban-Hersteller Luxottica zusammen, um seine Datenbrille Google Glass aufzuhübschen. Die Kooperation ist ein Zeichen dafür, dass Google Glass bald auf den Markt kommt.

Noch sehen die Google Glass-Brillen sehr technisch aus. Der italienische Ray-Ban-Hersteller soll das neue Design übernehmen. ap

Noch sehen die Google Glass-Brillen sehr technisch aus. Der italienische Ray-Ban-Hersteller soll das neue Design übernehmen.

MailandDie Datenbrille Google Glass soll stilvoller werden: Der Internetkonzern hat sich mit dem weltgrößten Brillenhersteller Luxottica zusammengetan. Als ersten Schritt soll es für die Google-Brille Gestelle der Marken Ray-Ban und Oakley geben, wie die Unternehmen am späten Montag ankündigten.

Die Partnerschaft mit dem italienischen Brillenhersteller ist ein deutliches Signal dafür, dass Google am Marktstart von Glass arbeitet. Luxottica verfügt neben zahlreichen bekannten Brillen-Marken auch über ein breites weltweites Vertriebsnetz. Glass-Produkte sollen in den über 5000 US-Läden des Konzerns angeboten werden, wie Luxottica-Chef Andrea Guerra dem „Wall Street Journal“ sagte. Die beiden Unternehmen arbeiten demnach bereits seit dem vergangenen Jahr zusammen.

Google Glass

Prestigeprojekt des Gründers

Die Datenbrille ist für den Internet-Konzern ein Prestigeprojekt – Mitgründer Sergey Brin kümmert sich darum persönlich. Seine Vision: Mithilfe des kleinen Bildschirms soll das Internet noch nahtloser in den Alltag integriert werden, etwa indem dort Informationen wie Wegbeschreibungen, E-Mails oder das Wetter eingeblendet werden.

Erste Geräte für Tester

Google Glass war anfangs noch nicht reif für den Massenmarkt, Google versorgte einige Tausend Testnutzer mit Brillen. Sie mussten 1500 Dollar plus Steuern zahlen. Im April will der Konzern das Gerät in den freien Verkauf geben, allerdings nur in den USA und in begrenzter Stückzahl.

Olympus arbeitet an Datenbrille

Auch andere Unternehmen arbeiten an einer Datenbrille, etwa Olympus und Epson. Allerdings richten sich die Konkurrenzmodelle nicht unbedingt an Privatnutzer, sondern eher an Unternehmen, die eines Tages etwa Lagerarbeiter damit ausstatten könnten.

Andere tragbare Computer

Andere Anbieter arbeiten ebenfalls an tragbaren Geräten, die sich mit dem Computer verbinden können. So haben diverse Unternehmen, darunter Samsung, Sony und das Start-up Pebble, Smartwatch-Modelle im Angebot, die Nachrichten auf einem kleinen Monitor am Handgelenk anzeigen und ermöglichen, auf Anrufe zu reagieren.

Ein Termin für den Marktstart von Google Glass wird allerdings nach wie vor nicht genannt. Bisher haben einige zehntausend Testnutzer in den USA die Datenbrille bekommen. Sie hat eine Kamera und einen kleinen Bildschirm über dem rechten Auge und kann damit Informationen aus dem Internet, Wegbeschreibungen oder Nachrichten anzeigen.

Es wird erwartet, dass Glass zunächst in den USA in den freien Verkauf kommt. Bis zu einem Marktstart in Europa könnte es deutlich länger dauern. Vor allem wegen der Mini-Kamera stößt Glass bei Datenschützern auf Bedenken. Google veröffentlichte vor kurzem sogar Benimmregeln für Nutzer, in denen von heimlichen Foto-Aufnahmen mit der Brille abgeraten wird.

Google setzt massiv auf das Geschäft mit kleinen tragbaren Computern. Erst vergangene Woche stellte der Internetkonzern dafür das Projekt Android Wear vor. Die Software dockt an die dominierende Smartphone-Plattform Android an. Das Projekt soll unter anderem eine Vielzahl von Computer-Uhren hervorbringen. Als erste Hersteller kündigten Motorola und LG Smartwatches mit der Software an.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

25.03.2014, 10:29 Uhr

Ich bin kein Fortschrittsfeind und auch kein Freund von überschießenden Verboten, aber Google Glass gehört hierzulande tatsächlich verboten, zumindest in allen öffentlichen Räumen.
Das KUG §22 verbietet unautorisierte Veröffentlichung von Personen, selbst das eigentliche Fotografieren kann schon als Eingriff in die allg. persönlichkeitsrechte gelten. Das ist glasklar geregelt. Dagegen verstoßen zwar schon unzählige Handy-"Fotografen", die Bilder mit Menschen ungefragt, unerlaubt und völlig schmerzbefreit ins Netz stellen (dieser irrwitzige und idiotische "Ich-muß-alles-teilen"-Wahn). Aber zumindest kann man das Tun von Handyknipsern meistens noch erkennen.
Bei Google Glass gibt es keinerlei Kontrollmöglichkeit (die winzige Aufnahmekontrolleuchte kann man ausschalten: Ein Kleckschen schwarzer Lack o.ä. genügt völlig): Wer einen damit anschaut, macht vielleicht schon unbemerkt Bilder. Eine unerträgliche Situation inkl. eines Gefühls der Unsicherheit (es gibt eine Menge Menschen, die wollen ihre Bilder nicht im Web sehen, schon gar nicht via Personenerkennung personifiziert), gegen die auch kein "Knigge" hilft.

Account gelöscht!

25.03.2014, 10:46 Uhr

Wirklich interessant, einfacher kann man Bilder, Videos etc. vom Nutzer derlei technischer Geräte kaum bekommen. Was bis jetzt via Handycam noch etwas umständlich z.B. auch von der NSA eingeholt werden konnte, kriegt man jetzt direkt "vom Auge des Betrachters" geliefert. Technisch wirklich kein Problem die Cam anzuschalten, ohne dass der Träger der Brille dies bemerkt, ebenso bei Notebooks und wie schon gesagt bei Smartphones möglich. Eigentlich tolle technische Erfindungen, die aber leider auch wieder von verschiedenen Gruppen missbraucht werden. Nichts Neues, ist halt so im Zeitalter der Spitzelei.

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