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07.04.2012

08:28 Uhr

Consulting-Firmen

Berater haben alle Hände voll zu tun

VonKatrin Terpitz

Von einer Zurückhaltung der Kunden angesichts der Euro-Krise spüren Unternehmensberatungen derzeit wenig. Die Umsätze der Branche steigen zweistellig. Für Ernüchterung sorgen allerdings schrumpfende Gewinnmargen.

Die Berater-Branche blickt auf ein gutes Jahr 2011 zurück. dpa

Die Berater-Branche blickt auf ein gutes Jahr 2011 zurück.

DüsseldorfDie etwa 91.000 Unternehmensberater in Deutschland machen wieder Nachtschichten – und gute Geschäfte. Im Jahr 2011 erwirtschafteten sie einen Rekordumsatz von 20,6 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Antonio Schnieder, Präsident des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) zeigte sich von der positiven Entwicklung der Branche selbst überrascht. „Im zweiten Halbjahr hat das Wachstum noch einmal kräftig angezogen“, sagte der Deutschland-Chef von Capgemini Consulting gestern bei der Vorstellung der Branchenzahlen.

„Kunden fragen wieder deutlich umfangreichere Projekte nach“, bestätigt Gerd Kerkhoff, Chef von Kerkhoff Consulting. Bis vor zehn Jahren entwickelte sich die Beraterbranche noch antizyklisch zur Konjunktur. Das heißt: Gingen die Geschäfte schlecht, holten sich Firmen Berater ins Haus. Heute verläuft die Umsatzkurve relativ parallel zur Wirtschaft.

Von Zurückhaltung der Kunden angesichts einer drohenden Euro-Krise spüren Beratungen derzeit wenig. Der Schock der Finanzkrise sitzt aber noch tief. Damals brach der Umsatz etlicher Beratungen zum Teil zweistellig ein. Momentan aber haben deutsche Unternehmen dicke finanzielle Polster. Viele nutzen diese und holen sich Berater, um ihr Haus krisenfest zu machen. „Kunden fragen vor allem nach Strategien in volatilen Märkten“, sagt Martin Sonnenschein, Zentraleuropa-Chef von A.T. Kearney. Dabei arbeiten Berater immer mehr mit Szenarien – verstärkt auch für Mittelständler.

Honorare haben sich erholt

Daneben stehen Projekte zur Nachhaltigkeit und Effizienzsteigerung weiter hoch im Kurs. Große Nachfrage besteht laut Klaus-Peter Gushurst, Deutschland-Chef von Booz & Company, auch nach Strategien zur Verlagerung der Produktion in Schwellenländer wie China.

Starke Umsatzimpulse für Berater kommen aus dem Fahrzeugbau und der Konsumgüterindustrie. Das Wachstum geht aber quer durch alle Kundenbranchen. Auch Finanzdienstleister lassen sich verstärkt in Sachen Restrukturierung und Risikomanagement beraten.

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