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06.09.2016

15:49 Uhr

Courtelis wird Nachfolger

Flixbus wirbt Finanzvorstand von Air Berlin ab

VonDieter Fockenbrock

Flixbus treibt seine Expansion weiter voran. Zum 1. Oktober wechselt der bisherige Finanzvorstand von Air Berlin als neuer Finanzchef zum Fernbuspionier. Bei Air Berlin übernimmt der bisherige Vize die Finanzgeschäfte.

Der bisherige Finanzvorstand von Air Berlin (l.), hier neben Konzernchef Stefan Pichler, wechselt zu Flixbus. Reuters

Arnd Schwierholz

Der bisherige Finanzvorstand von Air Berlin (l.), hier neben Konzernchef Stefan Pichler, wechselt zu Flixbus.

DüsseldorfDer Fernbuspionier und Marktführer auf dem deutschen Fernbusmarkt, Flixbus, hat ab dem 1. Oktober einen externen Finanzchef. Arnd Schwierholz, bislang Finanzvorstand bei Air Berlin, wird nach München wechseln und das Gründerteam um André Schwämmlein, Jochen Engert und Daniel Kraus verstärken. Was Schwämmlein und Schwierholz gegenüber dem Handelsblatt als „normal“ bezeichnen, ist in Wirklichkeit eine Zäsur. Der künftige Finanzchef, der den Posten bei Air Berlin eineinhalb Jahre inne hatte, bringt es auf den Punkt: „Flixbus ist auf dem Weg zu einem international etablierten Unternehmen“, sagte er dem Handelsblatt.

Seit Gründung von Flixbus Ende 2011 ist das Start-up rasant gewachsen. Auch durch Übernahmen: Erst schluckte Flixbus zur Jahreswende 2014/2015 den schärfsten und eigentlich größeren Konkurrenten Meinfernbus. Später übernahmen die Münchener das Streckennetz des britischen Anbieters Megabus in Kontinentaleuropa. Vor wenigen Wochen kaufte Flixbus die Strecken von Postbus.

Der Marktanteil des Unternehmens liegt inzwischen bei 81 Prozent. Deshalb expandiert Flixbus jetzt auch im Ausland. Nach Italien, Frankreich und Skandinavien wird nun eine Linie nach der anderen in Mitteleuropa und auf dem Balkan aufgebaut. Das Expansionstempo des erst 2012 gegründeten Unternehmens ist enorm.

Im deutschen Markt gibt es jetzt  nur noch einen ernsthaften Wettbewerber: die Bahn. Und die prüft nun ernsthaft, ob sie ebenfalls aus dem Geschäft aussteigen soll. Im Sommer kündigte Bahnchef Rüdiger Grube an, die „derzeitige Marktkonsolidierung“ zum Anlass zu nehmen, die „Fernbusstrategie neu zu bewerten.“ Bis zum Jahresende soll eine Entscheidung fallen. Treibende Kraft hinter dieser schnellen Expansion ist der Hauptgeldgeber General Atlantic. Der amerikanische Finanzinvestor war im Zuge der Fusion von Flixbus und Meinfernbus eingestiegen und hat inzwischen einen dreistelligen Millionenbetrag investiert.

Busreisen – ein Markt im Wandel

Aufteilung

Der Markt teilt sich je nach Einsatzzweck in Linienbusse und Reisebusse auf. Die Amerikaner sprechen hier von Buses and Coaches. Deutlich besser ausgestattet sind Reisebusse, deshalb verdienen die Hersteller hier auch mehr Geld.

Kunden

Bustouren hatten lange Jahre das biedere Image von Kaffeefahrten und Rentnerausflügen. Mit Aufkommen der Fernbusse hat sich das geändert. Mittlerweile reisen vor allem preisbewusste junge Menschen mit Bussen.

Werbebotschafter

Etliche Hersteller positionieren sich mit ihren Bussen im Sport. Die Weltmeister des Deutschen Fußball Bundes (DFB) fahren seit Jahren traditionell Daimler. Viele Bundesligisten sind in auffällig gestalteten Bussen von MAN unterwegs, die eine halbe Million Euro teuer sind. Der Hersteller nutzt das auch für aufwendige Kampagnen („München fährt MAN“, „Dortmund fährt MAN“ etc).

Nachfolger von Schwierholz bei Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft wird sein bisheriger Stellvertreter Dimitri Courtelis. Der 35-Jährige Wirtschaftswissenschaftler und qualifizierte Wirtschaftsprüfer arbeitete zuvor unter anderem für Ernst & Young, Deloitte, Etihad Airways und Air Serbia.

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