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29.11.2016

14:14 Uhr

Dachpfannen-Hersteller

Braas Monier macht Übernahme für Standard Industries teurer

Wenn Standard Industries wie geplant Braas Monier übernehmen will, müssen die Amerikaner tiefer in die Tasche greifen. Denn der Dachpfannen-Hersteller hat Gratisaktien an die eigenen Aktionäre herausgegeben.

Das Unternehmen aus Oberursel bei Frankfurt ist bei den Amerikanern bisher auf taube Ohren gestoßen. dpa

Dachpfannen-Hersteller

Das Unternehmen aus Oberursel bei Frankfurt ist bei den Amerikanern bisher auf taube Ohren gestoßen.

FrankfurtDer Dachpfannen-Hersteller Braas Monier kämpft weiter für ein höheres Übernahmeangebot des US-Konkurrenten Standard Industries. Mit der Ausgabe von Gratisaktien an die eigenen Aktionäre macht das Unternehmen aus Oberursel bei Frankfurt die Übernahme für die Amerikaner um zehn Prozent teurer. Der eigene Großaktionär müsste damit knapp 650 Millionen Euro ausgeben – rund 60 Millionen Euro mehr als bisher –, wenn er Braas Monier komplett schlucken wollte. Die mit den Gratisaktien bedachten Aktionäre bekämen damit praktisch 27,50 statt 25 Euro je Anteilsschein. Das trieb die Braas-Monier-Aktie am Dienstag um 7,5 Prozent auf 27,50 Euro.

Zudem soll ein großer Teil der Dividende für das laufende Jahr schon vorab ausgeschüttet werden. 57 der 70 Cent je Aktie sollten im Januar als Zwischendividende gezahlt werden. Damit will Braas Monier die Anteilseigner davon abhalten, Standard Industries ihre Papiere bis zum vorläufigen Ablauf des Angebots am 23. Dezember anzudienen. Braas Monier hält die Offerte des US-Familienunternehmens für zu niedrig. Standard Industries hat aber schon 40 Prozent der Anteile sicher.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Der ausstiegswillige Ex-Mehrheitseigentümer Monier, hinter dem sich Finanzinvestoren wie Apollo, TowerBrook und York Capital verbergen, hat den Amerikanern seine Anteile angedient. Andere Großaktionäre haben sich dagegen mit Forderungen von mehr als 30 Euro je Aktie zu Wort gemeldet.

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Da das Angebot aber nicht an Bedingungen geknüpft ist, fällt es Braas Monier schwer, Standard Industries unter Druck zu setzen. Man habe versucht, mit den Amerikanern über ein höheres Angebot zu sprechen, das der Vorstand den Aktionären empfehlen könnte, sei bisher aber auf taube Ohren gestoßen, hieß es in der Mitteilung. Braas sei weiter offen für Gespräche, behalte sich aber weitere Maßnahmen vor, „um einen noch höheren Wert für die Aktionäre zu schaffen“.

Von

rtr

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