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28.01.2013

11:33 Uhr

Dank höherer Ticketpreise

Billigflieger Ryanair kontert hohe Spritpreise

Ryanair konnte vor Weihnachten die Auslastung seiner Flugzeuge steigern. Dadurch fiel das Ergebnis des Billigfliegers besser aus als erwartet. Die durchschnittlichen Preise steigen aber.

Besser als erwartet: Ryanair hat im abgelaufenen Quartal einen Gewinn eingeflogen. dpa

Besser als erwartet: Ryanair hat im abgelaufenen Quartal einen Gewinn eingeflogen.

DublinDer irische Billigflieger Ryanair steuert nach einem starken Winterstart einen höheren Gewinn an. Im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März dürfte der Überschuss fast 540 Millionen Euro erreichen, kündigte Unternehmenschef Michael O'Leary am Montag in Dublin an. Bisher war er von lediglich 490 bis 520 Millionen Euro ausgegangen. Nach ersten Kursgewinnen verlor die Aktie im Dubliner Handel rund zwei Prozent an Wert.

Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Dezember verdiente Ryanair dank höherer Ticketpreise unter dem Strich 18 Millionen Euro, gut ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor. Während die Zahl der Fluggäste um drei Prozent auf 17,3 Millionen wuchs, kletterte der Umsatz um 15 Prozent auf 969 Millionen Euro. Dabei musste Ryanair fast ein Viertel mehr für Sprit ausgeben. Wegen der hohen Ölpreise kletterten die Treibstoffkosten auf 415 Millionen Euro und zehrten damit 43 Prozent der Erlöse auf.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Der Winter gilt bei Fluggesellschaften als die schwächste Jahreszeit. Ihre Gewinne fliegen sie vor allem in der Reisesaison im Sommer ein. Um keine roten Zahlen mit halbleeren Maschinen einzufliegen, lässt Ryanair in der kalten Jahreshälfte bis zu 80 der insgesamt 305 Flugzeuge am Boden. Konkurrent Lufthansa hatte wegen der unsicheren Nachfragesituation das Flugangebot im Winter um drei Prozent zusammengestrichen.

Unterdessen versucht Ryanair weiter, die EU-Kommission von der Übernahme des irischen Konkurrenten Aer Lingus zu überzeugen. Helfen sollen dabei zwei andere Fluggesellschaften, die einen wesentlichen Teil des Aer-Lingus-Streckennetzes übernehmen und damit den Wettbewerb auf den Flügen von und nach Irland sichern sollen. Die Namen der beiden anderen Gesellschaften wurden nicht genannt.

Ryanair versucht seit Monaten in einem dritten Anlauf, die Aktienmehrheit bei Aer Lingus zu erringen. Die EU-Kommission fürchtet im Fall einer Übernahme um den intakten Wettbewerb auf vielen Strecken und hat dazu eine Bedenkenliste veröffentlicht. Ryanair hält seit Jahren knapp 30 Prozent an Aer Lingus.

Von

dpa

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