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11.03.2014

18:40 Uhr

Dank Kreditkartengeschäft

Neue Milliardäre in der Ikea-Familie

Die Söhne von Ikea-Gründer Ingvar sind in den illustren Kreis der Dollar-Milliardäre aufgestiegen. Das haben die Brüder mit Anteilen am Kreditkartengeschäft von Ikano geschafft – bei dem Ikea größter Kunde ist

Der siebtreichste Mensch der Welt: Ikea-Gründer Ingvar Kamprad vor einer IKEA Filiale. Seine Söhne haben noch nie ein Interview geführt. dpa

Der siebtreichste Mensch der Welt: Ikea-Gründer Ingvar Kamprad vor einer IKEA Filiale. Seine Söhne haben noch nie ein Interview geführt.

Das Flaggschiff von Ikea ist das Möbelhaus in Stockholm: Der blau-gelbe Koloss ist das größte der 349 Einrichtungshäuser und lockt Kunden mit einer Verkaufsfläche von 600.000 Quadratmetern - groß genug für zehn Fußballfelder. Der Riesenbau und das leuchtende Farbschema bilden einen Kontrast zu Ingvar Kamprad, Gründer des Unternehmens und reichster Mann Schwedens. Denn Kamprad gibt kaum Interviews, lebt bescheiden und scheut „schicke Autos, noble Titel, maßgeschneiderte Uniformen und andere Statussymbole“, die er in seinem Manifest für Ikea im Jahr 1976 kritisiert hatte.

Seine drei Söhne haben vom Vater nicht nur die Vorliebe für Privatsphäre übernommen - sie haben noch nie ein Interview gegeben. Peter, Jonas und Mathias bekamen auch Anteile an der Ikano Group, die in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Immobilien, Versicherungen und Einzelhandel tätig ist und die das Trio zu Dollar-Milliardären gemacht hat. „Sie sind extrem anonym“, sagt Stellan Bjork, Mitautor des Buches „Ikea Heading for the Future“ über den Möbeleinzelhändler und die Kamprad-Familie. „Manchmal scherze ich und sage, dass ich mich frage, ob sie wirklich existieren.“

Ikano wurde 1988 gegründet und stellt nur einen kleinen Teil der Ikea-Gruppe dar, die in dem Jahr zum 31. August auf einen Umsatz von 28,5 Milliarden Euro kam. Ikano kontrolliert laut Unternehmenswebsite vier Ikea-Häuser in Südostasien, Immobilien im Wert von 2,2 Milliarden Dollar, eine Versicherungssparte und eine Kreditkartengesellschaft, das 2012 Transaktionen im Volumen von rund 6,7 Milliarden Dollar abgewickelt hat.

Die Geschichte von Ikea

1943 - Gründung

Ingvar Kamprad gründet im zarten Alter von 17 Jahren seine eigene Firma. Als Startkapital nutzt er eine Belohnung, die ihm sein Vater für den bestandenen Schulabschluss schenkte. Der Name Ikea setzt sich zusammen aus den Initialen des Gründers (I. K.), sowie dem Bauernhof, Elmtaryd (E), und dem Dorf Agunnaryd (A), in dem er aufwuchs. Anfangs verkaufte Kamprad Stifte, Portemonnaies, Bilderrahmen, Tischläufer, Uhren, Schmuck und Nylonstrumpfhosen.

1948 - Möbel im Sortiment

Möbel werden ins Sortiment aufgenommen. Die Möbel werden von lokalen Herstellern in den Wäldern in der Nähe von Ingvar Kamprads Wohnort produziert.

1951 - Der erste Katalog

Kamprad verkauft seine Möbel auch per Katalog - und steigert so die Verkaufszahlen. Der erste Ikea-Katalog unterscheidet sich allerdings noch deutlich von heutigen Ausgaben.

1956 - Möbel zum Selbstbauen

Ikea beginnt eigene Möbel zu entwerfen, nachdem ein Mitbewerber die Lieferanten von einem Ikea-Boykott überzeugen möchte. Erstmals verpacken die Schweden ihre Möbel als Paket. Die Entdeckung der Selbstmontage ist ein Zufall: Ein Ikea-Mitarbeiter schraubte die Beine seines Tisches ab, damit der in sein Auto passte.

1958 - Das erste Einrichtungshaus

Das erste Ikea-Einrichtungshaus eröffnet in Älmhult, Schweden. Mit 6.700 Quadratmeter war es das zum damaligen Zeitpunkt größte Möbelgeschäft in Skandinavien.

1963 - Ikea expandiert ins Ausland

Das erste Ikea-Einrichtungshaus außerhalb Schwedens wird in Oslo, Norwegen, eröffnet.

1968 - Ikea verwendet erstmals Spanplatten

Für das Sofa „Privat“ setzt Ikea erstmals gepresste Holzplatten aus Spänen ein. Mit weißer Lackierung und braune Cretonne-Bezüge wird das Sofa zum Verkaufsschlager.

1974 - Ikea kommt nach Deutschland

Das erste Ikea-Einrichtungshaus in Deutschland wird am 17. Oktober in Eching bei München eröffnet. Nach der Schweiz und Dänemark ist Deutschland damit der vierte Auslandsmarkt für Ikea - und der größte.

1979/1 - Die Erfindung des Billy-Regals

Das Billy Bücherregal wird in das Sortiment aufgenommen – und entwickelt sich zum Klassiker. Mittlerweile haben die Schweden auch nach Australien, Österreich, Kanada und in die Niederlande expandiert.

1979/2 - Klippan feiert Premiere

Mit dem Klippan-Sofa gelingt den Schweden im selben Jahr ein weiterer Klassiker. Der Bau des Billigsofas ist umstritten - es soll teilweise von DDR-Zwangsarbeitern gebaut worden sein.

1984 - Ikea Family wird gegründet

Mit Ikea Family wird der erste Kundenklub gegründet.. Heute besitzen rund 15 Millionen Menschen eine Ikea-Kundenkarte.

1985 - Ikea erreicht die USA

Das erste Einrichtungshaus in den USA wird in Philadelphia eröffnet. Mittlerweile hat Ikea auch Filialen in Frankreich und Belgien. Die Schweden haben nun 10.000 Mitarbeiter über 60 Einrichtungshäuser.

1986 - Kamprad gibt die Konzernleitung ab

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad zieht sich von der Konzernleitung zurück und wird Berater. Anders Moberg wird Konzernchef.

1991 - Ikea nutzt die Wende

Schon kurz nach der Wende eröffnet Ikea mehrere Einrichtungshäuser in Polen, Ungarn und Tschechien.

1998 - Ikea expandiert nach China

Der Möbelriese erkennt früh die Potentiale des chinesischen Wirtschaftswachstums. Das erste IKEA Einrichtungshaus in China wird in Shanghai eröffnet.

1999 - Anders löst Anders ab

Der IKEA Konzern beschäftigt nun 50.000 Mitarbeiter und hat 158 Einrichtungshäuser in 29 Ländern. Anders Dahlvig löst Anders Moberg ab und wird Konzernchef.

2000 - Ikea startet Online-hop

Zuerst darf nur Schweden und Dänemark online bei Ikea eingekauft werden. Nach und nach schließen sich andere Märkte an.

2006 - Ikea hat 100.000 Mitarbeiter

Der IKEA Konzern hat nun mehr als 100.000 Mitarbeiter und ist in 44 Ländern tätig. Kamprad gilt als reichster Mann der Welt.

2012 - Entschuldigung für dunkles DDR-Kapitel

Ikea beschäftigte in der DDR Zwangsarbeiter. Im Jahr 2012 legte das Unternehmen dazu eine eigene Studie vor. Demnach wusste die Führung bereits seit 1981 davon, reagierte aber nicht. Ikea entschuldigte sich für den Einsatz von DDR-Zwangsarbeitern.

2014 - Ikea feiert 40-jähriges Jubiläum in Deutschland

Am 17. Oktober feiert Ikea sein 40-jähriges Bestehen in Deutschland.

Den Brüdern, die alle in den Vierzigern sind, gehört die nicht börsennotierte Gesellschaft zu gleichen Teilen, wie eine Ikano-Sprecherin in einer E-Mail mitteilte. Das Unternehmen wird laut Bloomberg-Daten mit 3,3 Milliarden Dollar bewertet. Die Geschwister sind noch nie als Milliardäre in einer Rangliste vermögender Personen aufgetaucht.

„Man muss Ikano von den anderen Unternehmen trennen, weil es nur den Söhnen gehört“, sagt der schwedische Journalist Bosse Vikingson, der seit 1987 über Ikea berichtet. „Gleichwohl ist die Firma mit dem Rest der Gruppe eng verflochten.“ So ist Ikea, der weltgrößte Möbel-Einzelhändler, der größte Kunde von Ikanos Kreditkartengeschäft, das über mehr als 15 Millionen aktive Konten verfügt - darunter auch die von Kunden des schwedischen Textileinzelhändlers Lindex AB aus Göteborg und von DFS Furniture Holdings Plc aus England.

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