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03.06.2011

12:35 Uhr

Darmbakterium

Bauern und Handel leiden unter Ehec-Panik

Noch ist nicht bekannt, woher das Darmbakterium Ehec stammt, auch die Folgen sind im Vergleich zu vielen anderen Krankheiten überschaubar. Doch die große öffentliche Aufregung hat bereits Millionenschäden verursacht.

Ein Korb mit Blattsalaten Quelle: dapd

Ein Korb mit Blattsalaten

DüsseldorfDie Aufregung um die Infektionen durch das aggressive Darmbakterium Ehec verursacht immer massiver wirtschaftliche Schäden. Jetzt sorgen sich auch die Einzelhändler in Deutschland wegen der durch Ehec verunsicherten Verbraucher um ihre Umsätze. "Die Unternehmen spüren die Zurückhaltung", klagte am Freitag ein Sprecher des Handelsverbands Deutschland (HDE). Die Verbraucher hielten sich beim Kauf von Gurken, Tomaten und Salaten zurück. "Sicherlich haben die Unternehmen Umsatzverluste." Zahlen lägen bislang noch nicht vor.

Die Unternehmen, die zum Teil über eigene Labors verfügten, arbeiteten eng mit den Behörden zusammen. Der Einzelhandel ist in den vergangenen Jahren immer wieder durch belastete Lebensmittel, wie zuletzt der Fund von Dioxin in Eiern, Hühner- und Schweinefleisch, unter Druck geraten. Die Situation sei jetzt noch eine andere, weil es Tote gegeben habe, erläuterte der HDE-Sprecher. Bisher sind 17 Menschen an Ehec gestorben.

Entgegen ursprünglicher Warnungen hatte sich herausgestellt, dass Salatgurken aus Spanien nicht die Ursache für die lebensgefährlichen Infektionen waren. Doch die Warnungen der Behörden haben die Verbraucher bereits so nachhaltig verunsichert, dass sie sich beim Kauf massiv zurückhalten.

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Der Chef des Bundesinstituts für Risikobewertung, Andreas Hensel, warnte davor, beherrschbare Probleme medial aufzublasen: "Der Erreger ist zwar ohne Frage sehr gefährlich. Die Hysterie in Deutschland halte ich aber für übertrieben", sagte er. Zur Relation verweist er auf die Gesamtdimension von Schäden durch Lebensmittel: "Jährlich erkranken 100.000 bis 150.000 Menschen in Deutschland an Lebensmittelinfektionen oder -vergiftungen." Dies verursache auch enorme wirtschaftliche Schäden - werde aber kaum beachtet. Ebenfalls aufschlussreich: Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 10.000 Menschen an der Grippe.

Kommentare (5)

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ach_so

03.06.2011, 12:54 Uhr

Diejenigen, die nun von Panik reden (die ja eine irrationale Komponente impliziert) seien daran erinnert, welche Kosten die von den Behörden vom Zaun gebrochene Schweinegrippe-Hysterie verursacht hat. Damals ist ausser Spesen nichts gewesen. Also: wenn wieder so ein Fuzzi von einem Amt meint, er müsste was Schlauses von sich geben, soll er sich an die eigene Nase fassen, denn oft genug haben diese Leute Fehlalarme verursacht. Nun, wo wirklich mal Grund zur Sorge besteht, ist der Verbraucher angeblich panisch.

Skeptiker

03.06.2011, 13:02 Uhr

Das Handelsblatt macht sich mehr Sorgen um den Umsatz der Gemüsebauern und dem Handel als um das Leid von nun schon 2000 Patienten mit EHEC. Der Tenor, sollen doch alle weiter Essen wie bisher, ist ja nichts geklärt. Was würde das HB wohl schreiben, wenn sich dann doch heraustellt es war das Gemüse über das EHEC verbreitet worden ist? Dann würde sicherlich das HB auf die "Verantwortlichen" eindreschen und mangelnde Aufklärung durch das RKI beklagen. Zudem sollten sich die "Schreiberlinge" mal die Frage stellen, wie denn der neue EHEC-Keim entstanden sein könnte? Wenn es denn in den so geförderten neuen "Biogeneratoren" (Biogasanlagen) zu einer Kombination von HUSEC 41 ST678 mit einem anderen gekommen ist, müßte man die Energiewende mal überdenken und die Gefahr durch Biogasanlagen denen der Atomenergie gleichstellen.

Account gelöscht!

03.06.2011, 13:32 Uhr

Meiner Meinung nach ist Ehec im Trinkwasser und kommt direkt aus dem Wasserhahn. Das erklärt auch das Thema Gurken und Salat denn die wurden erst bei der Nässung mit Ehec versäucht. Warum haben so viele Frauen ein Problem mit Ehec? Nur weil Sie in der Küche stehen und Salat machen? Nein, es sind nur bestimmte Menschen mit einem bestimmten Genom betroffen.

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