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26.11.2014

19:06 Uhr

Das kopierte Unternehmen

Die Schattenseiten von Franchising

Gleiches Logo, gleiches Angebot und gleiche Qualität: Beim Franchisesystem wird ein Firmenkonzept auf mehrere Filialen mit eigenen Betreibern übertragen. Das hat aber nicht nur Vorteile - wie Burger King derzeit spürt.

Burger King ist einer der größten Franchise-Partner. dpa

Burger King ist einer der größten Franchise-Partner.

Stuttgart/MünchenMan nehme ein erfolgreiches Unternehmen und drücke die Kopier-Taste: Nach diesem Prinzip funktioniert das sogenannte Franchisesystem, bei dem der Gründer anderen gegen Gebühren ein vorhandenes Konzept zur Verfügung stellt. Was einer Marke eine schnelle Expansion bei vergleichsweise niedrigen Investitionen ermöglicht, hat aber auch Schattenseiten - etwa wenn ein großer Franchise-Partner Probleme macht wie aktuell bei Burger King.

„Burger King hat durch das Verhalten des Franchise-Partners einen Imageschaden erlitten. Die Frage ist, wie lange das in den Köpfen der Leute hängen bleibt“, sagt Felix Peckert. Der frühere Leiter des Deutschen Franchise-Verbands (DFV) berät Franchise-Geber beim Aufbau eines solchen Systems. Nach seinen Angaben gibt es derzeit in Deutschland etwa 1000 solcher Formate.

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Dabei handelt es sich aber keineswegs nur um Restaurantketten wie Burger King: Nach Angaben des Deutschen Franchise-Verbands (DFV) gibt es die meisten Unternehmen von der Stange im Dienstleistungsbereich, gefolgt vom Handel und der Gastronomie.

Die Fitnesskette Mrs. Sporty zählt dazu ebenso wie die Schuhreparatur Mister Minit und die Hotelkette Leonardo. In Deutschland wurde das Prinzip laut DFV 1971 mit den Baumärkten von Obi und den Burgerrestaurants von McDonald's eingeführt.

Risse im System wie aktuell bei Burger King, wo gleich 89 Restaurants wegen Hygienemängeln und schlechter Arbeitsbedingungen bei einem Partner dichtmachen mussten, sind Branchenkennern zufolge aber die Seltenheit. Dass ein Franchise-Nehmer überhaupt so viele Filialen auf einmal betreibe, sei „untypisch“, erklärt Martin Ahlert, Geschäftsführer des Internationalen Centrums für Franchising und Cooperation (F&C) an der Universität Münster.

„Der Vorteil des Zusammenspiels ist es ja, dass der einzelne Unternehmer das gut und effizient machen kann, weil er vor Ort ist.“ Bei einer Masse an Filialen sei es für den Franchise-Partner aber schwer, die lokalen Gegebenheiten im Blick zu behalten. Auch wenn die Zusammenarbeit in der Regel ohne größere Zwischenfälle ablaufe: „In jedem System gibt es Menschen, die aus der Reihe tanzen.“

Das bekam zuletzt auch die Fast-Food-Kette Subway zu spüren: Dort meuterten unzufriedene Franchise-Partner vor einigen Jahren und stiegen aus dem System aus. Einige Unternehmer machten damals unter anderem Namen weiter - auch weil ihnen die Gebühren für die Zugehörigkeit zu hoch waren. Die Italo-Kette Vapiano wiederum kündigte in der Türkei nach eigenen Angaben ebenfalls der Yi-Ko Holding - dem umstrittenen Franchise-Partner von Burger King.

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