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02.05.2012

13:16 Uhr

De Krassny über Praktiker

„Das Risiko ist kleiner als die Chance“

VonStefan Menzel

Die Fondsmanagerin Isabella de Krassny im Interview über ihren Einsteig bei kriselnden Baumarktkonzern Praktiker und ihr Rettungskonzept.

Isabella de Krassny. picture alliance / Lukas Ilgner

Isabella de Krassny.

WienHandelsblatt: Frau de Krassny, haben Sie den Einstieg bei Praktiker bereut?

Isabella de Krassny: Das Unternehmen hat Substanz und besitzt eine Zukunft. Praktiker ist weder illiquide noch überschuldet. Aber: Derzeit habe ich schon einmal die eine oder andere schlaflose Nacht. Schließlich besitze ich eine Verantwortung gegenüber meinen Geldgebern.

Die schwache Ertragskraft ist wohl das größte Problem?

Deshalb haben wir unser Konzept ausgearbeitet, mit dem wir sogar eine neue operative Führung ins Unternehmen bringen würden. Zudem können wir auch eine Finanzierung anbieten. Wir bräuchten nicht einmal einen HV-Beschluss dafür, die Zustimmung des Aufsichtsrats würde genügen.

Warum sind Sie überhaupt bei Praktiker eingestiegen?

Ich beobachte das Unternehmen schon seit etwa fünf Jahren. Praktiker wurde extrem günstig an der Börse gehandelt, weit unter dem Buchwert. Dazu reichte schon der Blick in die Bilanz. Um nur ein Beispiel zu nennen: Es gibt auch ein recht ordentliches Immobilienvermögen, bei Praktiker ist einfach etwas vorhanden.

Hätte es auch ein anderes Unternehmen werden können?

Natürlich. Ich liebe Unternehmen unter Buchwert und mit einem hohen Streubesitz. Gibt es einen dominierenden Anteilseigner oder eine einzige starke Bank dahinter, dann lasse ich die Finger davon. Denn in einem solchen Fall wäre ich machtlos nach einem Einstieg. Weil Österreich so klein ist, gibt es selten Gelegenheiten wie bei Praktiker. Also gehe ich nach Deutschland oder in die Schweiz. Es gehört zu meinem Job, dann bei einem Unternehmen einzusteigen, wenn das Risiko deutlich kleiner ist als die Chance.

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