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02.02.2005

09:09 Uhr

Dennoch kein Turbo für die gesamt Beratungsbranche

Berater profitieren von Finanzinvestoren

VonM. Telgheder, D. Heilmann, Handelsblatt

Die Hoffnung auf ein besseres Geschäftsjahr hat sich für viele Management-Beratungen in Deutschland nicht erfüllt. Der Markt stagniert und die Konjunkturprognosen für das laufende Jahr stimmen die Branche auch nicht gerade optimistisch.

HB FRANKFURT/M. Der Bundesverband der Unternehmensberater (BDU) geht allenfalls von einem Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich aus. Der Kampf um ein größeres Stück vom rund zwölf Mrd. Euro schweren Kuchen bleibt hart.

Für einen Hoffnungsschimmer sorgen da die privaten Finanzinvestoren, die sich in den letzten beiden Jahren verstärkt in Deutschland engagiert haben. Weil sie gemessen an ihrer Personalstärke im Grunde kleine Firmen sind, greifen sie bei ihren Deals häufig auf externe Unterstützung zurück und arbeiten beispielsweise mit Wirtschaftsprüfern, Steuerexperten, aber auch strategischen Beratern zusammen, sagt Dirk Ley, Vorstand des Fachbereichs Unternehmensfinanzierung beim BDU und Partner beim Wirtschaftsprüfer Ernst & Young. „In der deutschen Private Equity Szene sind rund 200 inländische und ausländische Firmen aktiv, und die haben je nach ihrem eigenen Erfahrungshintergrund bei ihren einzelnen Projekten unterschiedlichen Beratungsbedarf“, sagt Ley.

Eine Entwicklung, die Burkhard Schwenker, Chef der zweitgrößten deutschen Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants, nur recht sein kann. „Private- Equity-Firmen spielen auch für uns eine zunehmend wichtige Rolle als Auftraggeber. Dabei geht es erstens um branchenbezogene Fragen, zweitens um die Bewertung potenzieller Kaufobjekte und drittens um die Restrukturierung und Neuausrichtung übernommener Firmen“, sagt Schwenker. Auch Dieter Heuskel, Deutschlandchef der Boston Consulting Group berichtet von zunehmenden Aufträgen dieser Klientel (siehe Nachgefragt).

Die Liste der Deals privater Finanzinvestoren in Deutschland ist lang. Gagfah, Celenese, Dynamit Nobel sind nur drei prominente Beispiele von Firmen, die 2004 von Private-Equity-Gesellschaften wie Fortress, Blackstone und KKR übernommen wurden. Der Markt für privates Eigenkapital soll sich laut Marktforschern der Initiative Europe auf rund 23 Mrd. Euro mehr als verdoppelt haben.

Allerdings müssen bei den Finanzinvestoren nicht immer die großen strategischen Beratungshäuser zum Zuge kommen. Auch ehemalige Manager sind gefragt. Die britische Beteiligungsgesellschaft 3i beispielsweise hat nach ihrem Einstieg bei dem Einrichtungshändler Das Depot den Rat von Ex-Quelle-Vorstand Rolf Schuchardt und dem ehemaligen Karstadt-Direktor Guido Schild eingeholt.

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