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27.05.2014

10:38 Uhr

Der große Bruder des Briefkastens

Der Paketkasten der Deutschen Post kommt

Er ist weiß, grau, gelb, rot oder blau – der neue Paketkasten der Post. Seit ein paar Wochen können Kunden die Box in ihrer Lieblingsfarbe ordern. Doch aufgepasst: Der Paketkasten kostet Geld und lohnt nicht für jeden.

Ein Paketzusteller der Deutschen Post liefert ein Paket an einen Paketkasten vor einem Haus aus. Paketkästen in Vorgärten sind bequem für den Zusteller erreichbar. dpa

Ein Paketzusteller der Deutschen Post liefert ein Paket an einen Paketkasten vor einem Haus aus. Paketkästen in Vorgärten sind bequem für den Zusteller erreichbar.

BonnWenn Jürgen Gerdes über den Paketkasten spricht, ist der Manager aus dem Vorstand der Deutschen Post vor Begeisterung kaum zu bremsen. Der Mann ist ein glänzender Verkäufer – einer mit Pepp in der Sparte PeP. So nennt sich seit kurzem der Geschäftsbereich Post-eCommerce-Parcel (PeP), den Gerdes im Konzernvorstand des Logistikriesen schon seit Jahren verantwortet und der früher einfach nur Brief genannt wurde. Durch den boomenden Internethandel jedoch hat die Geschäftssparte einen ungeahnten Schub erhalten, während SMS und Email der klassischen Briefsparte das Wasser abgraben.

Mit dem Paketkasten will die Deutsche Post nun die Konkurrenz im hart umworbenen Zustellergeschäft auf Distanz halten. Die Kästen, die der Bonner Riese seit Anfang Mai bundesweit zum Kauf oder zur Miete anbietet, sieht das Unternehmen als eine weitere Option, um den Transport der Sendungen zu beschleunigen. Denn nichts ist so kostspielig für die Unternehmen und ärgerlich für die Kunden, wenn der Zustellversuch wiederholt werden muss. Und schließlich soll der Kunde möglichst schnell seine online bestellten Produkte als Paket in der Hand halten.

In diesem Sinne haben sich die Paketlogistiker um den Bonner Marktführer und seine Konkurrenten Hermes, DPD und GLS und UPI in den vergangenen Jahren einiges einfallen lassen: Von Paketshops über Packstationen bis hin zu flexiblen Lieferterminen und Zustellorten. „Unser Ziel ist, dass eine Paketzustellung genauso bequem ist wie die Warenbestellung im Internet“, sagt Michael Knaupe vom Paketdienstleister DPD aus Aschaffenburg.

Nach Angaben der Post kommen die Paketkästen, die Gerdes auch gerne „größte Erfindung seit dem Briefkasten“ nennt, bei den Kunden gut an. Rund 100 Bestellungen täglich verbuche die Post derzeit, verriet der Manager unlängst der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die Nachfrage zeige, dass man richtig liege, sekundiert Sprecherin Dunja Kuhlmann.

Kommentare (3)

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27.05.2014, 12:06 Uhr

Das Ganze ist nur noch krank und der Offenbarungseid für DHL. Ich soll mir jetzt so einen hässlichen Kasten in den Garten stellen und auch noch dafür zahlen? Gehts noch? Und as alles nur, weil DHL es immer noch nicht hinbekommen eine kundenfreundlichere Auslieferungspolitik hinzubekommen. Sorry, da mache ich nicht mit! Boykott

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27.05.2014, 12:10 Uhr

Natürlich kostet die Paketbox Geld und natürlich ist sie nicht für Jeden, aber bevor man wieder rummeckert sollte man die Menschen doch selber entscheiden lassen, ob sie eine haben wollen oder nicht. So viel Entscheidungsfähigkeit sollte einem schon zugetraut werden.

Für Leute, die sich nicht wegen ein paar Paketlieferungen ans Haus fesseln lassen möchten, ist das doch eine tolle Idee. Ich muss nicht stundenlang darauf warten bis ein Paket zugestellt werden kann und ich muss nicht extra zur Post laufen um es abzuholen wenn ich mal nicht da war. Ich habe einen direkten Nutzen durch die Box: ungebundene Freizeit.

Das die Box nicht für jeden Paketdienst geöffnet wird, ist doch auch normal. Gibt auch sonst keine 'Verbindungen' zwischen den einzelnen Paketdiensten. Warum sollte es in diesem Fall anderes sein?

Vermutlich bietet irgendwann einmal ein unabhängiges Unternehmen die All-In-One Box an. Über die technische Machbarkeit muss man sich halt noch Gedanken machen.

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27.05.2014, 12:17 Uhr

*g* Ja ja - Boykott!
Mit 'kundenfreundlicherer Ausliefungspolitik' meinen sie in Wirklichkeit 'sklavische Mitarbeiterschändung ohne höhere Aufwandsentschädigung'. Nach ihren Wünschen müssten die Postleute vermutlich auch noch bis 22 Uhr abends zustellen. Dafür bezahlen wollen sie als Kunde natürlich nicht, was dann wieder schlecht bezahlte Paketboten nach sich zieht.

Ich persönlich würde ihnen raten den Versandhandel einfach komplett zu boykottieren. Dann haben sie es DHL und den anderen so richtig gezeigt!

Da sie (noch) niemand zwingt eine Paketbox zu kaufen, dürfen sie gerne in ihrer Boykott-Ecke bleiben und müssen nicht einer innovativen Idee im Weg rumstehen.

Im Übrigen:
Es gibt doch bereits einige Länder wo Pakete gar nicht zugestellt werden sondern immer abgeholt werden müssen. Vielleicht sollte man es dannn lieber so regeln.

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