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17.01.2012

06:22 Uhr

"Der McDonald's-Check"

Eine Fastfood-Analyse ohne den nötigen Biss

VonAlexander Möthe

Die ARD konnte mit dem "Lidl-Check" einen überraschenden Quotenerfolg in der Primtetime verbuchen. Am Montagabend folgte das gleiche mit der Fastfood-Kette McDonald's. Die kritische Durchleuchtung versandet jedoch immer dort, wo es gerade interessant wird. Den Machern fehlt die Konsequenz - dem Verbraucher die Erkenntnis.

Der "Big Mac": Über McDonald's kann man unterschiedlicher Meinung sein. dpa

Der "Big Mac": Über McDonald's kann man unterschiedlicher Meinung sein.

Düsseldorf"Woran denken sie, wenn Sie Fastfood hören?" Die Antwort, die auf der Straße befragte Passanten geben, lautet fast ausschließlich "McDonald's". Mit diesem vielsagenden Einspieler steigen Jochen Taßler und Jochen Leufgens in den "McDonald's-Check" ein. In der Vorwoche überraschte die ARD bereits mit dem "Lidl-Check" auf dem prominenten Sendeplatz um 20:15 Uhr mit einem verbraucherorientierten Format.

Und das mit Quotenerfolg: 6,3 Millionen Zuschauer schalteten ein, um letztlich zu erfahren, dass bei dem Lebensmitteldiscounter nicht mehr oder weniger gespart werden kann als bei der Konkurrenz. Am Montagabend stand nun in McDonald's das nächste Schwergewicht auf dem Prüfstand.

Die Ausgangslage ist klar: Der Burger-Bratbetrieb ist Marktführer, nicht nur in Deutschland, als Marke sowohl berühmt als auch berüchtigt. Denn auch wenn der Konzern sein Angebot mittlerweile aggressiv in Richtung gesunder Ernährung zu erweitern versucht, die von den Reportern durchgeführten Straßenbefragungen belegen, dass sich in der Bevölkerung klare Meinungsbilder herausgebildet  haben.

Ungesund sei das Essen, nicht nachhaltig sättigend - aber zumindest preiswert. Angesichts  eines Nettoumsatzes von gut drei Milliarden Euro bei täglich 2,69 Millionen Gästen in 1.386 Restaurants allein in Deutschland (Stand: 2010) verwunderlich, denn es muss ja, buchstäblich, ein Erfolgsrezept geben.

Die größten Franchise-Nehmer

463.000 Menschen verdienten ihr Geld Ende 2010 in der Franchise-Wirtschaft, 33,6 Prozent als zehn Jahre zuvor. Knapp die Hälfte arbeitet im Bereich Dienstleistung, mit 32 folgt der Handel, danach Gastronomie und das Handwerk.

Platz 1

Tui/First

Die meisten Reisebüros von Tui und First werden von Franchise-Nehmern geführt. In Deutschland waren es 2009 wie schon in den Vorjahren 1.405 Betriebe.

Platz 2

Der wohl bekannteste Franchise-Geber der Welt liegt in Deutschland nur auf Rang zwei: McDonalds betreibt 1.334 Betriebe in diesem System.

Platz 3

In Deutschland brauchen immer mehr Kinder Nachhilfe. Davon profitiert auch die Schülerhilfe: Mit 1.023 Betrieben Platz liegt das Unternehmen auf Rang drei .

Platz 4

Es folgt der Studienkreis mit 1.006 Betrieben auf Rang vier.

Platz 5

Man findet sie praktisch in jeder Stadt - die Bäckerei-Filialen von Kamps. 930 davon werden im Franchise-System betrieben.

Platz 6

Subway rangiert in Deutschland in Deutschland auf Platz sechs mit 755 Betrieben.

Platz 7

Alles für den Hund - und andere Haustiere: Fressnapf setzte von Beginn an auf Franchising - heute sind es in Deutschland 723 Läden.

Platz 8

Apollo Optik hat in den vergangenen Jahren kräftig zugekauft und setzt auch auf das Franchise-System: 670 Filialen hat die Optikerkette.

Platz 9

Auch die Fastfood-Kette Burger King schafft es in die Top Ten. 650 Betriebe werden von Franchisern geführt.

Platz 10

Eine bekannte Marke, die es trotz der Insolvenz der Mutter noch gibt: Foto Quelle führt 560 Betriebe in Franchise-System.

Platz 11

Dicht dahinter folgt der Ad-Auto Dienst mit 550 Betrieben.

Platz 12

Besonders spannend ist das Genre von Datac nicht: Buchhaltung, Lohnabrechnung und solche Dienstleistungen übernimmt das Unternehmen in 524 Betrieben.

Platz 13

Die Schuhverkäufer von Reno folgen auf Rang 13 mit 498 Läden in Deutschland.

Platz 14

Musikalisch geht es weiter. 475 Betriebe unterhält die Musikschule Fröhlich im Franchise-System.

Platz 15

Zwei Plätze hinter Reno folgt Konkurrent Quick Schuh mit 400 Filialen.

Platz 16

Früher waren Rastplatztoiletten oft ein Graus - Sanifair hat da einiges zum Besseren gewandelt. Auf 368 Betriebe kommt das Unternehmen.

Platz 17

Auf Rang 17 folgt Wohnkultur - das schreibt sich Topa Team zumindest auf die Fahne in 340 Betrieben.

Platz 18

Die Autovermieter von Avis haben es mit 338 Betrieben noch in die Top 20 geschafft.

Platz 19

Mit Holiday Land steht ein zweiter Reiseanbieter in den Top 20. Immerhin kommt das Unternehmen auf 335 Büros in Deutschland.

Platz 20

Obi übersteht den Preiskampf unter den Baumärkten derzeit recht gut. 333 Läden betreibt Obi in Deutschland im Franchise-System.

Naheliegend wäre der Geschmack. Und folglich ist das der erste Test, dem die Erzeugnisse der Systemgastronomen unterzogen werden, eine Gaumenprobe. Über 100 Probanden wurden in der Kölner Innenstadt zur Verköstigung gebeten. Auf dem Prüfstand: Der Royal TS, eine ordentliche Portion Rindfleisch mit Tomate und Salat.

Als Vergleichsmaterial werden der Whopper von Konkurrent Burger King und ein hausgemachter Burger der expansionswilligen Kölner Sportsbar-Franchise Joe Champs. Pommes Frites sind jeweils auch dabei. Die ersten Probanden, zufällig vorbeikommende Passanten, testeten mit offenen Karten, später wurden die Markennamen verdeckt.

Kommentare (28)

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Account gelöscht!

17.01.2012, 07:47 Uhr

"Ungesund sei das Essen, nicht nachhaltig sättigend - aber zumindest preiswert."

Unter solchen Gesichtspunkten muesste man ganze Regale in den Supermaerkten leeren. Keine Ahnung was solche Sendungen bringen sollen, ausser Quoten durch ohnehin schon negativ voreingestellte Menschen.

Ansonsten, der Gesetzgeber sollte endlich abschreckende Bilder von extrem dicken Menschen, Zuckerkranken, Herzinfarktpatienten, Fettabsaugungen, Magenverkleinerungen, Darmverkuerzungen, etc. auf Verpackung von extrem kalorienhaltigen Speisen fordern mit dem Spruch "Iss dies nicht. Es koennte Deine Gesundheit gefaehrden."!!! Dinge wie Schokolade sollten ueberhaupt unter Suchtgifte eingestuft und entsprechend behandelt werden.

Account gelöscht!

17.01.2012, 07:54 Uhr

Ich versteh das ganze rumgeheule nicht! Das Problem sind doch nicht McD, Burger King oder die Discounter, das Problem ist der Verbraucher der entweder zu blöd oder zu faul ist sich selbst ein Brot zu schmieren. Warum gibt es denn das ganze Convenient Food. Doch nicht weil es eine große Verschwörung zur Vergiftung der Menschheit gibt sondern weil es genügend Menschen gibt die den Fraß kaufen!

Ittagub40

17.01.2012, 08:06 Uhr

Unerwähnt bleibt auch, dass zumindest in Köln für die Produktion der Brötchen Spezialmehle verwendet werden, die nur für MD hergestellt werden - die kleben so gut.Bei der Ellmühle gibt es 1 Verladestation nur für MD.

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