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15.09.2015

11:24 Uhr

Der nächste Lufthansa-Streik

Kein Anschluss unter dieser Nummer

Kaum wurde der Streik der Piloten verboten, steht der Lufthansa der nächste Ausstand ins Haus. An diesem Dienstag legen die Mitarbeiter des Callcenters die Arbeit nieder. Es geht um 25 Euro.

Für fünf Stunden ist das Callcenter der Airline im Ausstand. dpa

Lufthansa-Check-In-Schalter

Für fünf Stunden ist das Callcenter der Airline im Ausstand.

BerlinDie Gewerkschaft Verdi hat die 480 Beschäftigten des Lufthansa-Callcenters in Berlin für diesen Dienstag zu einem Warnstreik aufgerufen. Bei einer Kundgebung in Tempelhof (13.00 Uhr) wollen die Beschäftigten ihre Forderung nach mehr Geld unterstreichen. Angesetzt ist der Warnstreik von 11.00 bis 16.00 Uhr.

In dem Berliner Callcenter laufen die Fäden des weltweiten Kundenservice der Airline zusammen. Verdi fordert für die Beschäftigten in zwei Stufen 90 Euro mehr Geld im Monat, das Angebot liegt nach Gewerkschaftsangaben bei 65 Euro.

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Der Streit mit den Piloten scheint die Personalchefin der Lufthansa zu zermürben. Nach Endlos-Verhandlungen wirkt sie ratlos. Bettina Volkens kämpft eisern um eine Lösung. Aber ihre Chancen sind kleiner geworden.

Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit wollen dagegen noch in dieser Woche wieder miteinander verhandeln. In den Gesprächen soll es ausschließlich um die Übergangsversorgung der rund 5400 Piloten der Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings gehen. Die Lufthansa hatte die Regeln dazu zum Jahresende 2013 einseitig gekündigt. Sie will erreichen, dass die Piloten später als derzeit in den Vorruhestand gehen. Bislang war das im Einzelfall bereits mit 55 Jahren möglich, wenn sämtliche neu eintretenden Vorruheständler zusammen einen Altersschnitt von 58 Jahren erreichten.

Zwischenzeitliche Angebote zur Anhebung des Durchschnittsalters um zwei Jahre hat die VC wieder vom Tisch genommen. „Wir kehren zu unserer ursprünglichen Forderung aus dem Jahr 2014 zurück“, sagte VC-Sprecher Markus Wahl am Montag. Das Angebot stand im engen Zusammenhang mit Forderungen zur Begrenzung der Billigtochter Eurowings. Das Hessische Landesarbeitsgericht hatte an der Verknüpfung Anstoß genommen und den Streik der Piloten gestoppt, weil außertarifliche Streikziele verfolgt würden.

Die Tarifbaustellen der Lufthansa

Es ist kompliziert

Die Lufthansa führt mit mehreren Gewerkschaften getrennte Tarifverhandlungen für unterschiedliche Berufsgruppen. Das komplizierteste Thema sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Piloten

Im Tarifstreit der rund 5400 Piloten im Lufthansa-Konzerntarifvertrag (KTV) geht es nicht nur um Gehalt oder Betriebsrenten, wenn letztere auch der offizielle Anlass für bislang 13 Streikrunden waren. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) will den ungebremsten Ausbau der Lufthansa-Billigschiene „Eurowings“ verhindern, unter deren Dach etliche Fluggesellschaften mit weit geringer bezahlten Piloten agieren können.

Bodenpersonal

Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Verhandlungsauftakt für rund 33.000 Bodenbeschäftigte der Lufthansa versucht, das Rententhema herauszuhalten. Nach vier Runden will die Airline aber immer noch die Gehaltsverhandlungen mit der Frage künftiger Betriebsrenten verknüpfen. Die Parteien haben sich bis Ende September vertagt und wollen die Rentenfrage in Arbeitsgruppen besprechen. Von Streiks war noch nicht die Rede.

Flugbegleiter

Die Kabinengewerkschaft Ufo war nach der gescheiterten Schlichtung zu den Rentenfragen schon bereit zu einem Streik, der Ende Juni erst in letzter Minute abgesagt wurde. Lufthansa hatte ihr Angebot zur Neuregelung der Betriebsrenten von rund 19.000 Flugbegleitern der Kernmarke Lufthansa aufgestockt. Anders als Cockpit ist Ufo zu einem Systemwechsel bei den Renten bereit und lehnt auch den geplanten Unternehmensumbau nicht kategorisch ab. Für die Gespräche hat man sich bis zum 1. November Zeit genommen.

Quelle: dpa

Von

dpa

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