Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.08.2015

12:10 Uhr

Der neue Katalog ist da

Ikea greift bei Küchen an

VonChristoph Kapalschinski

Das Erscheinen des Ikea-Katalogs wird ähnlich zelebriert, wie die Fortsetzung eines Bestseller-Romans. Eine deutsche Möbel-Sparte dürfte sich über den neuen Katalog allerdings nicht freuen, denn es droht Konkurrenz.

Ikea stellt die Küche in den Mittelpunkt – für deutsche Hersteller könnte das zum Problem werden. obs

IKEA Katalog 2016

Ikea stellt die Küche in den Mittelpunkt – für deutsche Hersteller könnte das zum Problem werden.

HamburgDer Möbelkonzern Ikea hat am Freitag seinen neuen Katalog veröffentlich – und legt dabei den Schwerpunkt auf Küchen. Damit greifen die Schweden einen der wichtigsten Zweige der deutschen Möbelindustrie an.

Geht es nach den Möbel-Lobbyisten in Deutschland, ist klar: Deutsche Hersteller können ebenso günstige Küchen anbieten wie Ikea – zum gleichen Preis. Das jedenfalls behaupten regelmäßig die Vertreter des Arbeitskreises Moderne Küche (AMK) im Möbelverband VDM.

10,31 Milliarden Euro setzte die deutsche Branche 2014 um, 40 Prozent davon im Ausland. Das war ein Plus von 2,7 Prozent. 30.000 Menschen arbeiten in dem Bereich. Die deutschen Hersteller rühmen sich, in den 1920er-Jahren die Einbauküche erfunden zu haben und sie inzwischen bis nach China und Nahost zu verkaufen.

Stromschlaggefahr : Ikea ruft Nachtlicht „Patrull“ zurück

Stromschlaggefahr

Ikea ruft Nachtlicht „Patrull“ zurück

Der schwedische Möbelhändler Ikea ruft sein Nachtlicht mit dem Namen „Patrull“ zurück. Ein 19 Monate alter Junge hatte einen Stromschlag erlitten, als er das Licht aus der Steckdose ziehen wollte.

Dabei teilt sich die Branche: Hersteller wie der börsennotierte Hersteller Alno stehen eher für günstige Küchen, andere wie Poggenpohl und Bulthaup setzen auf Luxus-Angebote. Entscheidend im günstigen Segment ist die Automatisierung. Beim ostwestfälischen Küchenwerk Häcker etwa, der Eigenmarken unter anderem für MHK-Küchen produziert, laufen automatisiert Küchenmöbel durchs Werk wie in einer Autofabrik – gefertigt auf Kundenwunsch, also jeweils in Einzelstücken. Machbar ist das nur über computergestützte Intralogistik – der simple Möbelbau wird so zum High-Tech. Für den Konkurrenten Alno erwiesen sich in der Vergangenheit verwinkelte, historisch gewachsene Produktionsstätten als Nachteil. Der Konzern kämpft seit Jahren um eine ausreichende Profitabilität.

Der Preis für die individuelle Produktion sind Lieferzeiten von oft mindestens zwei Monaten – auch weil Hersteller wie Häcker hoch ausgelastet sind. Da punktet Ikea: Bei dem Möbelhaus kann der Kunde die Küchen meist direkt mitnehmen – muss Teile dann aber möglicherweise selbst auf Maß sägen.

Das führt auch dazu, dass viele Küchenaufbauer für das Aufstellen einer Ikea-Küche deutlich mehr verlangen als für eine vorgefertigte Küche. So gewinnt Ikea auch in Deutschland bei Küchen Marktanteile – zumal die Schweden erst vor etwa zwei Jahren ihre Küchenserie komplett überarbeitet haben. Schon 2011 sah sich Ikea mit 400 Millionen Euro Küchenumsatz als Deutschlands größter Küchenlieferant. Allerdings: Zuletzt musste das Unternehmen sein globales Marktanteilziel reduzieren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×