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28.03.2012

18:35 Uhr

Derivatehandel

Deutsche Börse erhält Konkurrenz aus New York

Die Fusion mit der New Yorker Börse NYSE Euronext ist gescheitert, die Deutsche Börse will gegen den Beschluss klagen. Die NYSE hat sich hingegen rasch von dem Rückschlag erholt und startet einen Angriff in Europa.

Auf dem Parkett in New York wurde Anfang März ein Börsengang gefeiert. dapd

Auf dem Parkett in New York wurde Anfang März ein Börsengang gefeiert.

New YorkDie Deutsche Börse bekommt im lukrativen Geschäft mit der Abwicklung von Derivaten (Clearing) neue Konkurrenz. Die New York Stock Exchange kündigte am Mittwoch den Aufbau einer eigenen Abwicklungsabteilung in Europa an. In das Clearing-Haus der Nyse, das ab Mitte 2013 starten soll, wollen die Amerikaner rund 85 Millionen Dollar investieren.

Die Nyse positioniert sich damit auch für die nächsten Jahre, wenn Teile des außerbörslichen Handels auf Druck der EU-Kommission über Clearing-Häuser abgewickelt werden sollen. Auch Börsen-Chef Reto Francioni setzt große Hoffnungen auf diesen Zukunftsmarkt.

Die EU-Wettbewerbshüter hatten die Fusion von Nyse und Deutscher Börse im Februar untersagt - und damit auch der Nyse die Möglichkeit genommen, ihre Papiere wie geplant über die Börsen-Tochter Eurex Clearing abzuwickeln. Die Amerikaner streckten deshalb Finanzkreisen zufolge ihre Fühler nach dem europäischen Abwicklungsdienstleister LCH.Clearnet aus.

Die Bemühungen um LCH stellte die Nyse mit ihrer Ankündigung vom Mittwoch allerdings ein - vor allem, LCH seit Monaten exklusiv über einen Verkauf an die London Stock Exchange (LSE) verhandelt. Bisher gehört die Nyse zu den größten Kunden von LCH. Nun wollen die New Yorker die Verträge mit LCH erneut verhandeln und entsprechend anpassen. Ihre Derivate-Geschäfte in Europa will die Nyse künftig selbst abwickeln, das Clearing von Aktien soll dagegen bei der LCH verbleiben.

Von

rtr

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