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10.01.2005

19:09 Uhr

Derzeit steckt Carrefour in Schwierigkeiten und trennt sich von nichtstrategischen Beteiligungen

Rewe plant Kauf von Carrefour-Tochter

Der weltweit zweitgrößte Einzelhändler, der französische Konzern Carrefour, steht in fortgeschrittenen Verhandlungen über den Verkauf seines Gastronomie-Großhändlers Prodirest.

DÜSSELDORF. Wie das Handelsblatt aus verhandlungsnahen Kreisen erfuhr, ist als Käufer die deutsche Rewe-Gruppe im Gespräch. Prodirest beliefert Restaurants, Hotels und Kantinen mit Lebensmitteln und setzte zuletzt nach eigenen Angaben 900 Millionen Euro um. Der Kaufpreis soll den Angaben zufolge bis zu 150 Millionen Euro betragen. Beim Verkauf wird Carrefour von der Investmentbank Rothschild beraten. Ein Sprecher des französischen Konzerns erklärte auf Anfrage, Carrefour kommentiere Marktgerüchte nicht. Auch ein Sprecher von Rewe wollte hierzu keine Stellung nehmen.

Derzeit steckt Carrefour in Schwierigkeiten und trennt sich von nichtstrategischen Beteiligungen: Bis Ende des Jahres will der Einzelhandelskonzern Aktivitäten im Wert von einer Milliarde Euro verkaufen. Mitte November teilte Carrefour bereits den Verkauf seiner 22,37-prozentigen Beteiligung an der portugiesischen Supermarktkette Modelo Continente für 345 Millionen Euro mit.

Der Kauf von Prodirest würde der Kölner Rewe-Gruppe gut ins Konzept passen. Schon jetzt ist Deutschlands zweitgrößter Handelskonzern der größte Lieferant für Frankreichs Restaurants und Kantinen. Durch den Zukauf der Carrefour-Tochter könnte der genossenschaftlich geführte Konzern seine Position dort weiter festigen. Wie ernst es den Kölnern mit dieser Strategie ist, zeigt eine überraschende Ankündigung vom Montag: Falls die Kartellbehörden zustimmen, will Rewe den Gastronomiebereich seiner Schweizer Tochter Bon Appétit mit dem der Baseler Coop fusionieren und in das Joint Venture Trans-Gourmet Holding AG einbringen. Das neue Unternehmen soll in Frankreich und in der Schweiz tätig sein.

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