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29.06.2017

13:11 Uhr

Designer verklagt Ikea

Betten-Krieg vor dem Bundesgerichtshof

Das Ikea-Bett „Malm“ steht in etlichen Schlafzimmern. Aber ein Frankfurter Designer ist überzeugt: Die Schweden haben die Idee geklaut – von ihm. Nun kämpft er dafür, dass „Malm“ vom deutschen Markt verschwindet.

Der Bundesgerichtshof entscheidet am Donnerstag über den Betten-Klassiker. dpa

Ikea-Bett „Malm“

Der Bundesgerichtshof entscheidet am Donnerstag über den Betten-Klassiker.

KarlsruheHohes Kopfteil, gerade Linien, schnörkelloses Design: Das Modell „Malm“ ist ein Klassiker unter den Ikea-Betten. Geht es nach dem Frankfurter Designer und Architekten Philipp Mainzer, hätte „Malm“ allerdings nie Einzug halten dürfen in die deutschen Filialen des schwedischen Möbelkonzerns. Denn „Malm“, das bestreitet auch Ikea nicht, gleicht Mainzers Bett „Mo“ wie ein Ei dem anderen. Und der 47-Jährige ist überzeugt: „Mo“ war zuerst da.

Am Donnerstag hat sein Kampf gegen Ikea den Bundesgerichtshof (BGH) erreicht. In den Vorinstanzen war der Designer unterlegen. In der Karlsruher Verhandlung deutete sich aber an, dass der Senat die Sache anders sehen könnte. Das Urteil wird möglicherweise am Nachmittag verkündet.

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Mainzers Ziel ist klar: Er will, dass der Vertrieb von „Malm“ in Deutschland gestoppt wird. „Das ist das Mindeste“, sagt er.

Die Geschichte beginnt schon vor etlichen Jahren, 2002 spätestens. 1995 hat Mainzer die Möbelmarke e15 mitbegründet. Für die Kollektion entwirft er das Bett „Mo“. Mitte Juli 2002 lässt er sein Design beim Deutschen Patent- und Markenamt schützen. Später wird im Streit mit Ikea noch nachträglich registriert, dass er sein Bett bereits im Januar auf einer Möbelmesse in Köln gezeigt hat.

Als er das Bett „Malm“ zum ersten Mal in einem Ikea-Katalog entdeckt, ist Mainzer empört. All der Aufwand, um „Mo“ zu entwerfen, zu fertigen, bekannt zu machen, in den Markt zu bringen. „Und dann setzt sich da jemand ins gemachte Nest und verkauft, ich schätze mal, mehrere Millionen Stück davon - das sehe ich nicht ein.“

Wie oft „Malm“ in Deutschland bisher tatsächlich verkauft wurde, ist unklar. Ikea will sich zu dem laufenden Verfahren nicht äußern. Auf Anfrage teilt eine Sprecherin allgemein mit: „Ikea vertritt die Auffassung, dass es niemals in Ordnung ist, die Arbeit eines anderen Designers zu kopieren.“ Ikea tue bei der Einführung neuer Produkte „alles Erdenkliche, um sicherzustellen, dass wir dabei respektvoll und anständig mit anderen Firmen und Designern umgehen“.

Kommentare (1)

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Frau Lana Ebsel

29.06.2017, 11:59 Uhr

Betten in dieser Form und Konstruktion gibt es doch schon seit mehreren Jahrzehnten. Somit wäre eigentlich keine dieser Geschmacksmusteranmeldungen wirklich schützenswert.

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