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07.11.2012

09:45 Uhr

Deutlich mehr Bestellungen

Hochtief macht wieder Gewinn

Bei Hochtief läuft es wieder rund: Der größte Baukonzern in Deutschland schreibt schwarze Zahlen. Deutlich höhere Auftragseingänge lassen auch für die Zukunft hoffen.

Hochtief hat mit seinem Gewinn die Erwartungen des Marktes übertroffen. dpa

Hochtief hat mit seinem Gewinn die Erwartungen des Marktes übertroffen.

DüsseldorfDeutschlands größter Baukonzern Hochtief schreibt nach mehreren schwachen Quartalen wieder deutliche Gewinne. Der Konzern konnte Altlasten bewältigen – die in der Vergangenheit mit Verzögerungen bei Großprojekten kämpfende Tochter Leighton findet in die Spur zurück.

„Hochtief ist wieder auf profitablem Wachstumskurs“, unterstrich Vorstandschef Frank Stieler bei der Vorlage der Quartalszahlen am Mittwoch. An der bereits wegen der Probleme von Leighton gesenkten Gewinnprognose für das Gesamtjahr hält Stieler fest. Bei den Anlegern kamen die Nachrichten gut an: Die im MDax notierten Hochtief-Aktien legten deutlich über sechs Prozent auf 40,97 Euro zu.

Im dritten Quartal verbuchte das mehrheitlich zum spanischen ACS-Konzern gehörende Essener Unternehmen bei einem Außenumsatz von 6,5 (Vorjahr: 5,38) Milliarden Euro und deutlich gestiegenen Auftragseingängen von 5,9 (3,0) Milliarden Euro ein Ergebnis vor Steuern von 279,5 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 141 (98,7) Millionen Euro. Der Konzern verdiente mehr als von Experten erwartet, die Zahlen seien leicht besser als angenommen, unterstrichen Analysten der DZ Bank. Dabei halfen auch Verkäufe von Beteiligungen.

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Probleme bei der australischen Tochter Leighton und Verzögerungen beim Bau der Hamburger Elbphilharmonie hatten Hochtief in den vergangenen Quartalen die Ergebnisse verhagelt. Nun hat Leighton die Belastungen durch ein Flughafenprojekt und den Bau einer komplexen Meerwasserentsalzungsanlage in Australien überwunden. Die Hochtief-Ergebnisse wurden zudem durch den Verkauf einer Entsorgungstochter für 175,8 Millionen Euro getrieben. Auch konnte Leighton wieder deutlich mehr Aufträge an Land ziehen.

In Deutschland dauert dagegen der Poker um die Fertigstellung des Prestigeprojekts Elbphilharmonie in Hamburg an – Verhandlungen um neue Verträge seien noch nicht abgeschlossen. Musikliebhaber in Hamburg müssen sich also weiter gedulden, eigentlich hatte die Elbphilharmonie schon 2010 fertig sein sollen.

Der Hochtief-Vorstand rechnet für 2012 nun weiter mit einem Vorsteuerergebnis des Konzerns von leicht unter 550 Millionen Euro, der Konzerngewinn wird bei „knapp unter 180 Millionen Euro“ erwartet. Wegen der vor allem für die Elbphilharmonie gebildeten Rückstellungen hatte Stieler bereits im August eingeräumt, es werde deutlich anspruchsvoller, diese Ziele auch zu erreichen.

Immerhin – Sondereffekte wie der Verkauf der Entsorgungstochter in Australien sind in dieser Prognose nicht enthalten. Und bei Auftragsbestand und Umsatz ist Stieler angesichts der prall gefüllten Orderbücher sogar etwas optimistischer als zuletzt: Diese beiden Kennzahlen könnten das Niveau des Rekordjahres 2011 erreichen und würden es wohl nicht wie bislang erwartet verfehlen, teilte Hochtief mit.

Von

rtr

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