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09.02.2016

07:31 Uhr

Deutsche Bahn

Anschlusszug soll seltener wegfahren

Kommt ein Zug ein paar Minuten zu spät ans Ziel, wird das oft toleriert. Ärgerlich wird es, wenn man dadurch den Anschlusszug verpasst. Die Bahn versucht, dies nun häufiger zu vermeiden.

Verspätungen und Ausfälle für mehrere Züge der Deutschen Bahn AG kommen häufig vor. Sie könnten häufiger werden. Denn die Bahn will stärker darauf achten, dass Anschlusszüge nicht mehr wegfahren. dpa

Verspätungen bei der Deutschen Bahn

Verspätungen und Ausfälle für mehrere Züge der Deutschen Bahn AG kommen häufig vor. Sie könnten häufiger werden. Denn die Bahn will stärker darauf achten, dass Anschlusszüge nicht mehr wegfahren.

BerlinFahrgäste der Deutschen Bahn sollen seltener ihren Anschluss verpassen. Im Fernverkehr will das Unternehmen deshalb an Umsteigebahnhöfen länger auf verspätete Züge warten, sofern das nicht wiederum zu größeren Verspätungen bei anderen Verbindungen führt.

Bis Mitte dieses Jahres soll diese Praxis bei den ersten Anschlüssen eingeführt werden, sagte Bahn-Verkehrsvorstand Berthold Huber der Deutschen Presse-Agentur. Wenn ein Anschlusszug länger warte, bis ein verspäteter ICE eintreffe, habe zwar auch dieser eine größere Verspätung - aber die Reisekette bleibe insgesamt geschlossen.

Um die Verspätungen insgesamt zu verringern, wolle die Bahn zudem ihre Fahrpläne „robuster konstruieren“ und zeitliche Puffer effektiver einsetzen, sagte Huber. Schon heute baue man in jeden Abschnitt solche Zeitreserven ein, um bei kleineren Störungen Verspätungen zu vermeiden.

Hier baut die Bahn 2016

Hamburg − Hannover

Von Mai bis Mitte Juli Weichen- und Gleiserneuerung. Umleitungen im Fernverkehr mit bis zu 30 Minuten längerer Fahrzeit, im Nahverkehr 15 Minuten.

Hannover – Göttingen

Von Mitte Juli bis Anfang September teilweise Totalsperrung und Umleitungen. 40 Minuten mehr Fahrzeit im Fernverkehr. Auch Nahverkehr betroffen.

Hannover – Kassel

Möglicherweise kurzfristig Austausch von Schotter. Zeitplan und Umfang möglicher Sperrungen will die Bahn „in Kürze“ bekannt geben.

Mannheim − Karlsruhe/Stuttgart

Längere Fahrtzeiten von fünf Minuten wegen eines Stellwerksbaus von Ende April bis Anfang September und Mitte November bis Dezember.

Münster – Osnabrück

Von Anfang August bis Anfang November teilweise Sperrungen und Umleitungen einzelner Fernzüge, 22 Minuten längere Fahrzeit.

Berlin − Elsterwerda − Dresden

Ab Anfang August sind Fernzüge wegen einer Umleitung 20 Minuten länger unterwegs. 75 Regionalzüge zwischen Flughafen Schönefeld und dem Süden Brandenburgs fallen pro Tag aus.

München − Salzburg/Kufstein

Teilausfälle Ende April und Anfang Mai sowie von August bis Oktober

Köln − Hagen

Längere Fahrzeiten im Fernverkehr wegen Umleitung über Düsseldorf ab Juli. Grund sind Gleiserneuerungen zwischen Solingen und Opladen.

Ulm − Augsburg

Von Ende Juli bis Mitte September Teilausfälle und längere Fahrtzeiten von 20 Minuten wegen Gleis- und Brückenarbeiten, im Nahverkehr 30 Minuten.

„Die Puffer sind aber derzeit nicht ideal verteilt“, erklärte der Bahn-Manager. So könnten etwa weniger Reserveminuten auf der Strecke, dafür aber ein größerer Zeitpuffer für die Ein- und Ausfahrt in einen Bahnhof bewirken, dass unterm Strich mehr Züge pünktlich seien.

Berthold Huber, Vorstand Verkehr und Transport der Deutschen Bahn AG, bei einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in seinem Büro in Berlin. dpa

Bahn-Vorstand Berthold Huber

Berthold Huber, Vorstand Verkehr und Transport der Deutschen Bahn AG, bei einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in seinem Büro in Berlin.

An den zehn wichtigsten Knotenbahnhöfen sollen demnächst Sonderteams aus Betrieb und Netz die pünktliche Abfahrt sicherstellen. Das hatte die Bahn bereits im Dezember angekündigt. Eine höhere Pünktlichkeit soll nach Hubers Worten auch durch weniger technische Defekte an Fahrzeugen und bei Anlagen auf der Strecke erreicht werden. So sollen bis zum Jahr 2020 rund 30 000 Weichen Sensoren erhalten, die Störungen anzeigen, bevor die Weiche ausfällt.

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Im vergangenen Jahr waren 25,6 Prozent aller Fernzüge unpünktlich - sie kamen nach Zählweise der Bahn mindestens sechs Minuten zu spät an den jeweiligen Bahnhöfen an. Diese Quote will das Unternehmen 2016 auf 20 Prozent senken. Dann würden nur noch etwa 10 Prozent der Anschlusszüge verpasst, hieß es bei der Bahn.

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