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22.01.2015

13:30 Uhr

Deutsche Bahn

Bahn erwägt Verzicht auf Preiserhöhungen

Bahnreisende kommen womöglich auch in den kommenden Jahren um eine Preiserhöhung im Fernverkehr herum. Angesichts der harten Konkurrenz durch Fernbusse könnte die Deutsche Bahn auf eine Erhöhung der Preise verzichten.

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn hat durch die Marktöffnung für Fernbusse harte Konkurrenz bekommen. dpa - picture-alliance

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn hat durch die Marktöffnung für Fernbusse harte Konkurrenz bekommen.

HamburgDie harte Konkurrenz durch die Fernbusse zwingt die Deutsche Bahn womöglich zu einem Verzicht auf Preiserhöhungen im Fernverkehr. In internen Unterlagen werde eine „Nichtrealisierung“ von Preismaßnahmen in den Jahren 2016 und 2017 als „möglich“ eingestuft, berichtete das „Manager-Magazin“ am Donnerstag unter Berufung auf einen Risikobericht der Bahn-Tochter DB Fernverkehr. Die Deutsche Bahn hatte im Fernverkehr bereits für dieses Jahr auf eine Preiserhöhung in der zweiten Klasse verzichtet.

Die Deutsche Bahn sieht sich seit der Marktöffnung für Fernbusse vor zwei Jahren scharfer Konkurrenz ausgesetzt. Im vergangenen Jahr entgingen dem Konzern so 120 Millionen Euro an Einnahmen.

In dem internen Bericht werden die Konkurrenten der Fernbusbranche laut „Manager-Magazin“ als Großrisiko aufgeführt. Das Ergebnis der Sparte könnte in den kommenden Jahren um 672 Millionen Euro gedrückt werden, berichtete das Magazin. Auch die gewachsene Preisempfindlichkeit der Kunden werde als gravierendes Risiko für die Fernzüge genannt. Der „sehr wahrscheinliche“ Ergebniseffekt werde mit 618 Millionen Euro beziffert, hieß es in dem Bericht weiter.

Fakten zur Deutschen Bahn

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 189,9 Millionen Tonnen (ein Minus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Die Zahlen stammen aus dem 1. Halbjahr 2014.

Fahrgäste Bahnverkehr

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 1,001 Milliarden (Vorjahr: 991 Millionen). Davon waren 62,2 Millionen im Fernverkehr unterwegs (minus 0,5 Prozent).

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 1,088 Milliarden Euro (1,018 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 642 Millionen Euro (Vorjahr: 554 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Mitte Juni 2014 hatte der Staatskonzern etwa 296.900 Mitarbeiter, 0,4 Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2013.

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2014 einen Umsatz von 19,73 Milliarden Euro (19,37 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum).

Die Deutsche Bahn erklärte, sie kommentiere Berichte über interne Papiere, „deren angebliche Inhalte und Spekulationen dazu“ grundsätzlich nicht. Konzernchef Rüdiger Grube hatte am Dienstag eine Offensive im Fernverkehr angekündigt. Demnach stellt die Deutsche Bahn im Februar eine neue Strategie für ihre Busflotte vor, die bisher hinter den inzwischen fusionierten Marktführern MeinFernbus und Flixbus weit zurückliegt. Im März soll ein neues Konzept für den Fernverkehr folgen.

Von

afp

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