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07.04.2016

15:08 Uhr

Deutsche Bahn Cargo

Betriebsrat kündigt Widerstand gegen Stellenabbau bei Gütertochter an

Mehr als 3000 Stellen will die Deutsche Bahn bei ihrer Gütertransport-Tochter streichen. Doch der Gesamtbetriebsrat hat Widerstand angekündigt – und stellt den ganzen Fortbestand der Sparte infrage.

Jede fünfte Stelle im Gütertransport soll wegfallen. dpa

Stellenstreichung bei der Güterbahn

Jede fünfte Stelle im Gütertransport soll wegfallen.

Fulda/MainzDer Gesamtbetriebsrat (GBR) der DB Cargo hat Widerstand gegen die Pläne der Deutschen Bahn zur Sanierung des Verlustbringers Schienengüterverkehr angekündigt. Die mit einem Abbau von über 3000 Stellen verbundenen Pläne des Konzerns seien „völlig inakzeptabel“, erklärte der GBR-Vorsitzende Jörg Hensel nach einer Betriebsräteversammlung am Donnerstag in Fulda. Angesichts fehlenden Personals und einer damit einhergehenden Arbeitsverdichtung hätten die Mitarbeiter DB Cargo rund 800.000 Überstunden angesammelt.

Nach Betriebsratsangaben sollen im Zuge der Pläne bundesweit mehr als 3000 Arbeitsplätze wegfallen. Das wäre etwa jede fünfte Stelle bei dem DB-Tochterunternehmen. Allein im Zuge des Programms „Zukunft Bahn“ sollen vom nächsten Jahr an 215 von insgesamt 1500 Verladestationen in Deutschland nicht mehr angefahren werden. Bei weiteren 150 Verladestellen stünden „die Bedienzeiten und damit der Fortbestand in Frage“, erklärte Hensel.

Es sei unverantwortlich, viele Kunden bewusst nicht mehr zu bedienen, erklärte Hensel. Verkehrspolitisch sei „das ein katastrophales Signal des Vorstandes“. Dies laufe der Prognose der Bundesregierung zuwider, dass der Güterverkehr für die Schiene bis 2030 massiv ansteige. Die Betriebsräte von DB Cargo lehnten deshalb den jetzt vorgelegten „rückwärts gewandten Schrumpfkurs“ entschieden ab.

Hier baut die Bahn 2016

Hamburg − Hannover

Von Mai bis Mitte Juli Weichen- und Gleiserneuerung. Umleitungen im Fernverkehr mit bis zu 30 Minuten längerer Fahrzeit, im Nahverkehr 15 Minuten.

Hannover – Göttingen

Von Mitte Juli bis Anfang September teilweise Totalsperrung und Umleitungen. 40 Minuten mehr Fahrzeit im Fernverkehr. Auch Nahverkehr betroffen.

Hannover – Kassel

Möglicherweise kurzfristig Austausch von Schotter. Zeitplan und Umfang möglicher Sperrungen will die Bahn „in Kürze“ bekannt geben.

Mannheim − Karlsruhe/Stuttgart

Längere Fahrtzeiten von fünf Minuten wegen eines Stellwerksbaus von Ende April bis Anfang September und Mitte November bis Dezember.

Münster – Osnabrück

Von Anfang August bis Anfang November teilweise Sperrungen und Umleitungen einzelner Fernzüge, 22 Minuten längere Fahrzeit.

Berlin − Elsterwerda − Dresden

Ab Anfang August sind Fernzüge wegen einer Umleitung 20 Minuten länger unterwegs. 75 Regionalzüge zwischen Flughafen Schönefeld und dem Süden Brandenburgs fallen pro Tag aus.

München − Salzburg/Kufstein

Teilausfälle Ende April und Anfang Mai sowie von August bis Oktober

Köln − Hagen

Längere Fahrzeiten im Fernverkehr wegen Umleitung über Düsseldorf ab Juli. Grund sind Gleiserneuerungen zwischen Solingen und Opladen.

Ulm − Augsburg

Von Ende Juli bis Mitte September Teilausfälle und längere Fahrtzeiten von 20 Minuten wegen Gleis- und Brückenarbeiten, im Nahverkehr 30 Minuten.

Von

dpa

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