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01.02.2016

12:45 Uhr

Deutsche Bahn

Deutlich mehr Baustellen im Schienennetz

Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bahn 500 Bauprojekte abgeschlossen. 2016 soll die Zahl auf 850 steigen. Durch ein besseres Management will man den Fahrgästen aber zu viele Ausfälle und Verspätungen ersparen.

Die Modernisierung des Schienennetzes lässt sich die Bahn 28 Milliarden Euro kosten. dpa

Bauarbeiten am Hauptbahnhofes Halle/Saale

Die Modernisierung des Schienennetzes lässt sich die Bahn 28 Milliarden Euro kosten.

BerlinBahnkunden müssen sich auch in diesem Jahr wegen der Sanierung des Streckennetzes auf erhebliche Verzögerungen einstellen. Nach Angaben der Deutschen Bahn vom Montag sollen 2016 rund 3200 Schienenkilometer, 2000 Weichen und rund 150 Brücken repariert oder erneuert werden.

Um die Belastung für die Bahnfahrer möglichst gering zu halten, werden rund 850 Einzel-Baustellen in 76 zusammenhängende Bauprojekte zusammengefasst. Außerdem verspricht das Unternehmen, seine Kunden besser und frühzeitiger über Zugausfälle und -verspätungen zu informieren.

Hier baut die Bahn 2016

Hamburg − Hannover

Von Mai bis Mitte Juli Weichen- und Gleiserneuerung. Umleitungen im Fernverkehr mit bis zu 30 Minuten längerer Fahrzeit, im Nahverkehr 15 Minuten.

Hannover – Göttingen

Von Mitte Juli bis Anfang September teilweise Totalsperrung und Umleitungen. 40 Minuten mehr Fahrzeit im Fernverkehr. Auch Nahverkehr betroffen.

Hannover – Kassel

Möglicherweise kurzfristig Austausch von Schotter. Zeitplan und Umfang möglicher Sperrungen will die Bahn „in Kürze“ bekannt geben.

Mannheim − Karlsruhe/Stuttgart

Längere Fahrtzeiten von fünf Minuten wegen eines Stellwerksbaus von Ende April bis Anfang September und Mitte November bis Dezember.

Münster – Osnabrück

Von Anfang August bis Anfang November teilweise Sperrungen und Umleitungen einzelner Fernzüge, 22 Minuten längere Fahrzeit.

Berlin − Elsterwerda − Dresden

Ab Anfang August sind Fernzüge wegen einer Umleitung 20 Minuten länger unterwegs. 75 Regionalzüge zwischen Flughafen Schönefeld und dem Süden Brandenburgs fallen pro Tag aus.

München − Salzburg/Kufstein

Teilausfälle Ende April und Anfang Mai sowie von August bis Oktober

Köln − Hagen

Längere Fahrzeiten im Fernverkehr wegen Umleitung über Düsseldorf ab Juli. Grund sind Gleiserneuerungen zwischen Solingen und Opladen.

Ulm − Augsburg

Von Ende Juli bis Mitte September Teilausfälle und längere Fahrtzeiten von 20 Minuten wegen Gleis- und Brückenarbeiten, im Nahverkehr 30 Minuten.

Für die Modernisierung des mit 61.000 Kilometern größten Schienennetzes in Europa will die Bahn in diesem Jahr rund 5,5 Milliarden Euro ausgeben. Das sind 200 Millionen Euro mehr als 2015. Bis 2019 stehen für das umfangreichste Sanierungsprogramm in der Bahn-Geschichte insgesamt rund 28 Milliarden Euro zur Verfügung, davon zwölf Milliarden Euro für Schienen und Weichen. Von den 28 Milliarden Euro kommen 16,6 Milliarden vom Eigentümer Bund und 11,4 Milliarden aus Eigenmitteln der Bahn. „Ich erwarte, dass die Bahn unsere Mittel schnell und gezielt in das bestehende Netz investiert und vor allem den Sanierungsstau bei den Brücken abbaut“, hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Sonntag mitgeteilt.

Mit dem Programm sorgt die Bahn vor allem dafür, dass der in den Jahren der Unterfinanzierung aufgelaufene Sanierungsbedarf nicht weiter wächst. Abgebaut werden soll der Rückstau dann ab 2019.

„Wir wollen für unsere Reisenden und Güterverkehrskunden natürlich so wenig Einschränkungen wie möglich“, sagte der DB-Netz-Vorstand Thomas Schaffer. Neben der Bündelung von Baumaßnahmen werde deshalb auch verstärkt in der Nacht gebaut. Zudem würden die Baustellen frühzeitig in den Fahrplan eingearbeitet, um Überraschungen zu vermeiden.

Eines der größten Bahn-Bauprojekte in diesem Jahr ist die Einbindung der Neubaustrecke Erfurt-Nürnberg in das Bahnnetz. Dort kommt es deshalb zu einer 34-wöchigen Totalsperrung bis Anfang September. Mit eingleisigen Sperrungen saniert die Bahn außerdem die Strecken München-Rosenheim-Salzburg und Rosenheim-Kufstein. Zeitweise kommt es im April und Mai deshalb zwischen München und Rosenheim ebenfalls zu Vollsperrungen.

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